
Lettlands Zentralbank warnt vor Russland – Notfallplan liegt bereit

Die Europäische Union befinde sich bereits "im Kriegszustand" mit Russland und obwohl sich der Konflikt "physisch" nicht auf dem Gebiet der Eurozone entwickle, sollten sich die Finanzsysteme auf eine mögliche Eskalation vorbereiten. Dies behauptete der Chef der lettischen Zentralbank (Latvijas Banka), Mārtiņš Kazāks, in einem Interview mit der Financial Times:
"Es ist naiv zu glauben, dass wir uns nicht im Kriegszustand befinden. […] Wir müssen standhaft sein, um das zu bewältigen."
Der Zentralbank-Chef verwies dabei auf Cyberangriffe auf europäische Ressourcen, die Sprengung von Kabeln und das Auftauchen von Drohnen in der Nähe von Flughäfen und Militärstützpunkten in EU-Ländern. Moskau bestritt jede Beteiligung an solchen Vorfällen.
Laut Kazāks habe die lettische Zentralbank in den letzten vier bis sechs Jahren an "verschiedenen Fragen der Notfallplanung" gearbeitet, darunter Überschwemmungen, Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel und Szenarien im Zusammenhang mit dem "Risiko eines russischen Angriffs".

Kazāks erklärte, dass ein militärischer Konflikt auf dem Gebiet eines Landes, das zur Eurozone gehöre, zu "Problemen mit der Finanzstabilität" und im Bankensystem sowie zu Bedenken hinsichtlich der Zulässigkeit der Verschuldung führen könne. Seiner Meinung nach könnte die Europäische Union diese Risiken jedoch verringern, indem sie die Ukraine unterstütze und ihre eigenen Streitkräfte stärke, "um Russland klarzumachen", dass jeder Angriff "ein so hohes Risiko darstellt", dass es sich nicht lohne, "auch nur daran zu denken".
Einer der Schwerpunkte der von der lettischen Zentralbank entwickelten Maßnahmen sei die Gewährleistung der ständigen Verfügbarkeit von Bargeld und digitalen Zahlungen im Krisenfall, wodurch die Geschäftsbanken verpflichtet seien, Netze "kritisch wichtiger" Geldautomaten zu betreiben, darunter auch die Ausstattung einiger mit eigenen Stromgeneratoren, hieß es.
Außerdem sei in Lettland ein System für "autonome Zahlungen mit physischen Karten" in Apotheken, Tankstellen und Einzelhandelsgeschäften entwickelt. In vielen Fällen "sind wir die Besten unserer Klasse, und andere Länder übernehmen unsere Lösungen", hob Kazāks hervor.
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