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Kostenexplosion bei Energie und Lebensmitteln: Unruhen nehmen weltweit zu

Laut einer aktuellen Studie von Verisk Maplecroft, einem Risikoberatungsunternehmen, wird es in zahlreichen Ländern weltweit verstärkt Unruhen geben. Auch auf die wohlhabendsten Länder Europas kommen wegen der Inflation Straßenproteste und Demonstrationen zu.
Kostenexplosion bei Energie und Lebensmitteln: Unruhen nehmen weltweit zuQuelle: Legion-media.ru © Jeremy Sutton-Hibbert/Alamy Live News/ Legion

In über 100 Ländern ist das Risiko von Unruhen im letzten Quartal gestiegen, so Verisk Maplecroft, ein in Großbritannien ansässiges Strategieberatungsunternehmen in seinem am Donnerstag veröffentlichten Civil Unrest Index (CUI). Der Index wird aus einer Reihe von Umfragen abgeleitet, in denen verschiedene Faktoren wie Inflation und staatliche Mechanismen zur Überwindung oder Unterdrückung von Konflikten sowie die Gesamtauswirkungen von Unruhen bewertet werden.

Von 198 Ländern weltweit hat sich das Risiko ziviler Unruhen im untersuchten Zeitraum nur in 42 Ländern verringert, während es in 101 Ländern zugenommen hat.

In den übrigen Ländern blieb die Situation im Vergleich zum Vorquartal unverändert. Das Unternehmen brachte das steigende Risiko ziviler Unruhen mit den Auswirkungen der Inflation auf die Preise für Grundnahrungsmittel und Energie in Verbindung.

"Die Auswirkungen sind auf der ganzen Welt zu beobachten, wobei die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die steigenden Lebenshaltungskosten auf den Straßen der Industrie- und Schwellenländer gleichermaßen zu spüren ist, von der EU, Sri Lanka und Peru bis hin zu Kenia, Ecuador und dem Iran", heißt es in einer Pressemitteilung.

Europa sticht in der Rangliste negativ hervor, da das Risiko ziviler Unruhen "größtenteils aufgrund der Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine" gestiegen ist, so das Unternehmen. Es wird erwartet, dass sich die Situation auf dem Kontinent in den nächsten sechs Monaten verschlechtern wird. Bosnien und Herzegowina, die Schweiz, die Niederlande, Deutschland und die Ukraine gehören zu den Staaten mit dem größten prognostizierten Anstieg des Risikos", so das Unternehmen weiter.

Deutschland gehört wie auch Norwegen zu den wohlhabenden Ländern, in denen aufgrund von Arbeitskampfmaßnahmen Störungen des täglichen Lebens zu erwarten sind, wie es bereits im Vereinigten Königreich zu beobachten ist, erklärte Torbjorn Soltvedt, Hauptanalyst von Verisk Maplecroft, gegenüber Reuters.

Finnland, Schweden und Norwegen werden demnach einen starken Anstieg an sozialen Spannungen verzeichnen, aber weiterhin zu den für Unternehmen und Investoren risikoarmen Ländern gehören.

"Die Aussichten für die Ukraine sind jedoch wesentlich düsterer, da dort mit der weltweit größten Verschärfung der Unruhen zu rechnen ist, die durch den Stillstand der Reformen und die Präsenz bewaffneter militanter Gruppen, die die Spannungen auf den Straßen weiter anheizen dürften, angeheizt werden", heißt es zu den europäischen Ländern.

"Da die Inflation in mehr als 80 Prozent der Länder der Welt über 6 Prozent liegt, erreichen die sozioökonomischen Risiken ein kritisches Niveau. Fast die Hälfte aller Länder auf dem CUI wird nun als hoch oder extrem risikobehaftet eingestuft, und bei einer großen Anzahl von Staaten wird in den nächsten sechs Monaten eine weitere Verschlechterung erwartet", so Verisk Maplecroft.

Zu den Faktoren gehören die enorm gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreise. Neben der Covid-Pandemie und dem Ukraine-Konflikt haben verheerende Dürren und niedrige Wasserstände im Zusammenhang mit dem Klimawandel die Problematik noch verschärft. Die Analysten verweisen darauf, dass Proteste je nach Ausmaß hohe Kosten für privates und öffentliches Gut mit sich bringen können.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich der globale Trend in nächster Zeit ändert, warnte das Unternehmen. "Nur ein signifikanter Rückgang der weltweiten Lebensmittel- und Energiepreise kann den negativen globalen Trend beim Risiko ziviler Unruhen aufhalten. Die Rezessionsängste nehmen zu, und die Inflation wird 2023 voraussichtlich schlimmer sein als 2022", erklärte das Unternehmen.

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