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US-Tageszeitung: Europa hat nicht genug Alternativen zum russischen Gas

Anstatt Öl und Erdgas aus Russland zu kaufen – wo die Produktionskosten sehr niedrig und der Pipeline-Transport billig sind – will sich Europa nun aufgrund der selbst verhängten Sanktionen gegen Moskau teureren Alternativen wie der LNG-Lieferung aus den Vereinigten Staaten zuwenden.
US-Tageszeitung: Europa hat nicht genug Alternativen zum russischen GasQuelle: AFP © Natalia Kolesnikova

Laut einem Artikel der US-Zeitung Washington Post haben die europäischen Länder nicht genügend Alternativen, um russische Erdgaslieferungen zu ersetzen und dadurch ernsthafte wirtschaftliche Probleme in dem kommenden Winter abzuwenden:

"In fast jedem Szenario werden die nächsten 18 Monate eine schwere Zeit für Europa sein, da sich die Auswirkungen der hohen Preise auf der ganzen Welt ausbreiten und die Regierungen damit kämpfen müssen, ihre Fabriken mit Strom zu versorgen, ihre Häuser zu heizen und ihre Elektrizitätswerke am Laufen zu halten. Es gibt kurzfristig nicht genügend Alternativen, um im kommenden Winter große wirtschaftliche Probleme zu vermeiden, falls Russland die Gasversorgung einstellt."

"Dies ist ein sehr gefährliches Spiel, das sich gerade abspielt", zitierte die Washington Post Edward Chow, einen Wissenschaftler für Energiesicherheit am Center for Strategic and International Studies. "Ich weiß nicht, wie das enden soll. Es fühlt sich an, als würde es sowohl für Westeuropa als auch für Russland an einem sehr schlechten Punkt enden."

"Deutschland, der Wirtschaftsmotor Europas, ist derzeit besonders unvorbereitet", so das Blatt. Vor Beginn der russischen Militär-Sonderoperation in der Ukraine bezog das Land fast die Hälfte seines Erdgases aus Russland. Die Washington Post berichtete, dass Italien versuche, Abkommen mit einer Reihe afrikanischer Staaten abzuschließen, in der Hoffnung, bis zum Frühjahr 2024 die russischen Energielieferungen zu stoppen.

Im Vergleich zu anderen Alternativen seien russische Energieträger für Europa relativ günstig, heißt es in der US-Zeitung. "Anstatt Öl und Erdgas aus Russland zu kaufen – wo die Produktionskosten sehr niedrig und der Pipeline-Transport billig sind – muss Europa sich umgehend teureren Alternativen (zur Gaslieferung) wie durch die Vereinigten Staaten zuwenden, wo es bis vor sieben Jahren überhaupt keine Einrichtungen für einen Gasexport gab." Darüber hinaus ist es laut der Washington Post unwahrscheinlich, dass die europäischen Länder ihre Gasimporte kurzfristig diversifizierten.

Laut Experten, die von der Washington Post zitiert werden, wären Deutschland, dessen Gasspeicher nur zu 33,5 Prozent gefüllt sind, Italien (35 Prozent) und Ungarn (mit nur 19,4 Prozent) die am stärksten von einem Stopp der russischen Gaslieferungen betroffenen Länder.

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