International

Bei israelischen Angriffen auf Syrien: Washington arbeitet insgeheim eng mit Tel Aviv zusammen

Israel koordiniert sich, laut Wall Street Journal, insgeheim mit den USA bei vielen der Luftangriffe, die es in Syrien durchführt. Syrien wurde damit in den vergangenen Jahren nicht nur zum Schauplatz eines regionalen Stellvertreterkonflikts zwischen Iran und Israel, sondern auch Ort eines Wettbewerbs zwischen den Großmächten USA und Russland um Einfluss in der Region.
Bei israelischen Angriffen auf Syrien: Washington arbeitet insgeheim eng mit Tel Aviv zusammenQuelle: AFP © 2022 Maxar Technologies

von Seyed Alireza Mousavi

Israel koordiniere sich insgeheim mit den USA bei vielen der Luftangriffe, die es in Syrien durchführt, da die beiden Verbündeten in der Region mit einem Schlachtfeld konfrontiert seien, das mit militanten Gruppen, also von Iran unterstützten Milizen und ausländischen Militärs überfüllt sei, berichtet Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf aktive und ehemalige US-Beamte.

US-Sicherheitsbeamte haben bislang kaum Israels Aggression gegen Syrien kommentiert, welche nach der israelischen Sicht darauf abziele, mutmaßliche Lieferungen moderner Waffen Irans an die Widerstandsbewegung Hisbollah in den Libanon zu verhindern.

Hinter den Kulissen wurden jedoch viele der israelischen Militäroperationen seit mehreren Jahren im Vorfeld von hochrangigen Beamten des US-Zentralkommandos und des Pentagons zur Genehmigung überprüft, so WSJ. Die US-Zeitung behauptet allerdings, dass es das Ziel der USA gewesen ist, sicherzustellen, dass Israels Bombenangriffe auf Syrien die von den USA geführte Militärkampagne gegen die Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates nicht beeinträchtigten.

Im Gegensatz zur Darstellung der internationalen Tageszeitung erklärte der syrische Präsident Baschar al-Assad vor Kurzem in einem Interview mit RT, dass die Aggression Israels gegen Syrien erst dann eingeleitet wurde, als die Terroristen in Syrien in den vergangenen Jahren immer mehr an Boden verloren hätten:

"Als sich die Terroristen zurückzogen und der Kampfgeist zu sinken begann, bedurfte es einer Intervention Israels, um den Kampfgeist der Terroristen zu stärken und sie wieder zu mobilisieren." 

Washington hat versucht, seinen israelischen Verbündeten zu unterstützen, ohne in Israels Schattenkrieg gegen Iran hineingezogen zu werden. Das Hauptaugenmerk der US-Überprüfung liegt vor allem, laut WSJ, auf israelischen Operationen in Südsyrien, wo die Militärbasis der US-Besatzer beim Grenzübergang al-Tanf stationiert ist und das unterhalb einer der israelischen Angriffsrouten liegt. Berichten zufolge steckte Iran hinter dem Drohnenangriff im Oktober 2021 auf die US-Basis in al-Tanf.

Etwa 200 amerikanische Soldaten wurden seinerzeit vor dem Luftangriff von der US-Basis evakuiert. Die Herausforderung entstand allerdings bereits im Jahr 2017, als israelische Flugzeuge begannen, in der Nähe der US-Basis zu fliegen, um die syrische Luftverteidigung zu umgehen.

Israel drehte letzte Woche wieder an der Eskalationsschraube seiner jahrelangen Aggressionen gegen die syrische Souveränität, indem es einen Raketenangriff auf den wichtigsten zivilen Flughafen des Landes in Damaskus verübte. Mit diesem Angriff hat der Konflikt eine neue Dimension angenommen.

Der WSJ-Bericht zu israelischen Angriffen auf Syrien machte unter anderem deutlich, dass Syrien in den letzten Jahren nicht nur zum Schauplatz eines regionalen Stellvertreterkonflikts zwischen Iran und Israel wurde, sondern das Land auch Austragungsort eines Wettbewerbs zwischen den Großmächten USA und Russland um den Einfluss in der Region ist. Offenbar agiert Israel in Syrien in enger Abstimmung mit den USA. Russland hingegen spielt seit längerem die Rolle einer Ordnungsmacht in Syrien und kritisierte mehrfach die israelische Aggression gegen das Land aufs Schärfste.

Mehr zum ThemaSchattenkrieg zwischen Iran und Israel: Spektakulärer Luftangriff auf US-Basis al-Tanf in Syrien

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.