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Ukrainische Polizei bestätigt: US-amerikanischer Kriegsjournalist bei Kämpfen in Irpen erschossen

Nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist ein US-Journalist bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen. Dies bestätigte der für die Stadt Kiew zuständige Polizeichef, Andrei Nebytow, am Sonntag. Die genauen Umstände zu dem Tod des Kriegskorrespondenten sind jedoch weiterhin unklar.
Ukrainische Polizei bestätigt: US-amerikanischer Kriegsjournalist bei Kämpfen in Irpen erschossenQuelle: AP © Charles Sykes

Der Videofilmer Brent Renaud, ein bekannter Kriegsjournalist und ehemaliger Korrespondent der New York Times, soll am Sonntag laut Angaben des Kiewer Polizeichefs, Andrei Nebytow, im Zuge der heftigen Kämpfe in Irpen erschossen worden sein. Die ukrainische Stadt Irpen ist in den vergangen Tagen immer wieder Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften gewesen. Über die genauen Umstände zu Renauds Tod ist bisweilen nichts bekannt.

In wessen Auftrag der Kriegsjournalist in der stark umkämpften Stadt zugange war, ist noch unklar. Während er in mehreren Medien-Berichten als Korrespondent der New York Times identifiziert wurde, erklärte diese unmittelbar nach Bekanntwerden der Todesnachricht, Renaud sei zum Zeitpunkt seines Todes nicht im Auftrag der US-Zeitung dort tätig gewesen. Besonders brisant: Renaud soll bei seinem Tod einen Presseausweis getragen haben, der ihm von der New York Times bereits "vor vielen Jahren für einen Auftrag ausgestellt worden war". Demnach habe der Kriegsjournalist zuletzt 2015 für die amerikanische Zeitung gearbeitet.

Neben dem Reporter wurden auch zwei weitere Korrespondenten bei den Kämpfen verletzt, schrieb der Kiewer Polizeichef am Sonntag auf Facebook und ergänzte, die beiden seien "vom Tatort gerettet" und in ein Krankenhaus gebracht worden. Renaud "bezahlte mit seinem Leben für den Versuch, den Einfallsreichtum, die Grausamkeit und die Rücksichtslosigkeit des Aggressors aufzuzeigen", so Nebytow weiter und bezog sich damit auf das russische Militär.

Unklar ist, wie Renaud zwischen die Fronten russischer und ukrainischer Streitkräfte geraten ist. Nebytow ist bislang der einzige Beamte, der Russland für die Schießerei verantwortlich macht.

Zu den beiden Verletzten, die in Begleitung des Kriegsreporters gewesen sein sollen, ist indes noch wenig bekannt. Ein von der italienischen Journalistin Annalisa Camilli verbreitetes, nicht verifiziertes Video, soll einen angeblichen Begleiter Renauds zeigen. In dem am Sonntag auf Twitter geteilten Beitrag bezeichnet sich der auf einem Krankenbett liegende Mann selbst als "Juan". Dieser erklärte Camilli, dass er und Renaud von ihrer Mitfahrgelegenheit an einem Kontrollpunkt vorbeigeführt werden sollte, als der Beschuss auf ihr Auto begann.

Nach Angaben des Mannes habe ein Schuss Renaud in den Hals getroffen. "Juan" und der Fahrer hätten daraufhin gewendet und den toten Journalisten zurückgelassen. "Juan" äußerte sich jedoch nicht, woher der Schuss kam oder ob ihr Auto zum Zeitpunkt des Schusses an einem zivilen oder militärischen Fahrzeug oder an einem Kontrollpunkt vorbeigefahren sei.

Einem Bericht des Guardian zufolge soll es sich bei "Juan" um einen kolumbianisch-amerikanischen Fotografen namens Juan Arredondo handeln. In dem Video ist er mit einem Abzeichen des amerikanischen spanischsprachigen Senders Telemundo zu sehen, der sich allerdings noch nicht zu dem Vorfall äußerte.

Ebenso ist unklar, ob bei dem Zwischenfall weitere Personen verletzt wurden, da Nebytow ursprünglich erklärt hatte, dass "zwei weitere Korrespondenten" getroffen worden seien. Der angeblich an dem Vorfall beteiligte "Juan" identifizierte aber nur sich selbst und Renaud als Mitfahrer des Fahrzeuges.

Zum Zeitpunkt der Schießerei hatten sich in der Nähe des Tatortes mehrere internationale Journalisten aufgehalten. Darunter auch Bild-Journalist Paul Ronzheimer. Dieser veröffentlichte Aufnahmen, die offenbar zeigen, wie der Mann von mehreren Männern in ukrainischen Militär- und Rettungsdienstuniformen auf einer Bahre abtransportiert wird.

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