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Lawrow: Ukraine ist geopolitisches Projekt mit dem Ziel, Russland zu zerstören

Seit Jahrhunderten habe der Westen Schritte unternommen, um Russland zu schwächen, erklärte der Außenminister Sergei Lawrow. Die Ukraine sei nur Teil dieser Politik. Das Land werde instrumentalisiert, um eine Sicherheitsbedrohung an der russischen Grenze zu schaffen.  
Lawrow: Ukraine ist geopolitisches Projekt mit dem Ziel, Russland zu zerstörenQuelle: Sputnik © Juri Kotschetkow

Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat am Donnerstag dem türkischen Fernsehsender TGRT und der Zeitung Türkiye ein Interview gegeben. Der Spitzendiplomat äußerte sich zu einer Reihe politischer Themen, darunter auch zum Konflikt in der Ukraine.

Ob Moskau diese Krise als einen umfassenderen Konflikt zwischen Russland und dem Westen betrachtet, wurde Lawrow gefragt. "Die Antwort lautet: Ja", erklärte der russische Außenminister.

Hierbei führte Lawrow aus:

"Die Ukraine ist ein Spielball, ein Werkzeug, das der Westen benutzte, um direkt an den Grenzen der Russischen Föderation einen Brückenkopf zu errichten und so unsere Sicherheit unmittelbar zu bedrohen."

Die westlichen Länder hätten mit den entsprechenden Aktivitäten unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine 1991 begonnen, fügte Lawrow hinzu. Und hinter dem ersten Maidan 2004 hätten vor allem die Europäer, aber natürlich auch die US-Amerikaner gestanden.

Damals setzte sich Viktor Juschtschenko in der dritten Runde der Präsidentschaftswahlen durch. In einem Interview mit dem US-Journalisten Tucker Carlson bezeichnete Russlands Präsident Wladimir Putin Juschtschenkos Wahlsieg als Staatsstreich.

Lawrow wörtlich im Interview:

"Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie der damalige belgische Außenminister vor der dritten illegalen Wahlrunde erklärte, die Ukrainer müssten sich entscheiden, auf wessen Seite sie stünden: auf der Seite des Westens oder Russlands, auf der Seite Europas oder Russlands."

Es sei offensichtlich, dass es sich hier nicht um irgendwelche zufällige Ereignisse oder einen internen Konflikt zwischen zwei Nachbarländern handele, setzte der russische Außenminister fort.

"Es geht um ein geopolitisches Projekt, das der Westen über Jahrhunderte hinweg immer wieder unternommen hat, um unser Land zu schwächen und zu zerstören."

Lawrow sprach von einer im Voraus geplanten westlichen "Schlacht", die unter anderem von den USA finanziert würde. Wie die ehemalige stellvertretende US-Außenministerin Victoria Nuland zugab, hätten die USA fünf Milliarden US-Dollar für die Vorbereitung der Ukraine auf einen Putsch und die Umwandlung des Landes in ein "antirussisches Projekt" ausgegeben.

Der Westen betrachtete Russland natürlich als Konkurrenten auf der Weltbühne, so Lawrow. Man hoffte, dass das Land, wie die Sowjetunion, ebenfalls zusammenbrechen würde. "Dafür gibt es zahlreiche Belege. Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich wiederholt dazu geäußert", meinte der Spitzendiplomat.

Die wahren Absichten des Westens seien nicht verschwunden, betonte Lawrow weiter. In ihrer Politik setzten die westlichen Länder auf das Naziregime in Kiew, das alles Russische per Gesetz zerstören wolle. Dazu gehöre auch das Verbot der kanonischen orthodoxen Kirche.

Darüber hinaus habe das Kiewer Regime alle Denkmäler zerstören lassen, die an den gemeinsamen Sieg im Großen Vaterländischen Krieg erinnert haben. Die Nazi-Kollaborateure Stepan Bandera und Roman Schuchewitsch und weitere vom Nürnberger Tribunal verurteilte Kriegsverbrecher würden hingegen verherrlicht.

"Man sagt, das Problem liege im Gebiet. Das Problem ist aber nicht die Gebiete, sondern das Naziregime, das alles Russische zerstören und auslöschen will – etwas, das das russische Volk in diesen Gebieten seit Jahrhunderten gestärkt hat."

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