
Im Streit um Grönland: US-Finanzminister warnt EU vor übereilten Reaktionen

Im Streit um Grönland hat der US-Finanzminister Scott Bessent die EU-Staaten vor übereilten Reaktionen gewarnt. "Nach dem 'Liberation Day' im vergangenen Jahr habe ich jedem gesagt: Setzt euch hin, vergeltet nicht", sagte Bessent auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos und bezog sich dabei auf Trumps Zollinitiative im vergangenen Jahr. Er fragte: "Warum muss man so schnell antworten?" "Der Präsident ist morgen hier", sagte Bessent mit Blick auf den für Mittwoch geplanten Auftritt Donald Trumps in Davos.
Gleichzeitig unterstrich Bessent die Forderung des US-Präsidenten, Grönland in die USA einzugliedern. "Der Präsident ist der Meinung, dass wir unsere nationale Sicherheit nicht outsourcen sollten", sagte er auf dem Weltwirtschaftsforum.

Den USA reichen laut Bessent auch neue Verhandlungen mit den NATO-Staaten über die Sicherheit in der Arktis nicht aus. Er erinnerte an die Insel Diego Garcia im Indischen Ozean, auf der sich eine US-Luftwaffenbasis befindet. Die Insel wird gelegentlich auch als "unsinkbarer Flugzeugträger" bezeichnet. Großbritannien denkt derzeit darüber nach, die Insel an Mauritius zurückzugeben. Trump hat diesen Plan in den vergangenen Tagen bereits als "Akt größter Dummheit" kritisiert.
Bei einer Pressekonferenz hat der US-Präsident seine Drohungen bekräftigt, Grönland mit allen Mitteln annektieren zu wollen. Laut New York Times wurde Trump von Reportern gefragt, wie weit er in der Grönland-Frage bereit wäre zu gehen. Er soll geantwortet haben: "Das werdet ihr noch herausfinden." "Wir haben viele Treffen zu Grönland geplant", sagte Trump über das Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz, an dem er am Mittwoch teilnehmen sollte.
Er fügte hinzu: "Ich denke, dass alles ziemlich gut laufen wird." Zudem deutete er an, dass seine Bemühungen, mehr Territorium zu erwerben, möglicherweise noch nicht beendet sind.
Trump wurde auch zu seinen früheren Drohungen befragt, die Kontrolle über den Panamakanal zu übernehmen.
Europa erwägt derzeit bereits mögliche Gegenzölle, nachdem die USA wegen des Streits um Grönland Zölle in Höhe von zehn Prozent auf EU-Waren verhängt haben: In dieser Woche steht im Europaparlament eine Abstimmung über die bereits vor Monaten zwischen der EU und den USA ausgehandelte Zollvereinbarung an, die für die USA sehr günstige Bedingungen brächte. Demnach soll der US-Zoll von 15 Prozent für die meisten europäischen Produkte gelten. Zölle auf US-Industriegüter dagegen sollen vollständig abgeschafft werden und Barrieren für den Import von bestimmten Lebensmitteln fallen. Nach den jüngsten Drohungen aus Washington gilt ein Beschluss hierzu als unwahrscheinlich.
Im Zuge der Eskalation um Grönland sprach der deutsche Kanzler Friedrich Merz erneut davon, dass Europa jetzt besonnen bleiben und den Streit mit den USA nicht weiter eskalieren müsse.
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