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Vom Flugzeug fallende Zivilisten in Kabul: Die US-Crew soll keine Schuld treffen

Die Bilder der im August 2021 von einer startenden Maschine in den Tod stürzenden afghanischen Zivilisten haben weltweites Aufsehen erregt. Am Dienstag veröffentlichte die US-amerikanische Luftwaffe einen Untersuchungsbericht, der besagt, dass bei der Besatzung des eingesetzten Transportflugzeugs, der Boeing C-17, kein Fehlverhalten festgestellt wurde.
Vom Flugzeug fallende Zivilisten in Kabul: Die US-Crew soll keine Schuld treffenQuelle: AFP © WAKIL KOHSAR / AFP

Die US-Luftwaffe hat in einer Untersuchung festgestellt, dass die Besatzung der Boeing C-17 Globemaster nicht für den Tod der afghanischen Zivilisten verantwortlich ist, die inmitten des chaotischen Abzugs der US-Streitkräfte aus Kabul im August 2021 versuchten, sich an das startende Flugzeug zu klammern.

In einer Erklärung, die am Montag an die Presse weiter gegeben wurde, heißt es, dass die Flugzeugbesatzung angemessen gehandelt und ein gesundes Urteilsvermögen bei ihrer Entscheidung bewiesen habe. "Angesichts der beispiellosen und sich rapide verschlechternden Sicherheitslage in Afghanistan" war das Bestreben "so schnell wie möglich in die Luft zu gehen" gerechtfertigt, so die Untersuchung im Ergebnis.

Die Sprecherin der Luftwaffe, Ann Stefanek, sagte den Journalisten am Dienstag, dass die Entscheidung zum Start "in Übereinstimmung mit den geltenden Einsatzregeln" getroffen wurden und dass das schnelle Handeln der Besatzung ihre Sicherheit und die des Flugzeugs gewährleistet habe.

Der Vorfall ereignete sich am 16. August 2021 auf dem internationalen Flughafen in Kabul, wo sich Zehntausende afghanischer Zivilisten, die nach dem Sturz der Regierung durch die Taliban verzweifelt versuchten, das Land zu verlassen, auf dem Flugplatz versammelten.

Nach Angaben von US-Beamten war das betreffende Flugzeug in Kabul mit Nachschub und Ausrüstung für die US-Truppen eingetroffen, die versuchten, den Flughafen während der Evakuierung Tausender Amerikaner und Afghanen zu sichern. Als die C-17 landete und ihre Rampe zum Abladen der Vorräte absenkte, soll eine große Gruppe von Afghanen versucht haben, das Flugzeug zu stürmen. Die Besatzungsmitglieder sprangen daraufhin zurück ins Flugzeug und fuhren die Rampe hoch, da sie ihre Sicherheit durch die Menschenmenge bedroht sahen. Die Piloten setzten sich mit der Flugsicherung in Verbindung und erhielten die Freigabe zum Abflug. Dennoch drängten sich zahlreiche Menschen um das Flugzeug. Einige versteckten sich in den Radkästen, in die das Fahrwerk einfährt, sobald das Flugzeug in der Luft ist.

Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen, dass einige Afghanen, die sich verzweifelt an das Flugzeug klammerten, schließlich kurz vor dem Start heruntersprangen, während andere beim Hochsteigen der Maschine in den Tod stürzten. Einige Leichenteile wurden später in den Radkästen gefunden, als das Flugzeug auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Katar landete.

Stefanek wies darauf hin, dass einige Besatzungsmitglieder durch den Vorfall traumatisiert waren und dass sie später zur Beratung zu Medizinern, Psychologen und Seelsorgern geschickt wurden.

"Dies war ein tragisches Ereignis und unser Mitgefühl gilt den Familien der Verstorbenen",

so Stefanek abschließend.

Die von Präsident Joe Biden nach fast 20 Jahren Krieg in dem Land angeordnete und vom Pentagon in aller Eile durchgeführte Evakuierung der eigenen Truppen aus Afghanistan dauerte mehrere Wochen und wurde von Szenen des Chaos und der Gewalt überschattet. Unter anderem hatte sich am 26. August – und somit 10 Tage nach den dramatischen Szenen abstürzender Zivilisten – ein Selbstmordattentat des Islamischen Staates vor dem Flughafen von Kabul ereignet, bei dem rund 170 afghanische Zivilisten und 13 amerikanische Soldaten getötet wurden.

Joe Biden hatte sich damals stolz darauf geäußert, "mit einer der größten Luftbrücken der Geschichte" mehr als 120.000 Menschen aus dem Land gebracht zu haben.

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