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Schritt zum Wandel? Taliban schicken Frauen zu Friedensverhandlungen nach Katar

In Katar wird diesen Monat erneut über Frieden in Afghanistan verhandelt. Erstmals werden Frauen unter den Taliban-Vertretern sein. Es handele sich um "Anhängerinnen und Teil des Kampfes". Von den eigentlichen Verhandlungen sind sie jedoch ausgeschlossen.
Schritt zum Wandel? Taliban schicken Frauen zu Friedensverhandlungen nach KatarQuelle: Reuters © Yannis Behrakis

Mitte der 90er-Jahre erließen die Taliban Gesetze für Frauen, die ihr Leben stark einschränkten und zur Hölle machten. Sie wurden aus dem öffentlichen Leben verbannt und mundtot gemacht. Schulen wurden geschlossen, Musik wurde verboten, Frauen durften die Häuser nicht verlassen. Laut den Taliban ist das Gesicht einer Frau die "Quelle des Verdorbenheit".

Unter der Taliban-Herrschaft müssen Frauen daher eine Burka tragen, die den gesamten Körper bedeckt, Bildung bleibt den Frauen verwehrt, und auch Arbeiten außerhalb des Hauses sind verboten. Bei einem Schritt vor die Tür muss eine Frau nach den Gesetzen der Taliban von einem "Mahram" (männlichen Begleiter, der ein Verwandter der Frau zu sein hat) begleitet werden. Frauen wurden medizinische Behandlungen verwehrt, und es gab öffentliche Exekutionen wegen Verstößen gegen die Scharia-Gesetze der Taliban. Mädchen wurden gegen ihren Willen als Minderjährige verheiratet.

Laut dem Taliban-Sprecher hat sich dies inzwischen geändert. Innerhalb des strengen Scharia-Systems werden Mädchen nun dazu angehalten, sich zu bilden. Lange wurde gefordert, dass Frauen bei den Friedensverhandlungen dabei sein sollten. Nun senden die Taliban ausgewählte Teilnehmerinnen nach Katar.

Das Treffen in Doha wird vom 19. bis zum 21. April stattfinden. Unter den Teilnehmern der Friedensverhandlungen sind bekannte Vertreter der afghanischen Opposition, Bürgeraktivisten und Vertreter der Taliban. Erstmals sind auch Frauen unter den Taliban-Vertretern bei den Gesprächen in Katar. Verhandlungen mit der afghanischen Regierung lehnen die Taliban bislang ab. Diese ist für sie eine "Marionette" der Vereinigten Staaten.

Besonders die Frauen sind vom Leid durch den anhaltenden Krieg im Land betroffen

Der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte dazu:

Es wird Frauen unter den Taliban-Delegierten beim Treffen in Doha in Katar geben. Diese Frauen haben keine familiären Bindungen zu den älteren Mitgliedern der Taliban, sie sind gewöhnliche Afghaninnen aus dem In- und Ausland, die Anhängerinnen und Teil des Kampfes des Islamischen Emirats waren.

Bereits im Februar hatte es in Moskau ähnliche Friedensgespräche gegeben. Mudschahid schränkte jedoch ein, das die Taliban-Frauen nicht an den Hauptverhandlungen teilnehmen werden, sondern nur an Gesprächen mit der afghanischen Zivilgesellschaft und politischen Vertretern. Das ehemalige Parlamentsmitglied Fausia Kufi, die auch in Moskau teilnahm, begrüßte die Frauenvertreter der radikalen Gruppe. Dies sei ein Zeichen, dass sich die Ideologie der Taliban wandele. Besonders die Frauen sind vom Leid durch den anhaltenden Krieg im Land betroffen.

Zalmay Khalilzad ist US-Sonderbeauftragter und soll die Friedensverhandlungen vorantreiben. Für Gespräche mit den USA gebe es derzeit keine neuen Termin. Man warte "erst mal das Ergebnis des innerafghanischen Dialogs ab".

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