International

Überfall auf nordkoreanische Botschaft: Drahtzieher kündigen größere Aktionen an

Zehn Männer drangen am 22. Februar in die nordkoreanische Botschaft von Madrid ein, schlugen Personal und verhörten dieses. Die Täter flohen in die USA und kündigten noch "größere Dinge" an. Die Medien behinderten diese durch ihre Recherchen jedoch.
Überfall auf nordkoreanische Botschaft: Drahtzieher kündigen größere Aktionen anQuelle: Reuters © Kim Hong-Ji

Die Gruppe "Cheollima Civil Defence" (CCD) übernahm die Verantwortung für den Überfall auf die nordkoreanische Botschaft im vergangenen Monat in Madrid. Die zehn Männer entkamen über London in die USA. Nachdem sie die Botschaftsangestellten schlugen und brutal verhörten, entwendeten sie Dokumente und Computer der diplomatischen Einrichtung. Auf ihrer Webseite identifizierte sich die Gruppe als "Überläufer":

Wir sind eine Gruppe von Überläufern, die sich mit Landsleuten aus der ganzen Welt zusammengefunden haben.

Erstmals trat CCD 2017 durch ein Online-Video in Erscheinung. Darin war der Sohn des ermordeten Halbbruders Kim Jong-uns zu sehen, der beteuerte, die Gruppe habe ihm seine Sicherheit garantiert.

Kim Jong-nam wurde im Februar 2017 am Flughafen von Kuala Lumpur vergiftet. Der Halbbruder des nordkoreanischen Führers lebte im Ausland und glaubte schon lange davor, sein Leben sei in Gefahr. Er hatte seiner Familie in Nordkorea den Rücken zugekehrt.

Zahlreiche weitere Aktionen gegen "die Wurzeln des Regimes von Kim Jong-un" seien laut CCD in Vorbereitung, aber aufgrund der Medien wurden die Aktionen zunächst ausgesetzt:

Die Aktivitäten der Mitglieder wurden vorübergehend ausgesetzt. Die Medien sollten davon absehen, ihre Nase in unsere Gruppe und ihre Mitglieder zu stecken. Wir haben größere Dinge vor.

Die spanischen Sicherheitsbehörden sind davon überzeugt, dass zwei der Täter Verbindungen zur CIA haben. Der Überfall soll, so berichtete El País, in Verbindung mit dem südkoreanischen Geheimdienst durchgeführt worden sein.

Der Name Cheollima (oder Chollima) bedeutet "Tausend-Meilen-Pferd". Es ist vergleichbar mit Pegasus. Dabei handelt es sich um ein Pferd aus der ursprünglich chinesischen Mythologie, das aber auch in Korea und Japan bekannt ist. In Nordkorea ist es ein wichtiges Symbol. Nach dem Koreakrieg verbreitete der damalige nordkoreanische Führer Kim Il-sung den Slogan: "Beeilt euch mit der Geschwindigkeit von Chollima".

Unter den Identifizierten sind Personen mit US-amerikanischer, südkoreanischer und mexikanischer Staatsbürgerschaft. Am Mittwoch benannte ein spanisches Gericht den Mexikaner Adrian Hong Chang als Leiter der Gruppe. Er wurde 2006 in China verhaftet, als er versuchte, sechs Nordkoreanern zur Flucht zu verhelfen. 

In einem am 20. März veröffentlichten Video zerschmettert ein Mann, der durch Pixel unkenntlich gemacht wurde, die Bilder des nordkoreanischen Gründungsvaters Kim Il-sung und seines Nachfolgers Kim Jong-il. Es wird dazu aufgerufen, in Nordkorea einen Regime-Change herbeizuführen. Wo sich die Mitglieder aufhalten, ist nicht bekannt. Mit Überläufern aus Nordkorea, die sich in Südkorea befinden, gebe es aufgrund von Sicherheitsbedenken keine Kollaboration. Park Sang-hak, ein Nordkoreaner, der nach Südkorea flüchtete, ist überzeugt, dass es sich bei den Mitgliedern um Personen handelt, die in den USA leben. Der Sohn des getöteten Halbbruders von Kim Jong-un, Kim Han-sol, hält sich vermutlich ebenfalls in den Vereinigten Staaten auf und lebt unter dem Schutz des FBI.

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