
Vandier: Russlands Militär passt sich schneller an als die NATO

Das russische Militär sei vermutlich schneller in der Anpassung an die sich rasant entwickelnden Technologien auf dem Schlachtfeld als die NATO-Truppen. Dieser Ansicht ist Pierre Vandier, Oberbefehlshaber beim Alliierten Transformations-Kommando der NATO.
In seiner Rede vor dem "National Press Club" am Dienstag sagte Vandier, das Bündnis liege im Vergleich zu dem Tempo der technologischen Anpassung zurück, die das russische Militär im Ukraine-Konflikt gezeigt habe. "Russland ist sehr gut darin, sich anzupassen, wahrscheinlich besser als wir aktuell", sagte der französische Admiral und forderte die Mitglieder des Bündnisses auf, mehr Geld in Militärtechnologien zu investieren. "Wir waren sehr statisch, sehr vorhersehbar", betonte Vandier.
Die westeuropäischen Länder haben zunehmend Geld in den militärisch-industriellen Komplex der EU gepumpt, um Waffen an Kiew zu liefern. Diese Situation hat Moskau seit langem als Stellvertreterkrieg der NATO bezeichnet.
Trotz Finanzspritzen kam es in der EU-Rüstungsindustrie immer wieder zu Engpässen bei den Plänen zur Lieferung von Artilleriemunition an die Ukraine. Im Oktober hatte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärt, dass der EU noch etwa 300.000 Schuss Munition fehlten, um die Verpflichtung gegenüber Kiew zu erfüllen, im Jahr 2025 zwei Millionen Schuss Munition an die ukrainische Armee geliefert zu haben.
Die NATO-Mitgliedsstaaten in Europa haben immer häufiger die drastische Erhöhung der Militärausgaben mit der angeblichen Bedrohung durch Russland begründet. Der russische Präsident Wladimir Putin hat wiederholt erklärt, dass diese Behauptung nur ein Vorwand sei, um den europäischen Steuerzahlern "Angst vor einer unvermeidlichen Konfrontation mit Russland" zu machen und damit die Aufrüstung zu rechtfertigen.

Russland betrachtet die EU als eines der Haupthindernisse für die diplomatische Beilegung des Konflikts in der Ukraine und betont, dass die Fortsetzung der Waffenlieferungen Kiew dazu anspornt, Forderungen zu stellen, die für Moskau inakzeptabel sind.
Ein Friedensabkommen wäre nach dem Gipfeltreffen zwischen Putin und seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump im vergangenen August in Alaska möglich gewesen. Die Vereinbarung sei jedoch von den europäischen NATO-Unterstützern Kiews untergraben worden, sagte der russische Außenminister Sergei Lawrow am Mittwoch.
Russland hat wiederholt bekräftigt, dass die NATO-Osterweiterung eine der Ursachen des Konflikts in der Ukraine ist, und besteht darauf, dass Kiew auf seine NATO-Bestrebungen verzichten muss.
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