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Geheimdienstbericht: Ukraine befürchtet angesichts starker Unterlegenheit massenweise Desertion

Bei der Artillerie ist Russland zwanzigfach und bei der Munition sogar vierzigfach überlegen – auch bei der Reichweite übertreffen russische Truppen die Ukraine um ein Vielfaches. Zu dieser Einschätzung kommen offenbar westliche und ukrainische Geheimdienstmitarbeiter.
Geheimdienstbericht: Ukraine befürchtet angesichts starker Unterlegenheit massenweise DesertionQuelle: Sputnik

Nachdem Russland bereits früher in dieser Woche signifikante Erfolge im Donbass verzeichnen konnte und sich die generelle Einschätzung rosiger Aussichten für die ukrainische Seite zunehmend ändert, bestätigte offenbar ein Bericht westlicher und ukrainischer Geheimdienste die massiven Verluste und generelle Unterlegenheit ukrainischer Truppen.

Im starken Kontrast dazu, was der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij in seiner abendlichen Ansprache an die Nation wiederholt, unterstreicht der Geheimdienstbericht, "die heldenhafte Verteidigung des Donbass" sei derart zerrüttet, dass in Kiew und bei seinen Unterstützern die Sorge vor massenweiser Desertion ukrainischer Truppen umgehe.

Laut dem am Donnerstag erschienenen Bericht der britischen Zeitung The Independent erleiden die ukrainischen Truppen massive Verluste, da sie den russischen Streitkräften bei der Artillerie 20 zu 1 und bei der Munition sogar 40 zu 1 unterlegen sind. Gleichzeitig hat die Artillerie der ukrainischen Truppen demnach nur eine Reichweite von 25 Kilometern, während Russland aus der 12-fachen Entfernung zuschlagen kann.

Weiter heißt es, dass die sich zusehends verschlechternde Lage im Donbass, bei der täglich bis zu hundert Soldaten getötet werden, "eine ernsthaft demoralisierende Wirkung auf die ukrainischen Streitkräfte sowie eine sehr reale materielle Wirkung hat; die Fälle von Desertion nehmen jede Woche zu", wie The Independent aus dem Geheimdienstbericht zitiert. Die durch die Eroberung weiterer Gebiete im Osten und die Festigung der russischen Kontrolle über die eroberten Städte Mariupol und Cherson stark angeschlagene ukrainische Position werde zudem durch die sehr unterschiedliche Zahl der Gefangenen auf beiden Seiten geschwächt.

Dem Bericht zufolge liegt die Gesamtzahl russischer Soldaten, die von der Ukraine festgehalten werden, bei rund 550. Moskau halte hingegen inzwischen mehr als 5.600 ukrainische Soldaten in Gefangenschaft, wobei sich diese Zahl durch die Kapitulation von 2.500 Soldaten in Mariupol, darunter Mitglieder des Asow-Bataillons, noch erhöht hat.

Die Geheimdienste gestehen ein, dass ein konventioneller Krieg nicht gewonnen werden kann, wenn die eigene Seite um ein Vielfaches weniger Waffen hat, die eigenen Waffen eine kürzere Reichweite haben und man über deutlich weniger Munition verfügt.

Weiter heißt es: "Die taktische Situation an der Ostfront stellt sich wie folgt dar ... Die ukrainische Seite hat fast keine Vorräte an Raketen für Mehrfachraketenwerfer (MLRS) der Typen Smertsch und Uragan mehr, die es in den ersten Monaten des Krieges ermöglichten, russische Offensiven auf Entfernungen von [37 bis 50 Meilen] wirksam abzuschrecken."

"Heute beträgt die maximale Feuerreichweite der Streitkräfte der Ukraine [15,5 Meilen]. Das ist die Reichweite, auf die die Artillerie des Kalibers 152/155 mm und die noch in Betrieb befindlichen Grad-MLRS-Einheiten schießen können."

Gleichzeitig treffe Russland Konzentrationen der ukrainischen Streitkräfte aus einer Entfernung von 186 Meilen mit taktischen ballistischen Iskander-Raketen, 43 bis 50 Meilen mit dem Smertsch MLRS und Totschka-U, aus 25 bis 37 Meilen mit dem MLRS Uragan. 

(Anmerkung der Redaktion: Anders als in dem Bericht dargestellt haben die russischen Streitkräfte die Totschka-U nach eigenen Angaben nicht mehr in ihrem Arsenal.)

Laut dem Bericht ist es eine Situation absoluter Ungleichheit auf dem Schlachtfeld, erschwert durch "völlige Dominanz" des russischen Militärs in der Luft, die höchstens manchmal durch den Einsatz von Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" oder durch Fehler russischer Piloten ausgeglichen werden könne.

Weiter klingt der Bericht auszugsweise etwas ähnlich wie ukrainische Politiker, indem betont wird, dass die Lieferung weiterer Waffen eile, weil russische Truppen die Zeit zum Durchbruch im Osten nutzen werden, und dass sich die von den USA und Großbritannien gelieferten Panzerabwehrsysteme Javelin und NLAW wie auch Switchblade-Angriffsdrohnen auf den Schlachtfeldern als wirksam erwiesen hätten.

Allerdings warnt der Bericht weiter, dass Panzerabwehrwaffen "der russischen Artillerie und den Raketenwerfern nichts entgegensetzen können". Die nachrichtendienstliche Einschätzung wurde vor der Ankündigung der britischen Regierung erstellt, eine kleine Anzahl von M270-Mehrfachraketen zu liefern, aber nach der gemeldeten Lieferung von HIMARS-Raketensystemen durch die USA.

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