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Ethische Zensur: KI-Entwickler stellen verstärkt Philosophen ein

Im KI-Bereich zeichnet sich neuer Trend ab: IT-Firmen werben Philosophen an und versprechen ihnen hohe Gehälter. Nachdem die herkömmliche Zensur für KI-Agenten gescheitert ist, versuchen IT-Giganten nun, ihre Geschöpfe anhand philosophischer Grundlagen zu trainieren.
Ethische Zensur: KI-Entwickler stellen verstärkt Philosophen einQuelle: Sputnik © RIA Nowosti

KI-Unternehmen sind zu den wichtigsten Arbeitgebern für Philosophen geworden, schreibt die Fachzeitschrift New Scientist unter Berufung auf Brancheninsider. So hat beispielsweise Aaron Kagan, Vorsitzender des Ausschusses für nichtakademische Karrieren der American Philosophical Association, die Stellenangebote untersucht, die Technologieunternehmen für Philosophen anbieten, und festgestellt, dass es davon tatsächlich sehr viele gibt. "Eine einfache Auswertung anhand von Schlüsselwörtern zeigt, dass 26,6 Prozent der Stellenanzeigen Begriffe wie KI-Ethik, Sicherheit, Ausgleich, Steuerung oder Richtlinien enthalten", so Kagan.

KI-Unternehmen sind zu den wichtigsten Arbeitgebern für Philosophen geworden, wie Professor Jonathan Birch von der London School of Economics and Political Science bestätigt. Sie bieten interessante Arbeit und hohe Gehälter – und nur wenige können dieser Versuchung widerstehen. Birch merkt an:

"Themen, die jahrzehntelang an philosophischen Lehrstühlen erforscht wurden – wie man rationale Entscheidungen trifft, wie man moralische Prinzipien systematisiert, was als Denken, Argumentation oder Selbstanalyse zu betrachten ist, was als Beweis für das Vorhandensein von Bewusstsein dient –, haben plötzlich einen enormen Wert für KI-Entwickler gewonnen. Daher ist der massive Abfluss von Fachkräften in diese Branche durchaus nachvollziehbar."

Eine der wichtigsten Aufgaben für Philosophen im Bereich der KI ist es, die Bereitstellung schädlicher Informationen – wie beispielsweise Anleitungen zum Bau von Bomben – zu unterbinden. Dabei wandten sich die IT-Giganten an die Philosophen, nachdem Versuche, eine herkömmliche Zensur für KI-Agenten einzuführen, gescheitert waren. Wie sich herausstellte, erwiesen sich Verbotsmethoden als ineffektiv – sie verschlechterten die Qualität der Antworten und ließen sich leicht umgehen. Und außerdem: Sobald den Modellen erlaubt wurde, eine Regel in einem Themenbereich zu verletzen, hielten sie sich auch in anderen Bereichen nicht mehr an die Einschränkungen.

Zu den weiteren Aufgaben der Philosophen im Bereich der KI gehören die Bekämpfung sogenannter Halluzinationen – wenn die KI, anstatt nach einer Antwort auf eine Frage zu suchen, zu fantasieren beginnt und falsche Antworten liefert –, die Steigerung der allgemeinen Effizienz sowie die Beseitigung eingebauter Vorurteile. Darüber hinaus hoffen die Entwickler von KI offenbar, mithilfe von Wissenschaftlern und Philosophen eine Antwort auf die Frage zu finden, ob KI-Modelle echte Anzeichen von Intelligenz aufweisen. Zu diesem Zweck werden Theorien zum menschlichen Bewusstsein auf neuronale Modelle angewendet, wie New Scientist schreibt.

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