Vier Monate Haft in Aserbaidschan: Rossija Segodnja-Chef fordert Freilassung von Journalisten
Ende Juni wurden in Baku mehrere Journalisten der russischen Nachrichtenagentur Sputnik unter zweifelhaften Anschuldigungen festgenommen. Dmitri Kisseljow, der Chef des Medienkonzerns "Rossija Segodnja", zu dem auch Sputnik gehört, fordert Freiheit für die Reporter.
Am 30. Juni haben aserbaidschanische Strafverfolgungsbehörden sieben Mitarbeiter von Sputnik Aserbaidschan, darunter den Redaktionsleiter Igor Kartawych und den Chefredakteur Jewgeni Beloussow, festgenommen. Ein Gericht in Baku hat Kartawych und Beloussow für zu vier Monaten Haft verurteilt. Die Nachrichtenagentur Sputnik ist Teil des russischen Medienkonzerns Rossija Segodnja (dt.: Russland heute).
"Seit zwei Monaten sitzen unsere Kollegen und Freunde in Aserbaidschan hinter Gittern", stellt Dmitri Kisseljow, Generaldirektor des Medienunternehmens, in einer Erklärung vom Samstag fest.
Während dieser Zeit habe es keine Reaktion von denjenigen gegeben, die Journalisten von Sputnik Aserbaidschan gezielt instrumentalisierten, um "eine ernsthafte Krise in den Beziehungen zwischen den beiden verbündeten Ländern und Völkern zu provozieren", betont der Chef von Rossija Segodnja.
Laut Kisseljow hatten die aserbaidschanischen Behörden nie Einwände bezüglich der Tätigkeit der russischen Journalisten. Ende Juni seien sie zunächst jedoch der Spionage beschuldigt worden, dann plötzlich des Betrugs.
In dem Zusammenhang spricht Kisseljow von "unbegründeten Anschuldigungen und Handlungen, die in keiner Weise zivilisierten Normen entsprechen".
Und weiter:
"Wir fordern erneut, unsere Mitarbeiter schnellstmöglich freizulassen und ihnen die Möglichkeit zu gewähren, in ihre Heimat zurückzukehren."
Am 30. Juli hatte Kisseljow bereits an die aserbaidschanische Seite appelliert, die Sputnik-Journalisten freizulassen und damit einen Schritt zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen beiden Ländern zu unternehmen. Doch aus Baku kam keine Reaktion.
Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, erklärte seinerseits, dass der Kreml die Informationen über die Festnahme russischer Journalisten aufmerksam verfolge. Moskau hoffe, so der Kremlsprecher, durch direkte Kontakte mit Baku ihre Freilassung vereinbaren zu können.
Laut der russischen Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hatte Baku zuvor nie Vorwürfe gegen das aserbaidschanische Büro von Sputnik oder die Arbeit von russischen Journalisten erhoben. Die Maßnahmen gegen die Nachrichtenagentur haben ihrer Ansicht nach andere Gründe.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.