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Energiekrise: Klitschko ruft Einwohner zum Verlassen Kiews auf

Kiews Bürgermeister Klitschko forderte die Einwohner Kiews auf, die Stadt, wenn möglich, zu verlassen. Seinen Worten zufolge erlebe Kiew die schwerste Energiekrise der letzten vier Jahre. Die Stadt verfügt nur über die Hälfte der benötigten 1.700 Megawatt Strom.
Energiekrise: Klitschko ruft Einwohner zum Verlassen Kiews aufQuelle: Gettyimages.ru © Danylo Dubchak/Frontliner

Der Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, hat in einem Interview mit Reuters die Einwohner der Hauptstadt aufgerufen, diese nach Möglichkeit zu verlassen, um die Belastung der Infrastruktur zu verringern. Seinen Angaben zufolge benötigt Kiew 1.700 Megawatt Strom, um die Versorgung der 3,6 Millionen Einwohner sicherzustellen. Die aktuelle Energiekrise sei laut dem Bürgermeister das schwierigste Problem für die Hauptstadt seit fast vier Jahren – seit Februar 2022. Klitschko weiter:

"Zum ersten Mal in der Geschichte unserer Stadt blieb bei solch starken Frosttemperaturen ein Großteil der Stadt ohne Heizung und mit einem enormen Stromdefizit."

Klitschko fügte hinzu, dass einige Einwohner Kiews mit Unterbrechungen der Stromversorgung von 18 bis 20 Stunden pro Tag konfrontiert seien. Um Kiew zu helfen, bekommen die internationalen Partner der Ukraine zusätzliche Generatoren zur Verfügung gestellt. Dennoch seien etwa 100 Häuser weiterhin ohne Heizung, so Klitschko.

Neben Reparaturen und Generatoren richtete die Stadt demnach etwa 1.300 Heizstellen ein und arbeitet daran, in einigen Stadtteilen Mini-Heizkraftwerke zu installieren, um die Strom- und Wärmeversorgung zu dezentralisieren.

Am 9. Januar hatte Klitschko die Einwohner bereits aufgefordert, die Hauptstadt wegen der Probleme mit der Wärme- und Stromversorgung, wenn möglich, zu verlassen.

Am Vortag hatte der erste stellvertretende Premierminister der Ukraine und Energieminister Denis Schmygal die Verhängung des Ausnahmezustands im ukrainischen Energiesektor angekündigt. Er erklärte, die Maßnahme sei notwendig, um die Handlungen aller Dienste in Kiew und den Regionen zu koordinieren. Dazu seien Sitzungen des Stabes zur Beseitigung der Folgen des Notstands im Energiesektor und des Stabes zur Beseitigung der Folgen des Notstands in den Stromversorgungssystemen von Kiew und des Gebiets Kiew abgehalten worden.

Russlands Verteidigungsministerium berichtete mehrfach über Angriffe auf Energieinfrastruktureinrichtungen der Ukraine, die "im Interesse der ukrainischen Streitkräfte genutzt werden". Das Ressort betonte, dass die Attacken ausschließlich gegen militärische und energetische Einrichtungen der Ukraine und die damit verbundene Infrastruktur gerichtet seien.

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