
Milliardendeals mit Riad: Kanada vertieft Partnerschaft mit Saudi-Arabien

Der Besuch des kanadischen Premierministers Mark Carney in Saudi-Arabien ist der jüngste Versuch Kanadas, seine Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern und die Beziehungen zu den Golfstaaten auszubauen, analysierte Al-Monitor am Wochenende. Eine engere Zusammenarbeit mit dem Königreich könnte Kanada erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen.
Carney traf am Mittwochabend in Saudi-Arabien ein und wurde am Donnerstag in Dschidda bei einer offiziellen Zeremonie vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman empfangen.
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— SPAENG (@Spa_Eng) July 9, 2026
Anschließend führte Carney Gespräche mit einer Reihe hochrangiger Vertreter aus den Bereichen Verteidigung, Energie und Industrie. Dazu gehörten Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman, der Vorstandsvorsitzende des Ölkonzerns Aramco, Amin Nasser, Industrieminister Bandar al-Khorayef, der CEO des saudischen Bergbauunternehmens Maaden, Robert Wilt, sowie Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman.
Nach Angaben des Büros des Premierministers unterzeichneten beide Länder 13 Handelsabkommen und Absichtserklärungen im Gesamtwert von mehr als einer Milliarde kanadischer Dollar (rund 710 Millionen US-Dollar).

Kanada und Saudi-Arabien nahmen ihre diplomatischen Beziehungen im Jahr 2023 wieder auf, nachdem es zuvor zu einem Bruch gekommen war. Dieser begann 2018, als die kanadische Botschaft in Riad die Freilassung inhaftierter Frauenrechtsaktivistinnen im Königreich gefordert hatte.
Saudi-Arabien hatte darauf mit der Abberufung seines Botschafters, der Ausweisung des kanadischen Botschafters sowie einem Stopp neuer Handelsbeziehungen mit Kanada reagiert, wie Al-Monitor berichtet.
Thomas Juneau, Professor an der Graduate School of Public and International Affairs der Universität Ottawa, erklärte, Carneys Besuch in Saudi-Arabien sei Teil der Bemühungen Kanadas, "unsere Handels- und Sicherheitspartnerschaften über die USA hinaus zu diversifizieren". Hintergrund sei eine deutliche und rasche Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden nordamerikanischen Staaten, obwohl die USA weiterhin mit Abstand Kanadas wichtigster Handelspartner sind.
Die Beziehungen zwischen den USA und Kanada hatten sich erheblich verschlechtert, nachdem US-Präsident Donald Trump Anfang 2025 die Annexion Kanadas ins Spiel gebracht und Strafzölle gegen das Land verhängt hatte.
Der Besuch in Saudi-Arabien war bereits Carneys dritte Reise in die Golfregion seit seinem Amtsantritt. Zuvor hatte er im November 2025 die Vereinigten Arabischen Emirate und im Januar Katar besucht. Auch bei diesen Reisen standen die wirtschaftlichen Beziehungen im Mittelpunkt. Im vergangenen Monat führte Carney am Rande des G7-Gipfels zudem weitere Gespräche mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed.
Die kanadischen Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien legten nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahr 2023 deutlich zu. Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) war Saudi-Arabien im Zeitraum von 2021 bis 2025 der zweitgrößte Empfänger kanadischer Waffenexporte – nach der Ukraine und noch vor den Vereinigten Staaten.
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