
Nach Marinera-Vorfall: Moskau warnt vor Eskalation in euroatlantischem Raum

Russlands Außenministerium äußert "ernsthafte Besorgnis über die rechtswidrige und gewaltsame Aktion der US-Streitkräfte gegen den Öltanker Marinera am 7. Januar". Die Erklärung wurde am Donnerstag auf der Website der Behörde veröffentlicht.
Am Mittwoch gab das US-Europakommando die Festsetzung des Schiffes in internationalen Gewässern nordwestlich von Schottland bekannt. US-Kriegsschiffe hatten den Öltanker von der Karibik aus wochenlang verfolgt.
Laut dem russischen Außenministerium hatte die Marinera am 24. Dezember gemäß internationalem und russischem Recht eine befristete Genehmigung erhalten, unter russischer Flagge zu fahren. Das Schiff hatte sich demnach "auf einer friedlichen Durchfahrt durch internationale Gewässer des Nordatlantiks auf dem Weg zu einem der russischen Häfen" befunden.
"Die US-amerikanischen Behörden haben mehrfach verlässliche Informationen erhalten, auch auf offizieller Ebene über das russische Außenministerium, über die russische Zugehörigkeit des Schiffes, aber auch seinen zivilen, friedlichen Status."

Für die USA gebe es und habe es auch keine Grundlagen für Spekulationen gegeben, dass der Öltanker angeblich "ohne Flagge" oder "unter falscher Flagge" gefahren sei.
Moskau wies außerdem darauf hin, dass das internationale Seerecht eindeutig festlege, dass Schiffe auf hoher See nur unter streng definierten Umständen angehalten und durchsucht werden dürfen. Dazu gehörten der Verdacht auf Piraterie oder Menschenhandel, die offensichtlich nicht auf die Marinera zuträfen.
Russland musste vor jeglichen Maßnahmen eines Drittstaates gegen ein unter russischer Flagge fahrendes Schiff konsultiert werden, heißt es in der Erklärung des Außenministeriums. Moskau habe wiederholt offiziell gegen die wochenlange Verfolgung der Marinera durch die US-Streitkräfte protestiert.
Angesichts dieser Umstände könnten die Kaperung sowie die Gefangennahme der Besatzung eines friedlichen Schiffes auf hoher See nur als grober Verstoß gegen internationale Seerechtsnormen sowie gegen die Freiheit der Schifffahrt interpretiert werden.
Vor dem Hintergrund der ohnehin angespannten russisch-US-amerikanischen Beziehungen sei Washingtons Bereitschaft, akute internationale Krisen herbeizuführen, "bedauerlich und alarmierend", so die Behörde.
"Der Vorfall mit der Marinera kann nur zu einer weiteren Verschärfung der militärischen und politischen Spannungen im euroatlantischen Raum führen", warnt Moskau.
Inspiriert vom "gefährlichen und unverantwortlichen" Beispiel Washingtons, könnten sich auch einige andere Länder und Institutionen berechtigt fühlen, auf ähnliche Weise zu handeln.
In diesem Zusammenhang erklärt Moskau, das "seit Langem in Seepiraterie verwickelte Großbritannien voller räuberischer Pläne" sei. London habe bereits seine Mitwirkung bei der US-Militäraktion in den Gewässern des Nordatlantiks bestätigt.
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