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Lawrow: "Nawalny-Hysterie völlig überzogen" - Im Westen geht man viel härter gegen Demos vor

Der russische Außenminister Sergei Lawrow kritisierte am Mittwoch während einer Pressekonferenz die westliche Berichterstattung über den Politblogger Alexei Nawalny als "selektiv und einseitig". Ebenso war er dem Westen "Hysterie" und "Doppelmoral" vor.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow kritisierte am Mittwoch in Moskau bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem jordanischen Amtskollegen Ayman Al Safadi westliche Berichterstattung über den regierungskritischen Aktivisten Alexei Nawalny, als "selektiv und einseitig". Auf politischer Ebene warf er dem Westen "Hysterie" und "Doppelmoral" vor. Lawrow dazu:

"Die Hysterie, die wir bezüglich des Prozesses im Fall Nawalny gehört haben, ist völlig übertrieben. Außerdem geht die Polizei im Westen, wenn es um Menschenmengen geht, die an illegalen Kundgebungen teilnehmen, viel härter mit den Demonstranten um als unsere Strafverfolgungsbehörden."

Ein Moskauer Gericht hat den prowestlichen Politblogger Alexei Nawalny am Dienstag zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, weil er gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte. Der russische Diplomat behauptete, dass sich die westliche Medienberichterstattung über die nicht genehmigten Proteste zur Unterstützung von Nawalny auf die Reaktion der Polizei konzentrierte, während die Aktionen der Demonstranten außen vor blieben. Das russische Außenministerium hat währenddessen ein Video veröffentlicht, in dem schwere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten in westlichen Staaten gezeigt werden, sowie Angriffe russischer Demonstranten auf Polizisten, um dem Westen den Spiegel vorzuhalten. Zum Video heißt es:

"Politiker und Mainstream-Medien ignorieren Fälle von Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten in den OSZE-Ländern, während wir ihrer eigenen 'Sünden' beschuldigt werden."

Wie der russische Außenminister weiter ausführte, habe er dieses Video nicht nur der schwedischen Außenministerin sowie OSZE-Vorsitzende Ann Linde zukommen lassen, sondern auch EU-Chefdiplomat Joseph Borell, der am Freitag in Moskau eintreffen wird. Damit wolle Russland eine Gesprächsgrundlage auf Fakten und Objektivität schaffen, auch "wenn der Westen nicht gerne auf der Grundlage von Fakten spricht", so Lawrow.