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Medien: Japan will Wirtschaftsdelegation nach Russland entsenden

Die japanische Regierung erwägt den Besuch einer Delegation in Russland, heißt es in einem Bericht von "Kyodo". Auf der Tagesordnung stünden Wirtschaftsfragen, wie etwa Energielieferungen.
Medien: Japan will Wirtschaftsdelegation nach Russland entsendenQuelle: Sputnik © Sergei Krasnouchow

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo plant Japan, bereits im Mai dieses Jahres eine Wirtschaftsdelegation nach Russland zu entsenden. Laut Quellen forderte die japanische Regierung mindestens fünf große Handelshäuser – Mitsubishi Corp., Mitsui & Co., Itochu Corp., Sumitomo Corp. und Marubeni Corp. – sowie die Reederei Mitsui O.S.K. Lines zur Beteiligung auf.

Zu den Themen möglicher Gespräche zähle unter anderem die Beschaffung russischen Rohöls, führte Kyodo weiter aus. Die Frage gewinne angesichts der wachsenden Besorgnis über Energieimporte aus dem Nahen Osten infolge des Iran-Kriegs an Bedeutung. Man gehe zudem davon aus, dass japanische Unternehmen nach dem Ende des Ukraine-Kriegs ihre Geschäftstätigkeit in Russland vollständig wiederaufnehmen könnten.

Der Schritt könnte sich jedoch als kontrovers erweisen, da der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine andauere und die Wirtschaftssanktionen Japans und des Westens weiterhin bestünden. Ein namentlich nicht genannter Vertreter eines Handelshauses äußerte Bedenken, der Besuch könne sowohl im Inland als auch international Kritik hervorrufen, betonte die Nachrichtenagentur. Eine Quelle in Industriekreisen erklärte, dass Treffen mit russischen Regierungsbeamten und Unternehmensleitern wichtig wären, um die Verbindungen auf Mindestniveau aufrechtzuerhalten.

Mitsubishi Corp. und Mitsui & Co. sind bedeutende Anteilseigner des Öl- und Erdgasförderprojekts Sachalin II im russischen Fernen Osten, das vom staatlichen Energiekonzern Gazprom geleitet wird, erinnerte Kyodo. Obwohl das Projekt US-Sanktionen unterliegt, wurde Japan eine Ausnahmegenehmigung erteilt, die dem Land weiterhin Importe von Flüssigerdgas erlaubt. Mitsui O.S.K. Lines betreibt ihrerseits Eisbrecher-Tanker zum Transport von russischem LNG.

Seit 2022 hat Japan Sanktionen gegen Russland verhängt. Moskau reagierte darauf, indem es die Gespräche über einen Friedensvertrag mit Tokio aussetzte – ein Vertrag, der selbst rund 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer nicht geschlossen worden ist. Hintergrund ist der anhaltende Streit um die Südkurilen: Die Inselgruppe im Nordpazifik wurde am Ende des Krieges von der Sowjetunion besetzt, wird bis heute von Russland verwaltet und von Japan als "Nördliche Territorien" beansprucht. Ein Durchbruch in dem Konflikt ist weiterhin nicht in Sicht.

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