
Rosatom-Chef appelliert an IAEA: Verantwortliche für Beschuss von Energodar beim Namen nennen

Der Generaldirektor des russischen staatlichen Energiekonzerns Rosatom, Alexei Lichatschow, hat am Rande des Östlichen Wirtschaftsforums im Fernen Osten dem Fernsehsender Rossija 24 ein Interview gegeben. Im Gespräch am Mittwoch forderte Lichatschow die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) dazu auf, ihr Schweigen zu brechen und öffentlich zu erklären, dass es Kiewer Kräfte sind, die das russische Kernkraftwerk Saporoschje in Energodar permanent unter Beschuss nehmen.
"Es ist Zeit, Klartext zu reden", forderte der Rosatom-Chef. "Nehmen wir etwa uns selbst unter Beschuss? Verhindern wir etwa selbst die Versorgung der Anlage mit Treibstoff?", fügte er hinzu.
Und weiter:
"Natürlich ist klar, wer schießt, es ist klar, wer die Treibstofflieferung verhindert, wer systematisch, Tag für Tag, die soziale Infrastruktur von Energodar zerstört. Und es ist klar, warum diese zerstört wird. Ziel ist es, dass die Menschen den Ort verlassen und es dem AKW dadurch an Personal mangelt. Nun, nennen Sie die Dinge beim Namen, nennen Sie die Verantwortlichen beim Namen!"

Der Rosatom-Chef hatte zuvor bereits dem Westen und der IAEA vorgeworfen, sich bezüglich der regelmäßigen ukrainischen Angriffe auf das AKW Saporoschje weitgehend in Schweigen zu hüllen. Dadurch werde Kiew zu einer weiteren Eskalation ermutigt, stellte Lichatschow klar. Er würdigte die Rolle der UN-Behörde bei der Lösung eines Großteils der Probleme, forderte sie jedoch auf, das Vorgehen der Ukraine öffentlich zu bewerten. Die Berichte der Organisation über das Ausmaß der Bedrohung spiegelten die Lage nicht vollständig wider, hieß es.
Michail Uljanow, Ständiger Vertreter der Russischen Föderation bei den Internationalen Organisationen in Wien, hat kürzlich in einem Interview beklagt, es gebe nach wie vor keinen praktischen Fortschritt im globalen Austausch über die Gewährleistung der Sicherheit der nuklearen Einrichtungen.
Laut dem Diplomaten fänden aktuell bei der IAEA und in den Vereinten Nationen keine substanziellen Diskussionen über zusätzliche Maßnahmen zum Schutz kerntechnischer Anlagen statt.
Das Östliche Wirtschaftsforum findet vom 1. bis 4. September in der Hafenstadt Wladiwostok im Fernen Osten statt.
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