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IWF bereitet sich auf weltweite Flucht aus US-Dollar vor

Der Internationale Währungsfonds bereitet auch Szenarien vor, Vermögenswerte in US-Dollar schnell zu verkaufen. Das erklärte IWF-Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa am Montag. Seit Donald Trumps Amtsübernahme hat der US-Dollar gegenüber dem Euro zwölf Prozent an Wert verloren.
IWF bereitet sich auf weltweite Flucht aus US-Dollar vor© Urheberrechtlich geschützt

Bei einer Veranstaltung des Brüsseler Thinktanks Bruegel wurde die Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, gefragt, ob die vom IWF vorbereiteten Szenarien auch einen möglichen Ausverkauf von US-Dollar-Vermögenswerten beinhalten. Georgiewa erklärte:

"Beim Fonds bauen wir unter anderem unsere Fähigkeit aus, hypothetische Szenarien von unvorstellbaren Ereignissen zu entwerfen und dann zu überlegen, was zu tun ist."

Der Fonds würde dabei "alle möglichen Szenarien" durchspielen. Die Frage nach einem Ausverkauf von US-Dollar-Vermögen würde im Rahmen von laufenden Analysen untersucht. Die EU sollte mehr gemeinsame Staatsanleihen ausgeben, um Anlegern eine Alternative zu Gold und US-Staatsanleihen als sichere Anlage zu bieten, empfahl die geschäftsführende IWF-Direktorin.

Ihre Äußerungen kämen zu einem Zeitpunkt, an dem US-Präsident Donald Trumps Zollpolitik und seine Angriffe auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve bei Anlegern "tiefe Unsicherheit" über den Status des Dollars ausgelöst habe, kommentierte Euractiv die Antwort der IWF-Chefin am Montag. Schließlich habe der Dollar die globale Finanzwelt seit dem Zweiten Weltkrieg dominiert.  

Auch das Wirtschaftsportal investingLive bewertete ihre Äußerungen. Zum sinkenden Wert des US-Dollars hieß es dort am Dienstag: Seit Trumps Amtsübernahme hat der US-Dollar gegenüber einem Korb wichtiger Währungen mehr als neun Prozent und gegenüber dem Euro fast zwölf Prozent an Wert verloren. Dies führte zu Zweifeln an der Sicherheit des Dollars und zu vermehrten Goldkäufen. Gold hat mit 5.100 Dollar pro Unze einen Rekordwert erreicht.

Laut Aussage der IWF-Chefin seien bereits seit Längerem Diversifizierungstendenzen bei Anlegern zu beobachten. Im Jahre 2001 habe der Anteil des US-Dollars an globalen Devisenreserven noch 72 Prozent betragen. Dieser Anteil sei inzwischen auf 57 Prozent gesunken. Gleichzeitig würden die BRICS-Staaten aktiv eine Entdollarisierung vorantreiben. Trotz des derzeitigen Drucks betonte Georgiewa, dass der Status des Dollars als Reservewährung weiterhin durch die Tiefe und Liquidität der US-Kapitalmärkte gestützt werde.

Georgiewa teilte über das Treffen in Brüssel auf ihrem X-Account unter anderem mit:

"Hatte ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit @jzettelmeyer bei @Bruegel_org. Von der Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft, die nicht als selbstverständlich angesehen werden sollte, über die Herausforderungen Europas bis hin zu den Auswirkungen der KI auf Arbeitsplätze haben wir die Kräfte des Wandels analysiert und die politischen Entscheidungsträger dazu aufgefordert, Flexibilität zu zeigen."

Mehr zum Thema – Wie die BRICS-Staaten dem US-Dollar-System einen strukturellen Schock versetzen könnten

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