International

Medien: Biden will Kiew keine Raketenwerfer liefern – Reichweite bis Russland eskalationsgefährlich

Kiew ist enttäuscht: Die ukrainische Seite hat die USA seit Monaten um die Entsendung von Mehrfachraketenwerfern "angefleht", schreibt das Magazin Politico mit Verweis auf eine anonyme Quelle. Im Weißen Haus habe man sich aber zurückgehalten aus Angst vor möglicher Eskalation.
Medien: Biden will Kiew keine Raketenwerfer liefern – Reichweite bis Russland eskalationsgefährlichQuelle: Gettyimages.ru © Stocktrek Images

In Kiew herrscht "definitiv wachsende Unzufriedenheit" über die neuen Vorbehalte der USA gegenüber der Militärhilfe an die Ukraine, stellt die US-Zeitschrift mit dem sprechenden Namen Politico fest. Erst am Dienstag forderte der ukrainische Verteidigungsminister Alexei Resnikow erneut, wie Kiew dies über die letzten Monate immer wieder fordert, eine schnelle Lieferung von "Panzern, Panzerfahrzeugen, Langstreckenwaffensystemen, Mehrfachraketenwerfern, schwerer Artillerie, Kampfflugzeugen und Langstreckenflugkörpern". Doch gerade bei Langstreckenwaffen befürchte die US-Regierung mögliche weitere Eskalation. Genaugenommen hält Washington sie zurück, so Politico,

"Aus der Befürchtung heraus, dass diese Waffen für Angriffe auf Russlands Staatsgebiet verwendet werden könnten, wodurch der Konflikt ausgeweitet und verlängert würde."

Grundsätzlich sei die US-Regierung nach wie vor besorgt, dass eine Lieferung von US-Mehrfachraketenwerfern und ähnlichen Systemen von Moskau als Verschärfung der Situation angesehen werden könnte. Es wird präzisiert, dass die ukrainischen Streitkräfte könnten mit solchen Waffen "aus einer relativ sicheren Entfernung feuern können".

Zwar ist die Höchstreichweite der Mehrfachraketenwerfer M270 (Kette) und M142 (Rad) mit 45 Kilometern nichts Außergewöhnliches. Kiew verfügt mit dem Raketenartilleriesystem Smertsch und der aufgrund von Beschüssen von Zivilisten berüchtigten Gefechtsfeldrakete Totschka-U über Waffen, die mit 70 und 120 Kilometern deutlich weiter schießen können. Doch beide US-Werfer können vor allem auch ballistische Gefechtsfeldraketen vom Typ ATACMS tragen, die bis zu 310 Kilometer weit fliegen – der Werfer auf Ketten zwei Stück, der auf der Radplattform eine.

Die beiden (auch schlicht MLRS für "Mehrfachraketenwerfer" genannten) Systeme, so Politico weiter, stehen seit Monaten ganz oben auf der Wunschliste der Ukraine. Die US-Regierung teilte dem Magazin mit, dass die beiden Länder weiterhin "aktiv über die Lieferung der Systeme diskutieren", doch nicht alles, was Kiew verlangt, könne auch schnell geliefert werden. Die Quelle erklärte:

"Wir müssen Entscheidungen darüber treffen, welche Waffensysteme die größten Erfolge bringen."

In den vergangenen Wochen habe die US-Regierung, als die Begeisterung im Kongress über die Billigung weiterer Mittel für die Ukraine zu schwinden begann, beschlossen, dass es "effizienter und vernünftiger ist, 90 M777-Haubitzen zu schicken, weil mehr von ihnen zugestellt werden können" und für sie als Rohrartillerie auch mehr Munition als für die Raketenwerfer zu den gleichen Kosten zur Verfügung gestellt werden kann.

Mehr zum Thema – "An die Kredit-Nadel": Neue Waffenlieferungen an Kiew offenbaren die US-Strategie der Spannung

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.