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USA: Inhaftierter russischer Pilot fordert medizinische Versorgung

Der russische Pilot Konstantin Jaroshenko, der nach einer verdeckten Ermittlung der DEA von den USA für 20 Jahre inhaftiert wurde, hat von den US-Justizvollzugsbehörden gefordert, ihm medizinische Versorgung zu gewähren, die ihm vorenthalten wird.
USA: Inhaftierter russischer Pilot fordert medizinische VersorgungQuelle: Sputnik

Seit fast acht Jahren sitzt der Berufspilot Konstantin Jaroshenko in einem US-Gefängnis. Dem inhaftierten russischen Staatsbürger wird eine angemessene Gesundheitsversorgung vorenthalten, obwohl er wiederholt Anträge an die Gefängnisverwaltung stellte.

Nach Jahren im US-Gewahrsam verlor Jaroshenko zehn Zähne und der Rest erfordert eine Behandlung. Das soll der Pilot in seinem letzten Brief an die Verwaltung des Gefängnisses geschildert haben, welcher der Zeitung Iswestija in die Hände gelangte. Jaroshenko schrieb:

[Die Zähne] wurden mir von den Mitarbeitern der Drug Enforcement Administration (DEA) herausgeschlagen, sind herausgefallen oder wurden wegen schrecklicher Umstände, schlechter Ernährung und schlampiger Zahnarztarbeit entfernt.

Der Gesundheitszustand des Piloten verschlechtert sich immer weiter. Er ist außerdem nicht in der Lage, Nahrung richtig aufzunehmen, da er unter Verdauungsproblemen leidet.

Jedes Mal, wenn ich esse, habe ich Angst zu ersticken", so der Pilot.

Die US-Behörden gewährten ihm jedoch nicht einmal eine medizinische Beurteilung, um festzustellen, was mit seiner Gesundheit nicht stimmt. Der Russe schreibt weiter:

Ich bekomme keine Hilfe bei meinen Problemen und wurde immer noch nicht zu einer medizinischen Untersuchung geschickt, die man mir versprach, als meine Familie zu Besuch kam. Es gibt einen Zahnarzt auf der Gefängnisstation, aber alles, was er tun kann, ist, die restlichen Zähne herauszuziehen. Und da sind nicht mehr viele von übrig.

In diesem Sommer wurde er vom US-Bundesgefängnis Fort Dix in New Jersey in ein anderes Gefängnis in Danbury, Connecticut verlegt, nachdem er angeblich in einem Kampf mit einem anderen Häftling verwickelt war. Das neue Gefängnis verfügt laut Jaroschenko über eine noch weniger angemessene Gesundheitsversorgung. Außerdem dürfen Gefangene in Danbury von November bis März keine Spaziergänge unter freiem Himmel machen, was zu seiner abnehmenden Gesundheit beiträgt.

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Konstantin Jaroshenko war einst professioneller Zivilflugzeugpilot und arbeitete in verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents. Im Jahr 2010 ging er nach Liberia, um Arbeit zu suchen, wurde dort aber im Zuge eines DEA-Undercovereinsatzes verhaftet und heimlich unter Verletzung des Völkerrechts und des universellen diplomatischen Protokolls in die USA überführt.

Dem Piloten wurde vorgeworfen, eine große Ladung Kokain von Südamerika nach Liberia transportiert zu haben, und er wurde 2011 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Jaroshenko bekundete immer wieder seine Unschuld und erklärte, dass die Anklage gegen ihn auf Aussagen beruhe, die er aufgrund seines schlechten Verständnisses und seiner schlechten Englischkenntnisse gemacht habe.