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China warnt USA vor Iran-Sekundärzöllen: "Werden legitime Rechte und Interessen beherzt verteidigen"

China, einer der wichtigsten Handelspartner Irans, reagiert auf die Verhängung von Sekundärhandelszöllen gegen den Iran seitens der USA mit der Ankündigung, seine Interessen entschlossen zu verteidigen. Derweil könnte sich um den Iran etwas deutlich Ernsteres zusammenbrauen.
China warnt USA vor Iran-Sekundärzöllen: "Werden legitime Rechte und Interessen beherzt verteidigen"Quelle: www.globallookpress.com

Peking wird seine Interessen schützen, sollte Washington Zölle auf den Handel mit Teheran erheben, kündigte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, an. Zur jüngsten diesbezüglichen Erklärung von US-Präsident Donald Trump kommentierte sie:

"Chinas Position zu Zöllen ist eindeutig: Wir waren stets der Überzeugung, dass es in einem Handelskrieg keine Gewinner gibt. China wird seine legitimen Rechte und Interessen entschlossen verteidigen."

Das Weiße Haus kündigte die Einführung von 25-prozentigen Zöllen auf Waren aus Ländern an, die ihrerseits mit dem Iran Handel treiben – Ländern, von denen China mit der wichtigste Handelspartner des Iran ist. Diese Zölle würden für alle Arten von Geschäften mit Akteuren in den Vereinigten Staaten gelten. Wörtlich erklärte der US-Präsident auf seiner Internet-Präsenz im sozialen Netzwerk Truth Social Folgendes:

"Ab diesem Moment wird ein jedes Land, das mit dem Iran Geschäfte treibt, einen Zoll von 25 Prozent auf alle Arten von Geschäften mit den Vereinigten Staaten von Amerika bezahlen."

Donald Trump betonte, das bereits unterzeichnete Dekret sei "endgültig und eindeutig".

Als Anlass für Zölle oder gegebenenfalls andere mögliche Maßnahmen sehe Washington den Umgang der Regierung des Iran mit den aktuell im Land grassierenden Straßenunruhen, schrieb das US-Nachrichtenportal Axios mit Verweis auf "mit der Lage vertraute Quellen": Bei der Unterdrückung der so ganz und gar nicht gewaltfreien Proteste, bei denen mehrere Dutzend Polizei- und Militärangehörige ums Leben kamen, sollen auch zahlreicher Teilnehmer – nach Angaben der Norweger Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights mindestens 648 Personen – ums Leben gekommen sein.

Trump hatte zudem erklärt, US-Behörden unterhielten Kontakte zur Opposition im Iran. Aus Teheran ertönten daraufhin Drohungen, US-Einrichtungen im Nahen Osten sowie Ziele in Israel anzugreifen, falls Washington den Protestierenden militärische Hilfe leisten sollte. Trump entgegnete mit einer Androhung beispielloser Angriffe auf den Iran, sollten US-amerikanische Militär- und Wirtschaftseinrichtungen angegriffen werden. Zuvor hatte er erklärt, die Vereinigten Staaten seien bereit zu reagieren, falls Sicherheitskräfte den Befehl erhielten, auf Demonstranten zu schießen. Der Iran selbst erklärte, er beabsichtige derzeit keine Präventivmaßnahmen und sei weiterhin zu Verhandlungen bereit, aber notfalls auch auf einen Krieg vorbereitet.

Im vergangenen Jahr kam es in der Islamischen Republik Iran infolge der Abwertung des iranischen Rial zu Protesten. Dies wirkte sich auf Groß- und Einzelhandelspreise aus und führte zu starken Wechselkursschwankungen.

Seit dem 8. Januar 2026 haben sich die Demonstrationen verschärft. Auslöser war Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Iran: Er rief zum Generalstreik und zur Besetzung strategisch wichtiger Straßen und Gebäude auf und bat US-Präsident Trump um Vermittlung.

In einigen Städten eskalierten die Proteste zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften und wurden von Parolen gegen das politische System begleitet. Es gab Berichte über Opfer auf beiden Seiten. Der Internetzugang ist landesweit mit einer gemessenen Konnektivität von unter einem Prozent  weitestgehend unterbrochen. Irans Präsident Massud Peseschkian versprach der Bevölkerung, die Wirtschaftsreformen fortzusetzen und die entstandenen Probleme zu lösen. Er beschuldigte die USA und Israel, die Unruhen angezettelt zu haben, und rief die Bürger auf, zu Gegendemonstrationen auf die Straße zu gehen, um zu verhindern, dass Radikale dem Iran ihre Forderungen aufzwingen.

Trump hatte zuvor Zölle von 50 Prozent auch auf Waren aus Indien verhängt und diese mit Einkäufen von Erdöl aus Russland erklärt.

Nach Daten der US-Nachrichtenagentur Bloomberg soll der Oberste Gerichtshof der USA am 14. Januar einen Beschluss über die Vereinbarkeit derartiger von Trump verhängter Handelszölle mit dem geltenden US-Recht fällen. Sollte der Beschluss nicht zugunsten des US-Präsidenten ausfallen, wird ihn dies bei der schnellen Umsetzung seiner Sekundärzollpolitik gegenüber dem Iran behindern.

CNN hatte mit Verweis auf US-Beamte bekannt gegeben, dass Trump in den letzten Tagen über mehrere mögliche Optionen einer Intervention im Iran informiert wurde: Darunter fallen unter anderem neue Sanktionen gegen das Land sowie Cyberangriffe gegen iranische Militär- und Regierungseinrichtungen, die Teheran die Unterdrückung der Straßenunruhen erschweren sollen. Die Pressesekretärin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sprach von Luftangriffen gegen den Iran als "einer von vielen, vielen Optionen", die Trump ins Auge fasse – doch Diplomatie sei "stets die Option Nummer eins für den Präsidenten". Sie fügte dem an:

"Was Sie an öffentlichen Äußerungen vom iranischen Regime wahrnehmen, unterscheidet sich stark von Nachrichten, die die US-Regierung 'im Privaten' empfängt – und ich denke, der Präsident ist daran interessiert, diese Nachrichten eingehend zu begutachten."

Laut der Nachrichtenagentur Agence France-Presse, die auf zwei "Quellen mit Lagekenntnis" verweist, soll ein Teil des Personals der französischen Botschaft im Iran das Land bereits verlassen haben.

Abbas Dschuma, ein Journalist mit dem Themenschwerpunkt internationale Beziehungen, berichtet über Stellungnahmen anonymer Quellen im Iran, die mit recht unerbaulichen Prognosen aufwarten:

"Gleich mehrere Quellen im Militär, der Polizei und den Sicherheitsdiensten des Iran erklärten mir gegenüber, dass sie und ihre Kollegen die Unruhen, die im Land von Terroristen vom Zaun gebrochen wurden, als eine Fortsetzung des sogenannten 12-Tage-Krieges. Und sie gehen davon aus, dass die USA und Israel Kampfhandlungen beginnen werden, sobald sie der Ansicht sind, dass das Staatssystem des Iran erschöpft ist.

Sehr viele Signale treffen darüber ein, dass Trump zwar zu einem Militärschlag gegen den Iran bereit ist – nicht aber zu einem Breitfrontenkrieg. Zu groß ist die Versuchung, ungestraft ein Bombardement durchzuführen, wie schon damals. Allerdings weiß niemand, ob es diesmal genauso ablaufen wird wie damals. Die Konsequenzen durchzurechnen, ist schon sehr schwer. Auch Trump versteht dies."

Marat Baschirow, ein russischer Politikberater und Professor an der Nationalen Forschungsuniversität "Hochschule der Wirtschaft", sieht die Lage ähnlich düster:

"Die USA bereiten sich auf ein Raketenbombardement gegen den Iran vor. Das bedeutet, dass die Proteste, die sie dort zusammen mit Israel provoziert haben, wirkungslos geblieben sind: Geld und Mühen haben sie nicht gespart, doch das Ergebnis ist so la-la. Als mögliche Antwort hat der Iran nur eine Option: einen wirkungsvollen Raketenangriff auf Israel."

Israel selbst bereitet sich derweil auf einen Militärschlag gegen den Iran vor, analysiert der russische Militärexperte Juri Barantschik – ausgehend von folgenden Daten:

"Israels Gesundheitsministerium hat den Krankenhäusern im Land Anweisungen zukommen lassen – mit der Forderung, zum schnellen Übergang in den Notbetrieb bereit zu sein. Dies fällt in den Rahmen der Folgerungen aus dem Verlauf des 12-Tage-Krieges gegen den Iran. Hierüber informieren die Massenmedien des Landes."

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