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Trump droht wegen Grönland mit Zöllen – EU sucht gemeinsame Haltung

Im Konflikt um Grönland kündigt Trump Zölle gegen acht europäische Staaten an. Die EU berät heute über eine gemeinsame Reaktion. Im Gegensatz zu anderen EU-Regierungschefs hat sich Bundeskanzler Merz zu Trumps Schritt zunächst nicht geäußert.
Trump droht wegen Grönland mit Zöllen – EU sucht gemeinsame Haltung

Nach der Zollandrohung von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten im Grönland-Konflikt ringt die Europäische Union nun um eine schnelle Reaktion. In einer Krisensitzung kommen heute Nachmittag in Brüssel die Vertreter der EU-Staaten auf Botschafterebene zusammen. Ob dabei mögliche Gegenmaßnahmen besprochen werden, blieb zunächst unklar.

In einem beispiellosen Schritt kündigte Trump bereits am Samstag unter Verweis auf den Konflikt um Grönland an, ab Februar zusätzliche Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten zu erheben – allesamt NATO-Mitglieder. Die gestaffelten Strafzölle sollen so lange in Kraft bleiben, bis ein Abkommen über den vollständigen Erwerb der Arktisinsel erzielt ist, schrieb Trump auf Truth Social.

Bereits vorab hatten die EU-Spitzen gewarnt, dass Zölle die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine gefährliche Abwärtsspirale riskieren würden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa betonten in den sozialen Netzwerken zudem: "Europa wird weiterhin geeint und koordiniert vorgehen und sich für die Wahrung seiner Souveränität einsetzen."

Auch der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron wiesen die Drohungen als inakzeptabel zurück. Macron fügte hinzu, die EU verfüge über "robuste Instrumente, um auf diese Praktiken zu reagieren und ihre Unternehmen zu schützen".

Anders als andere EU-Regierungschefs äußerte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zunächst nicht dazu. Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend. Man wolle sich mit den europäischen Partnern abstimmen, so der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius. "Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden."

Der US-Präsident hat wiederholt deutlich gemacht, dass die USA die Insel annektieren wollen – was die europäischen NATO-Partner vehement ablehnen. Trumps Darstellung zufolge würden ansonsten Russland oder China die Insel "übernehmen". Grönland ist weitgehend autonom und gehört zum Staatsgebiet des NATO-Mitglieds Dänemark.

Die EU und die USA hatten sich im vergangenen Jahr auf einen Deal verständigt. Demnach soll der US-Zoll für die meisten europäischen Produkte bei 15 Prozent liegen. Zölle auf US-Industriegüter sollen dagegen vollständig abgeschafft werden.

Inzwischen regt sich im US-Kongress in Washington Widerstand gegen Trumps Zollandrohung. So kündigte der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, an, die angedrohten Zölle stoppen zu wollen. "Die Demokraten im Senat werden ein Gesetz einbringen, um diese Zölle zu blockieren, bevor sie der amerikanischen Wirtschaft und unseren Verbündeten in Europa weiteren Schaden zufügen", teilte Schumer mit.

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