
Paris durchsucht Büros von Elon Musks X wegen möglicher algorithmischer Verzerrungen

Französische Ermittler haben am Dienstag die Büros von Elon Musks Social-Media-Plattform X in Paris durchsucht. Die Aktion ist Teil einer laufenden Untersuchung der Pariser Staatsanwaltschaft, die im Januar 2025 eingeleitet wurde. Die Abteilung für Cyberkriminalität führt die Durchsuchungen in Zusammenarbeit mit Europol und der französischen Polizei durch.
Auslöser der Ermittlungen war eine Anzeige eines französischen Abgeordneten. Dieser hatte den Verdacht geäußert, dass die Algorithmen von X Inhalte systematisch verzerren könnten, wodurch die Funktionsweise des automatisierten Datenverarbeitungssystems beeinträchtigt würde.
Die französischen Behörden prüfen, ob dies einen Verstoß gegen das Gesetz darstellt, das die gezielte Manipulation automatisierter Systeme unter Strafe stellt.

Die Untersuchung richtet sich gegen die Plattform X als Unternehmen. Einzelne Verantwortliche wurden bislang nicht angeklagt. Vorladungen für freiwillige Anhörungen wurden an Elon Musk und die frühere X-Chefin Linda Yaccarino verschickt. Diese sollen am 20. April 2026 in Paris stattfinden. Weitere Mitarbeiter der Plattform werden in der Woche vom 20. bis 24. April als Zeugen befragt.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht nicht die Veröffentlichung einzelner Beiträge, sondern die technische Gestaltung des Algorithmus selbst. X wiederum hat sich bislang nicht öffentlich zu der Razzia geäußert. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen Ermittlungen als Angriff auf die Meinungsfreiheit bezeichnet.
Die Plattform steht in Europa schon länger unter Beobachtung. Die französische Medienaufsicht Arcom hatte im Januar Beschwerden bei der EU-Kommission eingereicht und X vorgeworfen, Empfehlungsalgorithmen manipuliert zu haben.
Zudem untersucht die EU-Kommission seit Dezember 2023 mögliche Verstöße gegen den Digital Services Act, insbesondere im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Desinformation.
Nach der Razzia in den Pariser Büros von X reagierten Vertreter der Tech-Branche und führende Social-Media-Chefs umgehend. Unter anderem kommentierte Telegram-Gründer Pawel Durow die Vorgänge scharf:
"Die französische Polizei durchsucht gerade das Büro von X in Paris. Frankreich ist das einzige Land der Welt, das alle sozialen Netzwerke kriminalrechtlich verfolgt, die den Menschen auch nur einen gewissen Grad an Freiheit geben (Telegram, X, TikTok…). Lassen Sie sich nicht täuschen: Dies ist kein freies Land."
French police is currently raiding X’s office in Paris. France is the only country in the world that is criminally persecuting all social networks that give people some degree of freedom (Telegram, X, TikTok…). Don’t be mistaken: this is not a free country.
— Pavel Durov (@durov) February 3, 2026
Elon Musk hatte das Netzwerk X im Oktober 2022 für rund 44 Milliarden Dollar übernommen. Die Razzia in Paris markiert den jüngsten Schritt der französischen Behörden, die Einhaltung nationaler Gesetze durch internationale Tech-Plattformen zu überprüfen.
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