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Ende des Nuklearabkommens? – Iran erhöht Urananreicherung

Die US-Politik des maximalen Drucks gegen den Iran zeigt Wirkung. Als Reaktion verletzt die Islamische Republik Iran nun eine zentrale Auflage des Nuklearabkommens. Der Iran steigert die Urananreicherung und überschreitet das im Abkommen 2015 vereinbarte Limit.
Ende des Nuklearabkommens? – Iran erhöht UrananreicherungQuelle: Reuters

Der Iran hat erklärt, sich ab sofort nicht mehr an das im Wiener Atomabkommen erlaubte Limit zur Urananreicherung gebunden zu sehen.

Der iranische Regierungssprecher Ali Rabei sagte am Sonntag: 

Ab heute halten wir uns nicht mehr an die 3,67 Prozent, und unsere Urananreicherung wird je nach Bedarf erhöht.

Der stellvertretende Außenminister Seyed Abbas Araghchi sagte, dass der Iran seine Urananreicherung auf das für den Betrieb des Kernkraftwerks Buschehr erforderliche Niveau erhöhen wird. Iranische Vertreter hatten zuvor gesagt, dass das erforderliche Niveau für das Kernkraftwerk fünf Prozent beträgt.

Teheran hatte bereits die laut Atomabkommen genehmigte Menge von 300 Kilogramm iranischer Uranvorräte überschritten. Macron äußerte sich nach Angaben des französischen Präsidialamtes bei dem Gespräch mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani sehr besorgt angesichts "der Gefahr einer neuen Schwächung des Atomabkommens". Rohani hatte nochmals sein Interesse an einer Rettung des Nuklearabkommens geäußert. Man sei bereit, Gespräche mit Washington aufzunehmen. Allerdings müssten zuvor alle Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. 

Die USA sind 2018 aus der Vereinbarung mit Teheran ausgestiegen. US-Präsident Donald Trump hatte zudem Sanktionen verhängt, die jedem wirtschaftliche Nachteile androhen, der iranisches Öl kauft. Damit wollte er die Einnahmen der Islamischen Republik Iran drastisch vermindern und Teheran wirtschaftlich und politisch isolieren. Der Iran sieht seine mit dem Abkommen verbundenen wirtschaftlichen Hoffnungen völlig enttäuscht. Vor zwei Monaten nun hatte Teheran deshalb angekündigt, auch seinerseits stufenweise aus dem Atomabkommen auszusteigen. Die Europäer sind angesichts der scharfen Töne zwischen Washington und Teheran hochgradig besorgt, denn eine weitere Eskalation der Lage scheint damit jederzeit möglich.

Am Freitag drohte ein Geistlicher Teherans den USA damit, dass der Iran den Persischen Golf bei einem etwaigen Angriff in ein "rotes Meer" verwandeln werde: 

Wenn Ihr uns angreifen wollt, bitte, dann werden wir die Farbe des Persischen Golfs von blau in rot verwandeln.

Anlass des Atomabkommens war die Sorge der internationalen Gemeinschaft, der Iran könne eine Atombombe bauen wollen. Sollte der Iran die Anreicherung des Urans – wie angedroht und von ihm technisch beherrscht – auf bis zu 20 Prozent hochfahren, ist der Schritt bis zum waffenfähigen Uran nur noch klein. Allerdings sind sich die Experten weitgehend einig, dass Teheran bis zum möglichen Bau einer Atombombe mindestens ein Jahr brauchen würde.

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(rt deutsch/dpa)

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