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Tucker Carlson nach Interview in Tel Aviv festgehalten

Der US-Podcaster Tucker Carlson erklärte gegenüber der Daily Mail, dass er und seine Mitarbeiter nach einem aktuellen Interview mit dem US-Botschafter in Israel am Flughafen von Tel Aviv festgehalten wurden.
Tucker Carlson nach Interview in Tel Aviv festgehalten© Screenshot: YT/TuckerCarslon

Der US-Journalist und erfolgreiche Podcaster Tucker Carlson flog nach Israel, um in Tel Aviv den amtierenden US-Botschafter Mike Huckabee zu interviewen. Das Thema lautete "Israels Vertreibung von Christen aus dem Heiligen Land". Carlson berichtete der Daily Mail "exklusiv", dass israelische Beamte kurz nach dem Interview "seinen Reisepass beschlagnahmt und einen seiner Kollegen in einen Verhörraum gebracht" hätten.

Tucker Carlson wird seit Jahren für seine akribische Arbeit und Sorgfalt in der Vorbereitung seiner erfolgreichen Podcast-Interviews geschätzt, vor allem seit seinem Neuanfang nach dem Ende als Moderator des US-Senders Fox News. Für das aktuelle Interview, das heute auf YouTube veröffentlicht wurde, war Carlson mit Mitarbeitern nach Israel geflogen. 

Der US-Moderator traf sich in Tel Aviv mit US-Botschafter Mike Huckabee, der Carlson nach einem öffentlichen Online-Streit über die Behandlung von Christen in Israel aufgefordert hatte, direkt mit ihm ein längeres Interview zu führen. Carlson gilt dabei als unmissverständlicher Kritiker des Vorgehens der Netanjahu-Administration in Gaza und im Westjordanland. Dazu heißt es weiter im Daily Mail-Artikel zu den geschilderten Erlebnissen in Tel Aviv:

"Als Kritiker und proisraelische Aktivisten Carlson jedoch dafür attackierten, dass er den Flughafen während seines kurzen Besuchs angeblich nicht verlassen habe, gab er bekannt, dass er in dem Land im Nahen Osten auf Feindseligkeit gestoßen sei."

Der US-Moderator erklärte gegenüber der Daily Mail, dass im Anschluss an das Interview "Männer, die sich als Flughafen-Sicherheitsbeamte ausgaben", allen Beteiligten aus Carlsons Team die Reisepässe abnahmen, die "ausführenden Produzenten in einen Nebenraum zerrten und von ihnen wissen wollten, was wir mit Botschafter Huckabee besprochen hatten."

Die Jerusalem Post reagierte auf die Informationen mit einem Artikel, in dem es zu den Vorwürfen ergänzend heißt, dass Carlson während seines Besuchs den Flughafen Ben Gurion nicht verlassen hatte und das Interview mit Huckabee noch am Flughafen führte. Weiter schrieb die Jerusalem Post:

"Der Bericht deutete darauf hin, dass die Regierung ursprünglich vorhatte, Carlson die Einreise zu verweigern, dies aber nach Verhandlungen mit dem Team des US-Botschafters Mike Huckabee schließlich doch genehmigte."

Laut Daily Mail reagierte David Friedman, der ehemalige US-Botschafter in Israel während Trumps erster Amtszeit, mit Hohn auf Carlsons Erfahrungen:

"Schade, dass Tucker trotz so vieler Einladungen, so viele wunderbare Orte zu besuchen, am Flughafen geblieben ist. Eine riesige und offensichtlich absichtlich verpasste Gelegenheit."

Carlson veröffentlichte auf X lediglich ein Foto mit seinem Interviewpartner Huckabee am Flughafen von Tel Aviv.

Laut israelischen Medien hätten "zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen" bestätigt, dass die israelische Regierung Carlson zunächst nicht in das Land einreisen lassen wollte, "was zu heiklen Verhandlungen unter Beteiligung des Außenministeriums führte". Letztendlich entschied sich die Netanjahu-Administration dann laut einem Bericht von Channel 13, Carlson nicht die Einreise zu verweigern, um einen "diplomatischen Zwischenfall" zu vermeiden.

Ein Sprecher der US-Botschaft in Israel bestritt laut Daily Mail, dass Carlson festgehalten worden sei, und behauptete, Carlson und sein Team hätten lediglich "die gleichen Fragen bei der Passkontrolle gestellt bekommen, die unzählige Besucher Israels, darunter Botschafter Huckabee und andere Diplomaten, im Rahmen der normalen Ein- und Ausreise aus Israel erhalten".

Es sei zudem nicht richtig wiedergegeben, dass Israel den Journalisten "nur für das Interview in das Land lassen wollte", fügte der Vertreter hinzu. Abschließend heißt es:

"Die einzige Absprache, die die Botschaft mit Israel bezüglich seines Besuchs hatte, war die Koordination der Landung seines Privatflugzeugs, um einen reibungslosen Ablauf des Besuchs zu gewährleisten. Es war Tucker, der sich dafür entschieden hat, nur für ein paar Stunden ins Land zu kommen und wieder abzureisen. Und Tucker wurde genauso positiv behandelt wie alle anderen Besucher Israels."

Laut Kommentar der Jerusalem Post würde sich Tucker Carlson "zunehmend als führender Kritiker der US-Politik gegenüber Israel und dem 'christlichen Zionismus' positionieren" ‒ dies in Verbindung mit einer Rhetorik, "die bei den Mainstream-Republikanern und proisraelischen Konservativen auf Ablehnung stößt".

Die Daily Mail hat das Weiße Haus und das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort steht bislang aus.

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