International

Lukaschenko: Wir sind Teilnehmer der russischen Sonderoperation, "aber wir töten niemanden"

Weißrusslands Teilnahme am Konflikt in der Ukraine ist auf Selbstverteidigung und eine Rückendeckung Russlands beschränkt, so der weißrussische Präsident Lukaschenko. Militärisch in den Konflikt eingegriffen hat Minsk bisher nicht.
Lukaschenko: Wir sind Teilnehmer der russischen Sonderoperation, "aber wir töten niemanden"Quelle: AFP © Gavrii Grigorov/Sputnik/AFP

Weißrussland ist ein Teilnehmer der russischen Militäroperation in der Ukraine, sagte Alexander Lukaschenko am Dienstag. Der weißrussische Präsident betonte aber, dass die Rolle seines Landes in diesem Konflikt streng begrenzt sei.

"Wir verschweigen das zwar nicht, aber wir töten auch niemanden. Wir schicken unsere Truppen nirgendwo hin, aber wir stehen auch zu unseren Verpflichtungen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur BELTA den weißrussischen Staatschef während seines Treffens mit dem Sekretär des nationalen Sicherheitsrats Alexander Wolfowitsch.

"Unsere Rolle besteht vor allem darin, zu verhindern, dass sich dieser Konflikt auf das Territorium Weißrusslands ausbreitet. Zweitens soll ein Angriff Polens, Litauens und Lettlands gegen Weißrussland am Beispiel der speziellen Militäroperation in der Ukraine verhindert werden."

Weißrussland, ein langjähriger militärischer Verbündeter Russlands, erlaubte Ende Februar russischen Truppen, von seinem Territorium aus eine Offensive in der Ukraine zu starten. Minsk hat Behauptungen von Regierungsstellen in Kiew zurückgewiesen, dass weißrussische Truppen aktiv gegen ukrainische Streitkräfte eingesetzt werden.

Lukaschenko beschrieb die begrenzte Teilnahme am Ukraine-Konflikt zudem als eine Sicherstellung, dass "niemand den Russen von weißrussischem Territorium aus in den Rücken schießen kann". Zudem erklärte er, dass sein Land allen Menschen, Russen und Ukrainern gleichermaßen, medizinische Hilfe und Lebensmittel anbiete. Lukaschenko wörtlich:

"Vor allem ernähren wir die Flüchtlinge, diese verelendeten Armen, die aus der Ukraine zu uns kommen. Täglich sind es 400 bis 500. Wie könnten wir sie nicht durchfüttern und medizinisch behandeln?"

Er versicherte zudem, dass sich sein Land über die genannten Abläufe hinaus nicht an dem Konflikt beteiligen wird. Behauptungen aus dem Ausland, dass die weißrussische Regierung ähnlich wie Moskau eine militärische Mobilmachung vorbereite, nachdem Russland vergangenen Monat die Einberufung von Reservisten in den aktiven Militärdienst ankündigt hatte, wies Lukaschenko als unbegründet zurück. Er plane keine Mobilmachung der weißrussischen Streitkräfte zur Unterstützung Moskaus, erklärte der Politiker, betonte aber, dass "wenn wir eine Militäreinheit gemäß dem Kriegsrecht in Alarmzustand versetzen müssen, dann müssen wir das eben tun".

Der weißrussische Präsident forderte sein Militär auf, die Erfahrungen Russlands zu nutzen, um die nationalen Streitkräfte für einen möglichen Aufruf zur Verteidigung des Landes bereit zu halten.

"Also lernt, lernt und lernt noch mal. Erlernt zuallererst den Militärberuf auf angemessene Weise", wies Lukaschenko seine Offiziere an und griff damit auf zwei Zitate des bolschewistischen Führers Wladimir Lenin zurück, die in der Sowjetunion als geflügelte Worte galten.

Zudem wiederholte Lukaschenko seine Einschätzung, dass Russland jederzeit bereit sei, die Feindseligkeiten mit der Ukraine einzustellen, "während andere Parteien den Konflikt durch konkrete Schritte anheizen". Dies kann als Fingerzeig in Richtung USA gewertet werden, die weiterhin militärische Ausrüstung für das ukrainische Militär nach Polen und in andere NATO-Staaten schicken.

Mehr zum ThemaLukaschenko: "Mobilisiert Studenten, Arbeiter, Regierungsbeamte – mobilisiert jeden!"

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.