
Die USS Gerald R. Ford fällt für ein Jahr aus: Was ist mit Amerikas modernstem Flugzeugträger los?

Der atomgetriebene Flugzeugträger USS Gerald R. Ford, der modernste Flugzeugträger der US-Marine und das einzige Schiff seiner Klasse, liegt derzeit zur Reparatur und Wartung im kroatischen Hafen Split vor Anker. Medienberichten zufolge wird das Schiff dort bleiben, da die Reparaturen nach einem schweren Brand in der Wäscherei und einem verlängerten Einsatz 12 bis 14 Monate dauern könnten.

Die Ford, die im Mai 2017 mit jahrelanger Verspätung ausgeliefert wurde, war mit Kosten von 13,2 Milliarden US-Dollar das mit Abstand teuerste jemals gebaute amerikanische Kriegsschiff. Der jüngste längere Einsatz des Schiffes begann am 24. Juni und umfasste Kampfeinsätze während des US-Angriffs auf Venezuela zur Entführung von Präsident Nicolás Maduro sowie im laufenden US-israelischen Angriff auf Iran.
Der Flugzeugträger wurde Mitte März nach einem angeblich nicht kampfbedingten Brand überstürzt aus dem Nahen Osten abgezogen. Das Schiff ankerte kurzzeitig vor Kreta zur Schadensbegutachtung, bevor es zur Wartung nach Kroatien fuhr.
Brand in der Wäscherei?
Der Einsatz dauerte über 260 Tage und zählt zu den längsten Patrouillen eines Flugzeugträgers seit dem Vietnamkrieg. Er endete am 12. März, kurz nachdem das Schiff den Suezkanal passiert und das Rote Meer erreicht hatte. Laut offiziellen Angaben des US Central Command (CENTCOM) brach zu diesem Zeitpunkt "in der Wäscherei des Schiffes ein Feuer aus".
"Die Brandursache war nicht kampfbedingt, und das Feuer ist unter Kontrolle. Der Schiffsantrieb wurde nicht beschädigt, und der Flugzeugträger ist weiterhin voll einsatzfähig. Zwei Seeleute werden derzeit wegen nicht lebensbedrohlicher Verletzungen medizinisch behandelt und befinden sich in stabilem Zustand", erklärte das CENTCOM damals.
Der Vorfall löste zahlreiche Spekulationen aus. Das iranische Militär behauptete, die Wäscherei des Flugzeugträgers sei von kriegsmüden Besatzungsmitgliedern absichtlich in Brand gesetzt worden. Auch einige westliche Beobachter teilten diese Einschätzung.
Westliche Medien berichteten, das Feuer habe an Bord rund 30 Stunden lang gewütet, bevor es gelöscht werden konnte – länger als beim verheerenden Brand der USS Forrestal im Jahr 1967, der etwa 24 Stunden andauerte. Sollte dies zutreffen, wirft es Fragen zum Zustand der angeblich hochentwickelten Feuerlöschanlagen auf der USS Ford auf, insbesondere da der Brand der Forrestal durch die Explosion von auf dem Flugdeck gelagerter Munition und durch in die Abteile eindringenden Treibstoff verschlimmert wurde.
Mehr als 600 der fast 4.500 Seeleute, Techniker und Piloten verloren durch das Feuer ihre Kojen und mussten fortan auf Tischen und Fußböden schlafen, berichtete die New York Times unter Berufung auf anonyme Besatzungsmitglieder. Darüber hinaus konnte die Besatzung seit dem Brand keine Wäsche waschen; die Wäsche musste Berichten zufolge zum Waschen auf andere Schiffe geflogen werden.
Schadensbegutachtung
Bei seiner Ankunft in Kreta am vergangenen Wochenende wies der Flugzeugträger äußerlich keine Schäden auf, abgesehen von den deutlichen Verwitterungsspuren, die durch seinen langen weltweiten Einsatz entstanden waren.
Das Flugdeck des Schiffes wirkte jedoch ungewöhnlich voll mit Flugzeugen, was möglicherweise auf Probleme mit den internen Hangars und den Hebevorrichtungen hindeutet.

Eine aktuelle Einschätzung des Testbüros des Pentagons deutete darauf hin, dass sich das Militär einiger tieferliegender Probleme mit der Ford-Klasse bewusst war, aber selbst neun Jahre nach der Indienststellung des Schiffes verfügte es noch immer über "unzureichende Daten", um seine "Einsatztauglichkeit" zu bestimmen.

Der Bericht äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit wichtiger Systeme, darunter Radar, Start- und Landesysteme für Düsenflugzeuge sowie Hebemechanismen für Flugzeuge und Munition. Auch die allgemeine Einsatzfähigkeit des Schiffes im Falle von Kampfschäden wurde infragegestellt. Die Bewertung stellte außerdem fest, dass dem Schiff mindestens 159 Kojen fehlten, um die Besatzung angemessen unterzubringen. Dieses Problem könnte sich bei einer Verstärkung des Flugzeugträgergeschwaders durch weitere Flugzeuge noch verschärfen. Der Mangel an Schlafplätzen könne die Moral der Besatzung bei längeren Einsätzen negativ beeinflussen, so das Prüfbüro.
Probleme mit der Sanitäranlage
Vor dem Brand im Roten Meer war das mangelhafte Toilettensystem der Ford das bekannteste technische Problem. An Bord des hochmodernen Flugzeugträgers kam es wiederholt zu Fäkalienüberläufen.
Das Schiff ist bekannt für seine sogenannten "Öko-Toiletten", die auf einem Vakuum-Sammel-, Halte- und Transportsystem (VCHT) basieren, das ursprünglich aus der Kreuzfahrtindustrie stammt. Die Technologie erwies sich jedoch als nicht wirklich für die Marine geeignet, da sie anfällig für Verstopfungen war und einen hohen Wartungsaufwand erforderte.
Zahlreiche Fotos und Videos, die mutmaßlich an Bord des Schiffes aufgenommen wurden und online kursieren, zeigen Toiletten, die mit Fäkalien überquellen, trübes Wasser, das sich in den Abteilen ausbreitet, und unglückliche Matrosen, die im Latrinendienst versuchen, die Verschmutzung zu beseitigen.
Das Problem mit den Toiletten, von dem angeblich rund 600 Einheiten auf dem Schiff betroffen sind, besteht seit Jahren. Ein Bericht des Government Accountability Office aus dem Jahr 2020 wies darauf hin, dass das fehlerhafte System einen hohen täglichen Wartungsaufwand erforderte, um die engen Rohre zu reinigen. Jede notwendige "Säurespülung" des Systems, wenn es vollständig verstopft war, verursachte zusätzliche Kosten von 400.000 US-Dollar, anstatt umweltfreundlich und kostengünstig zu sein.
Welche weiterreichenden Auswirkungen hat das für die US-Marine?
Sollte die Ford monatelang außer Dienst bleiben, wird dies die US-Kampfgruppen zusätzlich belasten und wahrscheinlich zu längeren Einsätzen der älteren Flugzeugträger der Nimitz-Klasse führen. Die US-Marine verfügt derzeit über elf aktive Flugzeugträger, darunter die Ford, doch sind selten mehr als sechs gleichzeitig im Einsatz.
Das erste Schiff dieser älteren Baureihe, die USS Nimitz, befindet sich vermutlich auf ihrem letzten Einsatz, da sie planmäßig nächstes Jahr außer Dienst gestellt und durch die USS John F. Kennedy der Ford-Klasse ersetzt werden soll. Angesichts der wiederholten Verzögerungen und offensichtlichen Probleme mit der Ford-Klasse könnte die Außerdienststellung jedoch verschoben werden.
Ein weiteres Schiff der Nimitz-Klasse, die USS John C. Stennis, wird voraussichtlich den Großteil des Jahres im Hafen verbringen. Der Flugzeugträger wird seit 2021 einer umfassenden Überholung (RCOH) unterzogen, einem jahrelangen Prozess, der Milliarden von Dollar kostet. Die Generalüberholung der Stennis war ursprünglich für August letzten Jahres geplant, doch dieser Termin wurde verpasst und um 14 Monate verlängert.
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