International

Trump räumt russische Überlegenheit bei Eisbrechern ein

Donald Trump hat eingestanden, dass die USA bei Eisbrechern weit hinter Russland liegen. Während Moskau über dutzende Schiffe verfügt, besitzt Washington nur eines. Nun wollen die USA gemeinsam mit Finnland elf Eisbrecher bauen – weitere sollen folgen.
Trump räumt russische Überlegenheit bei Eisbrechern einQuelle: Gettyimages.ru © Artjom Prjachin/SOPA Images/LightRocket

US-Präsident Donald Trump hat offen zugegeben, dass die USA Russland bei der Zahl leistungsfähiger Eisbrecher deutlich unterlegen sind. Während Moskau über mehr als 40 Eisbrecher verfügt, darunter sieben nuklear betriebene Schwer-Eisbrecher, besitzt Washington derzeit nur eines dieser Spezialschiffe. Eisbrecher sind unverzichtbar, um die Schifffahrt in eisbedeckten arktischen Regionen zu ermöglichen und hohe Breiten zugänglich zu machen.

"Wissen Sie, wir haben im ganzen Land nur eines", sagte Trump am Donnerstag in einer Telefonschalte mit Angehörigen der US-Streitkräfte. "Russland hat 48, und wir haben eines – das ist einfach lächerlich." Der US-Präsident betonte, die Vereinigten Staaten arbeiteten daran, diese Lücke zu schließen. Gemeinsam mit Finnland sollen elf neue Eisbrecher gebaut werden.

"Wir machen das in Zusammenarbeit mit Finnland und einigen anderen Leuten. Die bauen … 90 Prozent aller Eisbrecher, sie haben darin viel Erfahrung", sagte er, ohne zu präzisieren, wer die "anderen" seien. Die neuen Schiffe würden "sehr bald" geliefert, so Trump. Anschließend wolle er weitere elf bestellen.

Den Kauf der elf finnischen Eisbrecher hatte Trump bereits im Oktober während eines Treffens mit Finnlands Präsident Alexander Stubb angekündigt. Der Vertrag soll ein Volumen von rund 6,1 Milliarden US-Dollar haben, die erste Lieferung wird für das Jahr 2028 erwartet. Washington sieht das Programm als Schritt zur Stärkung seiner Präsenz in der Arktis und zur Wiederherstellung der "maritimen Dominanz" der USA.

Während die Vereinigten Staaten ihren Rückstand erst zu schließen versuchen, baut Russland seinen Vorsprung weiter konsequent aus. Am 18. November 2025 wurde in der Baltischen Werft in Sankt Petersburg der Atomeisbrecher "Stalingrad" auf Kiel gelegt – das siebte Schiff des leistungsstarken Projekts 22220. Die Zeremonie, bei der ein 103-jähriger Veteran der Schlacht von Stalingrad eine Kapsel mit Erde vom Mamajew-Hügel übergab, fand bewusst am Jahrestag des Beginns der sowjetischen Gegenoffensive von 1942 statt.

Präsident Wladimir Putin betonte in einer Videobotschaft, dass der Name "Stalingrad" ein Signal für die Beständigkeit und Leistungsfähigkeit Russlands in einem schwierigen geopolitischen Umfeld sei – ein Symbol nationaler Selbstbehauptung. 

Mit mehr als 40 Eisbrechern verfügt Russland weltweit über die größte und leistungsfähigste Flotte. Besonders die nuklear betriebenen Schwer-Eisbrecher der Klasse Projekt 22220 ermöglichen Passagen durch bis zu drei Meter dickes Eis und sichern so ganzjährig die Schifffahrt entlang der Nördlichen Seeroute.

Vor dem Hintergrund der verbesserten Beziehungen zwischen den USA und Russland, die durch gemeinsame Friedensbemühungen in der Ukraine angestoßen wurden, heben russische Vertreter die Vorteile einer erneuten Zusammenarbeit in der Arktis hervor. Putin erklärte, russische Unternehmen verfügten über das nötige Kapital und die Technologie, um große gemeinsame Projekte zu realisieren – auch in Alaska und der Arktis.

Gleichzeitig unterstreicht der kontinuierliche Ausbau der Flotte – inklusive der bis 2030 geplanten 14 weiteren Eisbrecher – Moskaus langfristige Strategie zur Sicherung seiner Interessen im Nordpolargebiet.

Mehr zum Thema - USA beginnen "Eisbrecherrennen" mit Russland

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.