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"Tickende Zeitbombe" vor Malta: Italien schlägt Alarm wegen russischem Tanker

Italien schlägt wegen des beschädigten russischen Tankers "Arctic Metagaz" vor Malta Alarm. In Rom ist von einer "tickenden Zeitbombe" die Rede. Bei einer Krisensitzung unter Meloni wird über die Gefahr für Küste und Umwelt beraten.
"Tickende Zeitbombe" vor Malta: Italien schlägt Alarm wegen russischem TankerQuelle: Gettyimages.ru © Marco Iacobucci/SOPA Images/LightRocket

Italien hat wegen des beschädigten russischen Gastankers "Arctic Metagaz" eine Krisensitzung einberufen. Das Schiff treibt derzeit vor der Küste Maltas. In Rom wächst die Sorge vor möglichen Folgen für Umwelt und Küstenregionen.

Nach Angaben des Senders CNN, der sich auf einen Vertreter des italienischen Außenministeriums beruft, wurde das Thema in einer Sondersitzung der Regierung unter Leitung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni behandelt. Italienische Behörden bezeichneten den Tanker dabei als "tickende Zeitbombe, gefüllt mit Gas".

Der Vorfall geht auf Anfang März zurück. Die unter russischer Flagge fahrende "Arctic Metagaz" transportierte Flüssigerdgas aus Murmansk, als sie im Mittelmeer angegriffen wurde. Laut russischen Angaben erfolgte die Attacke durch ukrainische Seedrohnen, die von der libyschen Küste aus gestartet worden sein sollen. Das Schiff geriet nahe den maltesischen Territorialgewässern in Brand. Alle 30 Besatzungsmitglieder, die russische Staatsbürger sind, konnten gerettet werden.

Obwohl sich der Angriff in internationalen Gewässern ereignete, befürchtet die italienische Regierung, dass der beschädigte Tanker durch Wind und Strömung an die eigene Küste getrieben werden könnte. Malta und Italien entsandten daher Schlepper und Spezialtechnik zur Bekämpfung einer möglichen Umweltverschmutzung und halten diese für einen Einsatz bereit.

Parallel dazu stellten die maltesischen Behörden ein spezialisiertes Bergungsteam zusammen. Dieses soll klären, ob das Schiff sicher in einen Hafen geschleppt werden kann oder ob es auf im offenen Meer versenkt werden muss.

Auch Umweltschützer warnen vor den möglichen Folgen. So erklärte der World Wide Fund for Nature (WWF), ein möglicher Austritt der Ladung könne "Brände, kryogene Wolken mit tödlichen Folgen für die Meeresfauna sowie eine großflächige und langanhaltende Verschmutzung von Wasser und Atmosphäre" verursachen.

Das russische Verkehrsministerium bezeichnete den Angriff als "Seepiraterie". In Moskau hieß es:

"Derartige kriminelle Handlungen, die unter Duldung von Behörden der EU-Mitgliedsstaaten begangen werden, dürfen von der internationalen Gemeinschaft nicht unbeachtet bleiben."

Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, sprach von einem "gezielten Schlag gegen ein ziviles Objekt". Dieser sei "potenziell mit schwerwiegenden Folgen verbunden", darunter mögliche Todesopfer und Umweltschäden.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte zudem, ein solcher ukrainischer Drohnenangriff schade letztlich Europa selbst und verschärfe die Lage auf den globalen Energiemärkten.

"Der Kiewer Staat beißt damit praktisch die Hand, aus der er frisst – nämlich die Hand der Europäischen Union."

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