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Grönland-Zölle: Märkte reagieren positiv auf Trumps Rücknahme

Trump kündigte in Davos an, dass die für Februar geplanten EU-Strafzölle nicht umgesetzt werden. Das Abkommen mit NATO-Generalsekretär Rutte über Grönland umfasst keinen Eigentumsanspruch, stärkt US-Militärpräsenz und Mitspracherecht bei Investitionen. Die Märkte reagierten mit deutlichen Kursgewinnen.
Grönland-Zölle: Märkte reagieren positiv auf Trumps RücknahmeQuelle: Gettyimages.ru © Michael M. Santiago

US-Präsident Donald Trump hat überraschend angekündigt, dass die für den 1. Februar geplanten Strafzölle auf europäische Staaten nicht umgesetzt werden.

Die Entscheidung fiel nach Gesprächen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Davos und markiert den Rahmen für ein Abkommen über Grönland und die gesamte Arktisregion. Eigentumsansprüche an der Insel spielen dabei keine Rolle.

Die Börsen reagierten umgehend: Futures auf den Dow Jones stiegen um 0,22 Prozent, S&P-500-Futures um 0,43 Prozent und Nasdaq-100-Futures um 0,67 Prozent.

Im regulären Handel legten S&P 500 und Nasdaq Composite jeweils rund 1,2 Prozent zu, der Dow Jones ebenfalls 1,2 Prozent. Analysten führen die Kursgewinne auf die Beruhigung geopolitischer Unsicherheiten zurück.

Die Einigung umfasst mehrere Elemente:

  • Keine neuen Zölle auf europäische Staaten.

  • Anpassung des Stationierungsvertrags von 1951 für das US-Militär auf Grönland, inklusive Ausbau mehrerer Stützpunkte und eines Raketenabwehrsystems "Golden Dome".

  • Mitspracherecht der USA bei Investitionen auf Grönland.

  • Verstärktes Engagement europäischer NATO-Staaten in der Arktis.

Trump bezeichnete die Vereinbarung als "sehr guten Deal für alle" und betonte, dass die USA dadurch ihre Ziele in der Region erreichen würden.

Die weiteren Verhandlungen sollen von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und dem Sondergesandten Steve Witkoff geführt werden.

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen zeigte sich zurückhaltend. Entscheidend sei die Wahrung der Integrität und Souveränität des Königreichs Dänemark sowie das Selbstbestimmungsrecht des grönländischen Volkes, erklärte er.

Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil mahnte zur Vorsicht: Es müsse abgewartet werden, welche konkreten Vereinbarungen tatsächlich getroffen worden seien.

Die Entspannung im Grönland-Streit wirkt sich bereits auf die europäischen Märkte aus. Der DAX startete am Donnerstag mit einem Plus von 360 Punkten oder 1,5 Prozent bei 24.929 Zählern.

Analysten führen die gute Stimmung auf die reduzierte geopolitische Unsicherheit zurück. Zuvor hatte der DAX nach starken Einbußen die Tagesverluste eingrenzen können und bei 24.561 Punkten geschlossen.

Marktbeobachter warnen jedoch vor zu großer Euphorie. Ob das Grönland-Thema dauerhaft zur Zufriedenheit aller gelöst werden könne, bleibe unklar, betonen Experten.

Zusätzlich richten Investoren ihr Augenmerk auf die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine sowie auf die Veröffentlichung der Protokolle der Europäischen Zentralbank zur jüngsten Zinssitzung.

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