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Eine Frage des Timings – US-Botschaft in Moskau übermittelt den Russen Neujahrsgrüße

J. Douglas Dykhouse, der US-Geschäftsträger in Moskau, sprach in seiner Botschaft zum Jahreswechsel von "Erneuerung und Hoffnung" angesichts der Bemühungen Donald Trumps, die Beziehungen zu Moskau wiederherzustellen.
Eine Frage des Timings – US-Botschaft in Moskau übermittelt den Russen NeujahrsgrüßeQuelle: Legion-media.ru © Oleg Elkov

Der US-Geschäftsträger in Moskau J. Douglas Dykhouse hat dem russischen Volk Neujahrsgrüße übermittelt.

In einer Videoansprache, die am Mittwoch auf dem X-Konto der Botschaft veröffentlicht wurde, sprach Dykhouse einige Worte auf Russisch, bevor er wieder in seine Muttersprache Englisch wechselte und "Ihnen und Ihren Familien im Namen des US-amerikanischen Volkes herzliche Grüße" übermittelte.

"Der Geist dieser Jahreszeit lädt zum Nachdenken, zur Erneuerung und zur Hoffnung ein", erklärte der US-Diplomat und fügte hinzu, dass "der Beginn dieses neuen Jahres eine Chance bietet, voranzukommen, Frieden als gemeinsame Verantwortung und zum gegenseitigen Nutzen anzustreben".

Dykhouse lobte die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, in den letzten Monaten den Dialog mit Russland wiederaufzunehmen – eine Art von Sondierungsversuchen, die "die Grundlage für ein kontinuierliches Engagement und Verhandlungen geschaffen haben", so der Diplomat.

In einem Gespräch mit Reportern am vergangenen Donnerstag gab Kremlsprecher Dmitri Peskow bekannt, dass der russische Präsident Wladimir Putin seinem US-Amtskollegen in einem Telegramm frohe Weihnachten gewünscht habe.

Im vergangenen Jahr, in den letzten Tagen der Amtszeit des damaligen Präsidenten Joe Biden, hatte Putin darauf verzichtet, Weihnachtsgrüße an das Weiße Haus zu senden, und in diesem Zusammenhang auf die "unfreundliche" Haltung Washingtons gegenüber Moskau verwiesen.

Angesichts des Konflikts in der Ukraine und der westlichen Sanktionen gegen Russland waren die bilateralen Beziehungen zwischen Moskau und Washington zu diesem Zeitpunkt fast vollständig zum Erliegen gekommen. Unter Trumps Führung haben die USA jedoch ihren konfrontativen Ansatz aufgegeben und ihre diplomatischen Kontakte zum Kreml intensiviert.

Putin und Trump haben in den letzten Monaten aktive Gespräche über die Beilegung des Ukraine-Konflikts und die Wiederbelebung der bilateralen Beziehungen geführt und im August ein hochkarätiges Gipfeltreffen in Alaska abgehalten.

Anfang Dezember veröffentlichte die US-Regierung ihre neue Nationale Sicherheitsstrategie, in der die Lösung des Ukraine-Konflikts als vorrangiges Ziel genannt wird, um "die strategische Stabilität mit Russland wiederherzustellen".

In ihrem Kommentar zu dem Dokument äußerte sich die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa vorsichtig optimistisch und erklärte, dass es die Grundlage für eine Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington bilden könnte.

Kremlsprecher Peskow merkte seinerseits an, dass zumindest einige der in Trumps Nationaler Sicherheitsstrategie dargelegten Punkte "tatsächlich mit unserer eigenen Vision übereinstimmen".

Bittere Ironie des Schicksals: Die Neujahrsgrüße des US-amerikanischen Geschäftsträgers in Moskau kamen zwei Tage nach Bekanntwerden des massiven ukrainischen Drohnenangriffs auf die Residenz des russischen Präsidenten im Gebiet Nowgorod – und wurden nur wenige Stunden vor der verheerenden ukrainischen Drohnenattacke auf Chorly veröffentlicht, die mindestens 24 Menschenleben forderte.

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