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Papst Leo XIV.: "Raum für echte Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt "

Papst Leo XIV. präsentierte sich erstmalig im Rahmen einer Neujahrsansprache. Vordergründig richtete er seine Kritik sowie Mahnungen an die USA und Donald Trump. Zum Thema Meinungsfreiheit galt die Kritik den Vorgaben und Forderungen der westlichen Politik. Der Papst beklagte einen "orwellschen Beigeschmack".
Papst Leo XIV.: "Raum für echte Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt "Quelle: Gettyimages.ru © Vatican Pool/Kontributor

Am 9. Januar präsentierte sich Papst Leo XIV. bei seiner erstmaligen Audienz für die Mitglieder des im Vatikanstaat akkreditierten Diplomatischen Korps in der Benediktionsaula. Das Social-Media-Team des Papstes hebt auf X hervor, dass "es im gegenwärtigen Kontext zu einem regelrechten 'Kurzschluss' der Menschenrechte kommt". Große Sorge äußerte der Papst zum Thema Meinungsfreiheit, wobei diese "insbesondere im Westen" zusehends eingeschränkt werde.

Für die Website Domradio galt die Betrachtung der päpstlichen Neujahrsansprache möglichen Einschätzungen zu aktuellen weltweiten politischen Ereignissen. Dazu heißt es:

"Nach den vergangenen Wochen, in denen der Präsident seines Heimatlandes USA in Gedanken, Worten und Werken mehrere rote Linien der globalen Politik überschritten hatte, warteten seine Zuhörer und Zuhörerinnen gespannt auf das, was der erste US-amerikanische Papst in seiner Rede zur Weltlage zu sagen hatte."

Bis zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung sah die ARD-Tagesschau-Redaktion keinerlei Notwendigkeit eines Beitrags zu den Inhalten der gestrigen Rede. Die Website katholisch.de betont "überraschende Akzente" und fasst als Höhepunkte der Rede zusammen:

"Papst Leo XIV. hat in einer Grundsatzrede eine zunehmende Einschränkung der Meinungs- und Gewissensfreiheit in der westlichen Welt beklagt. (...) Zugleich wandte er sich gegen die Ausweisung von Migranten und warb für eine friedliche Weltordnung. Auf ethischem Gebiet sprach er sich entschieden gegen ein 'Recht auf Abtreibung' sowie gegen Leihmutterschaft und aktive Sterbehilfe aus." 

Die Vatikan-Website veröffentlichte das komplette Redemanuskript im Wortlaut.

Auszüge aus der Rede zum Thema Meinungsfreiheit lauten:

"Es muss auch angemerkt werden, dass das Paradox dieser Entkräftung des Wortes oft im Namen der Meinungsfreiheit selbst befördert wird. Bei genauerer Betrachtung gilt jedoch das Gegenteil: Die Rede- und Meinungsfreiheit wird gerade durch die Gewissheit der Sprache und die Tatsache garantiert, dass jeder Begriff in der Wahrheit wurzelt. Es ist daher bedauerlich festzustellen, dass insbesondere im Westen der Raum für echte Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird, während sich eine neue Sprache mit orwellschem Beigeschmack entwickelt, die in ihrem Bestreben, immer inklusiver zu sein, darin mündet, diejenigen auszuschließen, die sich nicht den Ideologien anpassen, von denen sie beseelt ist."

Der Name Donald Trump wird in der Neujahrsansprache nicht erwähnt, jedoch die "große Besorgnis" über "die Verschärfung der Spannungen in der Karibik und entlang der amerikanischen Pazifikküste". Dazu erklärt Papst Leo XIV. lediglich:

"Dies gilt insbesondere für Venezuela infolge der jüngsten Entwicklungen. In diesem Zusammenhang erneuere ich meinen Appell, den Willen des venezolanischen Volkes zu respektieren und sich für den Schutz der Menschen- und Bürgerrechte aller einzusetzen sowie für den Aufbau einer Zukunft in Stabilität und Eintracht."

Bezugnehmend auf die Ereignisse in der Ukraine formulierte der Papst "die Dringlichkeit eines sofortigen Waffenstillstands und eines Dialogs, der von der aufrichtigen Suche nach Wegen zum Frieden geprägt ist".

Zum andauernden brutalen Agieren Israels im Gazastreifen heißt es laut Manuskript:

"Wir sehen dasselbe im Heiligen Land, wo die Zivilbevölkerung trotz des im Oktober verkündeten Waffenstillstands weiterhin unter einer schweren humanitären Krise leidet, die zu dem bereits erlebten Leid noch weiteres hinzufügt. (...) Insbesondere bleibt die Zwei-Staaten-Lösung die institutionelle Perspektive, die den legitimen Bestrebungen für beide Völker entgegenkommt. Zugleich ist leider eine Zunahme der gegen die palästinensische Zivilbevölkerung im Westjordanland gerichteten Gewalt zu verzeichnen, die das Recht hat, in Frieden im eigenen Land zu leben."

Zu weitweiten Krisenherden und laufenden Friedensverhandlungen bei Fortführung teils andauernder kriegerischer Handlungen gab der Papst zu Protokoll:

"Der Krieg begnügt sich jedoch mit der Zerstörung, während der Friede eine kontinuierliche und geduldige Aufbauarbeit und ständige Wachsamkeit erfordert. Eine solche Anstrengung betrifft alle, angefangen bei den Staaten, die über Atomwaffenarsenale verfügen. Ich denke dabei insbesondere an die wichtige Fortsetzung, die der im Februar nächsten Jahres auslaufende New-START-Vertrag erfahren muss."

In diesem Zusammenhang erinnert der Pontifex Maximus abschließend an die Dayton-Abkommen, "die vor dreißig Jahren den blutigen Krieg in Bosnien und Herzegowina beendeten und trotz aller Schwierigkeiten und Spannungen die Möglichkeit für eine gedeihlichere und harmonischere Zukunft eröffneten".

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