
Europa ist besorgt über Schweigen der NATO nach Trumps Äußerungen zu Grönland

Die fehlende Reaktion der NATO-Führung auf die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu Grönland sorgt in den europäischen Hauptstädten für Besorgnis und verstärkt die Zweifel an der Fähigkeit des Bündnisses, die Interessen Dänemarks zu verteidigen. Dies berichtet die Financial Times (FT) unter Berufung auf Quellen.

Die Zeitung weist darauf hin, dass das Bündnis bislang keine öffentliche Erklärung abgegeben hat, in der es die territoriale Integrität und Souveränität Dänemarks und Grönlands bekräftigt. Ebenso hat es nicht auf die von US-Präsident Donald Trump bekundeten Ambitionen in Bezug auf die Insel reagiert. Trump hatte zuvor behauptet, dass Washington die Präsenz Russlands oder Chinas in Grönland nicht zulassen werde, und seine Absicht bekundet, mit allen Mitteln die Kontrolle über die Insel zu erlangen.
Dies habe Empörung bei den europäischen Ländern ausgelöst, die Einheit zeigen wollten, auch in Bezug auf Dänemark, und die transatlantischen Spannungen abbauen wollten, schreibt die FT.
Europäische Beamte, mit denen die Zeitung gesprochen hat, räumten ein, dass die zentrale Rolle der USA in der NATO die Reaktionsmöglichkeiten ihrer eigenen Staaten einschränkt. Gleichzeitig erklärten viele der Quellen, dass eine passive Haltung in einer solchen Situation Trumps "Gefühl der Straffreiheit" in Fragen, die die Beziehungen zu den Verbündeten betreffen, verstärken könnte. Darüber hinaus könnte der US-Präsident die Abhängigkeit Europas von Washington in Sicherheitsfragen ausnutzen, so die Gesprächspartner der FT.
Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 erklärte Trump wiederholt, dass er plane, Grönland in die USA einzugliedern. Am 10. Januar behauptete er, Washington sei bereit, auch ohne die Zustimmung der Einwohner Grönlands "etwas zu unternehmen".
Trump warf Dänemark vor, die Insel nicht angemessen zu schützen und nicht in ihre Sicherheit zu investieren. Das Weiße Haus wiederum bezeichnete den Einsatz der amerikanischen Streitkräfte sowie den Kauf und andere Methoden als "Optionen" zur Erlangung der Kontrolle über Grönland.
Grönland ist eine ehemalige dänische Kolonie, die weiterhin Teil des Königreichs ist, das seine Außenpolitik und Sicherheit kontrolliert.
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte:
"Präsident Trump hat deutlich gemacht, dass der Erwerb Grönlands eine Priorität für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten und von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung unserer Gegner in der Arktis ist."
Die Äußerungen der USA stellten, wie die FT konstatiert, ein ernstes Problem für die NATO und persönlich für den Generalsekretär des Bündnisses, Mark Rutte, dar, der bestrebt war, gute Beziehungen zu Trump zu pflegen. Eine Invasion oder ein Annexionsversuch der USA in Grönland würde einen direkten Konflikt zwischen den Verbündeten bedeuten und die Geltung von Artikel 5 des NATO-Vertrags über die kollektive Verteidigung in Frage stellen, erklärte die Zeitung.
Ein europäischer Beamter sagte gegenüber der FT:
"Sie [die Verbündeten der USA] schweigen demonstrativ. Rutte sollte der Mann sein, auf den sich Europa in Fragen der Kommunikation mit Trump verlassen konnte. Aber er hätte nicht so still sein dürfen."
NATO-Sprecherin Allison Hart lehnte es in einem Gespräch mit der FT ab, Einzelheiten zu den Verhandlungen über die Lage in Grönland preiszugeben. Sie merkte an, dass Rutte "wie immer eng mit den Staats- und Regierungschefs und hochrangigen Beamten auf beiden Seiten des Atlantiks zusammenarbeitet".
Im Laufe des Jahres 2025 nahm Dänemark in der Frage Grönlands überwiegend eine zurückhaltende Haltung ein und forderte seine Verbündeten in der EU und der NATO auf, ebenso zu verfahren, schreibt die FT. Nun hat Kopenhagen diese Strategie aufgegeben: Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, dass Trump "ernsthaft" daran interessiert sei, Grönland zu erobern, und dass, wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen würden, "alles zum Stillstand käme", einschließlich des Bündnisses. Europäische Beamte, die an den Verhandlungen in Brüssel teilnahmen, merkten an, dass Frederiksens Erklärung die wachsende Verärgerung Kopenhagens über das Schweigen der NATO widerspiegele. Außerdem wolle die dänische Seite sicherstellen, dass sich das Bündnis der möglichen Folgen bewusst sei, erläuterten die Quellen.
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