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Nach Vorbild britischer Stützpunkte auf Zypern: Militärbasen auf Grönland sollen an USA übergehen

Die USA sollen die Hoheit über die Militärbasen auf Grönland erhalten – nach dem Vorbild der britischen Einrichtungen auf Zypern. Trump kündigte an, dass weitere Gespräche über die Errichtung des geplanten Raketenabwehrsystems "Golden Dome" auf der Insel stattfinden werden.
Nach Vorbild britischer Stützpunkte auf Zypern: Militärbasen auf Grönland sollen an USA übergehen

Donald Trump hat seine angekündigten Strafzölle gegen acht europäische Staaten, darunter Deutschland, zurückgenommen. Wie die FAZ erfahren hat, wurde bezüglich Grönland offenbar ein Deal zwischen Europäern und Amerikanern erzielt.

Aus NATO-Kreisen hieß es am Abend, dass NATO-Chef Mark Rutte einen Vorschlag ins Spiel gebracht habe, der neben der Einrichtung einer neuen Überwachungsmission der Allianz im hohen Norden auch die Übernahme von Militärbasen in Grönland durch die USA vorsehe. Wie die FAZ aus zwei Quellen aus NATO-Kreisen erfuhr, orientiert sich dieser Plan am Vorbild der britischen Militärbasen auf Zypern.

Die Regierung in London verfügt dort über die beiden Luftwaffenstützpunkte Akrotiri und Dhekelia, die zum britischen Staatsgebiet gehören. Diese Gebiete verblieben beim Vereinigten Königreich, als die Kolonie Zypern im Jahr 1960 in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Ihr Status ist in dem Vertrag geregelt, mit dem die Republik Zypern gegründet wurde.

Die beiden Militärstützpunkte werden als britisches Überseegebiet geführt, stehen als "Sovereign Base Areas" unter der Verwaltung des britischen Verteidigungsministeriums. Sie dürfen ausschließlich für militärische Zwecke genutzt und nicht wirtschaftlich ausgebeutet werden. Und sie sind kein eigener Staat.

NATO-Chef Rutte hatte den Plan bereits mit dem dänischen Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und der grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel erörtert, wie es in NATO-Kreisen heißt. Das Gespräch sei "gut verlaufen".

Grundsätzlich haben sich die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk dafür offen gezeigt, dass Washington seine militärische Präsenz wieder erhöht.

Trump kündigte an, dass weitere Gespräche über die Errichtung des geplanten Raketenabwehrsystems "Golden Dome" stattfinden werden. Mit den weiteren Verhandlungen über ein Abkommen zu Grönland beauftragte er Vizepräsident J. D. Vance, Außenminister Marco Rubio und den Sonderbeauftragten Steve Witkoff. US-Präsident Trump hat gestern in Davos die angedrohten Zölle gegen Europa zurückgezogen. Zudem hat er militärische Gewaltanwendung gegen Grönland ausgeschlossen.

Mehr zum Thema ‒ Rutte versucht es mit Schmeicheln: Trump veröffentlicht Privatnachricht des NATO-Chefs

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