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Fed lässt Leitzins unverändert – US-Anleiherenditen steigen auf 20-Jahres-Hoch

Die US-Notenbank hält den Leitzins trotz anhaltender Inflationsgefahr stabil. Innerhalb der US-Notenbank wächst der Streit über den richtigen Kurs im Kampf gegen die Inflation.
Fed lässt Leitzins unverändert – US-Anleiherenditen steigen auf 20-Jahres-Hoch

Die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen sind nach der Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen unverändert zu lassen, auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen. Dies unterstreicht die Sorgen der Märkte, dass die Fed den durch Donald Trumps Iran-Krieg ausgelösten Inflationsschock möglicherweise nicht eindämmen kann.

Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe stieg nach dem Fed-Beschluss am Mittwoch um 0,14 Prozentpunkte auf 5,23 Prozent. Dies spiegelt die Befürchtung der Anleger wider, dass stark steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs eine länger anhaltende Inflationsphase auslösen könnten. Das berichtet die Financial Times am Donnerstag.

Der Renditeanstieg war der stärkste seit den Marktverwerfungen nach Trumps Ankündigung des sogenannten "Liberation Day" im April 2025. Fed-Chef Kevin Warsh versicherte, die Notenbank werde im Kampf gegen die steigende Inflation in den USA nicht "nachlassen". Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve (FOMC) beließ den Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert bei 3,5 bis 3,75 Prozent.

Warsh argumentierte, dass der Anstieg der Anleiherenditen zwischen den Fed-Sitzungen im Juni und Juli die Geldpolitik faktisch bereits gestrafft habe. Die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, sowie Warshs Fokus auf die Bewegungen an den Finanzmärkten zwischen den Sitzungen verunsicherten einige Händler am weltgrößten Anleihemarkt.

"Warshs Antwort auf die Inflationsfrage heute schien zu lauten: Wir lassen den Markt unsere Arbeit für uns erledigen", sagte Lou Brien, Wirtschaftsstratege bei DRW Trading. "Das war dem Markt keine ausreichende Antwort."

Robert Sockin, Chefökonom für die USA bei PGIM, sagte: "Der größte Schwachpunkt der Pressekonferenz war, dass Warsh nicht erklärt hat, warum sie die Zinsen nicht angehoben haben." Er verwies darauf, dass der Anstieg der langfristigen Anleiherenditen ein "wirklicher Grund zur Sorge" sei, und fügte hinzu: "Sie [die Fed] werden befürchten, an Glaubwürdigkeit zu verlieren, und in den kommenden Wochen ihre restriktive Haltung noch verstärken."

Die US-Aktienmärkte gaben deutlich nach, da die steigenden Finanzierungskosten die Anleger belasteten. Der breite S&P 500 verlor 1,5 Prozent. Der technologieorientierte Nasdaq-100, der besonders empfindlich auf steigende Anleiherenditen reagiert, fiel um 2,1 Prozent.

Innerhalb der US-Notenbank wächst der Streit über den richtigen Kurs im Kampf gegen die Inflation. Drei FOMC-Mitglieder forderten am Mittwoch eine sofortige Zinserhöhung, während Fed-Chef Kevin Warsh die Zinsen unverändert ließ und betonte, die Fed werde an ihrem Inflationsziel festhalten. Die Märkte sorgen sich vor allem wegen steigender Energiepreise infolge des Iran-Kriegs und möglicher neuer Inflationsschübe. Der Anstieg der Ölpreise, Trumps Zölle und der KI-Boom verstärken den Preisdruck in der US-Wirtschaft.

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