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USA: Gaslieferung durch angedachte EastMed-Pipeline teuer und unwirtschaftlich

Eine vorgeschlagene Pipeline zur Lieferung von Erdgas aus Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer erweist sich nach Angaben der US-Regierung als zu teuer und unwirtschaftlich. Europa sucht derzeit alternative Wege, um sich schnell von russischer Energie unabhängig zu machen.
USA: Gaslieferung  durch angedachte EastMed-Pipeline teuer und unwirtschaftlichQuelle: AFP © Louisa Gouliamaki

Der Vorschlag, dass eine Pipeline Erdgas aus Vorkommen im östlichen Mittelmeerraum an die europäischen Märkte liefern könnte, sei zu teuer und wirtschaftlich unrentabel. Zudem werde die Erschließung zu lange dauern, als dass sie Ländern bei der Gasversorgung helfen könnte, die in absehbarer Zeit Alternativen zu russischem Gas finden wollen. Das sagte Victoria Nuland am Donnerstag.

Diese Kommentare der Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten im US-Außenministerium kamen wenige Tage, nachdem die Diplomatin sich in Athen mit Israels Außenminister Yair Lapid und Top-Diplomaten aus Griechenland und Zypern getroffen hatte.

Nuland erklärte, die Länder in der Region hätten festgestellt, dass die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas inmitten des Ukraine-Krieges "eine extrem schlechte Wette" sei. Sie sagte, dass das vorgeschlagene EastMed-Pipeline-Projekt aber nicht in der Lage sein werde, sofort das Gas zu liefern, das Europa derzeit benötige, um sich schnell von russischer Energie unabhängig machen. Denn das Problem sei nicht nur die Länge der Rohre, sondern vor allem die Wassertiefe. Der Bau der Pipeline dürfte voraussichtlich mehr als ein Jahrzehnt dauern.

Zypern, Griechenland und Israel hatten 2020 mit der Unterstützung der EU und der USA ein Grundsatzabkommen für den Bau der Mittelmeer-Gaspipeline "EastMed" unterzeichnet, um eine Gaspipeline im östlichen Mittelmeerraum zu verlegen. Die türkische Regierung hatte das Abkommen seinerzeit verurteilt und erklärt, dass dieser Deal darauf abziele, die Türkei und Nordzypern zu "isolieren".

Aber das Projekt ist weitgehend ins Stocken geraten, seit die USA im Januar dieses Jahres ihre Unterstützung zurückgezogen haben. Grund dafür sei nach Angaben des US-Außenministeriums, dass sich das Interesse Washingtons nun auf erneuerbare Energiequellen verlagert habe. 

Nuland sagte in Athen, dass die USA und regionale Partner, darunter Israel, Griechenland, Zypern und die Türkei, nach alternativen Wegen suchen würden, um Gas auf die Märkte zu bringen. Eine Pipeline von Israel in die Türkei wäre zwar durchaus eine kürzere Alternative, um Gas nach Europa zu liefern. Bislang war ein solcher Plan jedoch politisch nicht zu realisieren. Die zypriotische Energieministerin, Natasa Pilides, hatte der Agentur AP im vergangenen Oktober gesagt, dass der Transfer von Gas über eine Pipeline zu ägyptischen Verarbeitungsanlagen die "wahrscheinlichste Option sei", um Gas rasch auf das europäische Festland zu befördern. In diesen ägyptischen Anlagen würde das Gas für den Export an Bord von Schiffen verflüssigt.

Die Welt befindet sich seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges in einem globalen Kampf um Energieressourcen, der den Verlauf und den Ausgang des Krieges in der Ukraine bestimmen könnte. 

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