Liveticker Ukraine-Krieg – Medienbericht: Rund 80.000 fahnenflüchtige Ukrainer seit Anfang 2026

10.05.2026 17:00 Uhr
17:00 Uhr
Proteste in Berlin: Merz-Figur klammert sich an Atombomben-Attrappe

Am Samstag haben in Berlin zahlreiche Menschen gegen die Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz protestiert. Die Demonstranten warfen der Regierung vor, die Militärausgaben auf Kosten des Sozialstaats zu priorisieren. Beim Protestzug sorgte ein Wagen mit einer Atombomben-Attrappe für Aufsehen, an die sich eine Merz-Figur klammerte – eine scharfe Kritik an der massiven Erhöhung der Rüstungsausgaben. Der Wagen wurde von Polizeifahrzeugen eskortiert, während die Teilnehmer lautstark forderten, die Gelder lieber in den Erhalt des deutschen Sozialstaats zu investieren.
Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
16:43 Uhr
Schröders Vertrauter kritisiert Reaktion der Bundesregierung auf Putins Vorschlag
Ein enger Vertrauter des Altkanzlers Gerhard Schröder wirft der Bundesregierung vor, eine mögliche Vermittlerrolle des SPD-Politikers im Ukraine-Krieg durch ihre Reaktion unmöglich gemacht zu haben. Der frühere russische Honorarkonsul und niedersächsische SPD-Landesgeschäftsführer Heino Wiese sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND):
"Nachdem sich die Bundesregierung so dümmlich geäußert hat, wäre es ohnehin keine reale Option."
Aus Regierungskreisen hatte es zuvor geheißen, der Wunsch des russischen Präsidenten Wladimir Putin nach einer Vermittlerrolle Schröders reihe sich ein in eine Serie von "Scheinangeboten" und sei "Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands".
16:22 Uhr
SPD-Außenpolitiker wollen Putins Vorschlag zu Schröder prüfen lassen
SPD-Außenpolitiker fordern eine ernsthafte Prüfung des Vorschlags des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukrainekrieg zu nutzen. Der Spiegel zitiert den außenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, mit den Worten:
"Jedes Angebot muss ernsthaft geprüft werden, wie verlässlich es ist. Wir können nämlich nicht akzeptieren, dass allein die USA und Russland über die Zukunft der Ukraine und der europäischen Sicherheit entscheiden. Unser Ziel muss es sein, mit am Verhandlungstisch zu sitzen. Wenn eine Bedingung dafür ist, den ehemaligen deutschen Bundeskanzler zu beteiligen, sollte das in enger Abstimmung mit unseren europäischen Partnern abgewägt und im Vorfeld nicht sofort kategorisch ausgeschlossen werden."
Ein erster Test der Glaubwürdigkeit wäre eine verlängerte Waffenruhe, die für beide Seiten gelte, so Ahmetovic. Ähnlich äußert sich gegenüber dem Spiegel auch der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner:
"Ich begrüße jede Initiative, die den Krieg beenden könnte."
Bislang sei Europa nicht an den Verhandlungen beteiligt und könne keine Vorschläge machen.
"Wenn das über jemand wie Schröder gelingen würde, wäre es fahrlässig, das auszuschlagen."
16:00 Uhr
Eurostat: Zahl ukrainischer Flüchtlinge in EU nimmt leicht ab
Laut der EU-Statistikbehörde Eurostat ist die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge in der Europäischen Union zuletzt leicht gesunken. Am 31. März 2026 besaßen demnach insgesamt 4,33 Millionen Ukrainer vorübergehenden Schutzstatus in der EU. Im Vergleich zu Ende Februar 2026 sank die Gesamtzahl um 68.980 – ein Rückgang um 1,6 Prozent.
Die EU-Länder, die die meisten ukrainischen Flüchtlinge aufgenommen haben, sind Deutschland (1.274.955 Personen oder 29,4 Prozent aller Ukrainer in der EU), Polen (961.405 oder 22,2 Prozent) und Tschechien (379.820 oder 8,8 Prozent).
On 31 March 2026, a total of 4.33 million non-EU citizens who fled Ukraine had temporary protection status in the EU. 🛂Highest number of beneficiaries in:🇩🇪 Germany (1 274 955 people; 29.4% of the EU total)🇵🇱 Poland (961 405; 22.2%)More data👉 https://t.co/NqN7YMkj4Vpic.twitter.com/T15Y1Py0DH
— EU_Eurostat (@EU_Eurostat) May 8, 202615:38 Uhr
Ein Verletzter durch ukrainische Attacken auf Gebiet Saporoschje
Gouverneur Jewgeni Balizki meldet andauernde ukrainische Attacken auf den von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Saporoschje, obwohl Moskau und Kiew bis zum 11. Mai eine Waffenruhe vereinbart haben. Wie der Politiker auf Telegram schreibt, habe ein Mann des Jahrgangs 1982 auf der Autostraße Skelki–Wassiljewka Verletzungen erlitten, als der Gegner dort mit einem unbemannten Luftfahrzeug zugeschlagen habe. Darüber hinaus sei in der Siedlung Skelki ein Wohnhaus zu Schaden gekommen. Infolge einer Drohnenattacke in der Nähe der Ortschaft Dolgoje seien ein Auto und zwei Lkw beschädigt worden.
15:10 Uhr
Bundesregierung weist Putins Schröder-Vorschlag als "Scheinangebot" zurück
Die Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem möglichen baldigen Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine und einer möglichen Vermittlung durch Altkanzler Gerhard Schröder stoßen in der Bundesregierung auf deutliche Skepsis. Aus Regierungskreisen in Berlin heißt es, man habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen. Sie reihten sich in eine Serie von Scheinangeboten ein und seien Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands.
"Deutschland und Europa lassen sich dadurch aber nicht spalten."
Russland habe seine Bedingungen nicht geändert. Deswegen sei die Verhandlungsoption nicht glaubwürdig.
"Ein erster Test der Glaubwürdigkeit wäre es, wenn Russland die Waffenruhe verlängert."
Beide Seiten haben sich unter Vermittlung von US-Präsident Donald Trump auf eine Waffenruhe bis zum 11. Mai geeinigt.
14:36 Uhr
Putin nennt Ex-Bundeskanzler Schröder als bevorzugten Gesprächspartner für Europa

Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einer Pressekonferenz zum Tag des Sieges in Moskau die ausländischen Gäste der Feierlichkeiten gewürdigt und sich zu möglichen Friedensgesprächen geäußert. Putin erklärte, viele internationale Teilnehmer hätten trotz Sicherheitsrisiken "persönlichen Mut" bewiesen.
Mit Blick auf Verhandlungen betonte Putin, der Friedensprozess betreffe vor allem Russland und die Ukraine. Als bevorzugten europäischen Gesprächspartner nannte er den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder. Russland habe sich Gesprächen "niemals verschlossen", sagte Putin.
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14:08 Uhr
Ukrainische Angriffe auf Gebiet Cherson: Zwei Verletzte
Gouverneur Wladimir Saldo meldet auf Telegram andauernde ukrainische Angriffe auf den von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson. Wie der Politiker mitteilt, seien am 9. und 10. Mai in der Region trotz des von Russland verkündeten Waffenstillstands zwei Zivilisten verletzt worden. In der Siedlung Gornostajewka habe ein Mann des Jahrgangs 1964 ein Explosionstrauma und zahlreiche Splitterverletzungen erlitten. Ein 41 Jahre alter Einwohner der Siedlung Kairy sei ebenfalls mit einem Explosionstrauma und schweren Splitterverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Saldo berichtet zudem über beschädigte Wohnhäuser in Bogdanowka, Dmitrowka, Kliny und Radensk. In Kliny und Kostogrysowo seien zudem Verwaltungsgebäude zu Schaden gekommen. Ebenfalls in Kostogrysowo sei eine Schule beschädigt worden. In Starolukjanowka sei ein Lager beschädigt worden. In Bogdanowka sei zudem eine Stromleitung in Mitleidenschaft gezogen worden.
13:39 Uhr
Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums
Das russische Verteidigungsministerium meldet am Sonntag in seinem täglichen Frontbericht lediglich Gegenangriffe seiner Truppenverbände als Reaktion auf ukrainische Verstöße gegen die Waffenruhe, die seit dem 8. Mai in Kraft ist. Wie in einer entsprechenden Mitteilung steht, habe der Truppenverband Nord Personal und Technik des Gegners in der Nähe der Ortschaften Andrejewka und Malaja Kortschakowka im Gebiet Sumy sowie Woltschanskije Chutora, Weterinarnoje und Pokaljanoje im Gebiet Charkow getroffen. Dabei seien bis zu 80 ukrainische Kämpfer getötet oder verletzt worden. Der Gegner habe zudem ein gepanzertes Gefechtsfahrzeug, fünf Autos, einen Mehrfachraketenwerfer, zwei Flugabwehr-Raketenkomplexe und eine Anlage der elektronischen Kampfführung verloren.
Der Truppenverband West habe ukrainische Stellungen nahe der Ortschaft Majaki in der DVR getroffen. Der Gegner habe bis zu 60 Armeeangehörige verloren. Das russische Militär habe außerdem einen Kampfpanzer, 21 Autos, ein Geschütz und sieben Anlagen der elektronischen Kampfführung zerstört.
Der Truppenverband Süd habe Personal und Technik des Gegners in der Nähe der Ortschaften Piskunowka, Rai-Alexandrowka, Tichonowka und Konstantinowka in der DVR getroffen. Dabei seien mehr als 60 ukrainische Armeeangehörige getötet oder verletzt worden. Der Gegner habe zwei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge und 13 Autos verloren.
Der Truppenverband Mitte habe acht ukrainische Offensiven nahe den Ortschaften Torezkoje, Torskoje, Kutscherow Jar, Kutusowka, Nowy Donbass, Belizkoje, Rodinskoje und Nowoalexandrowka in der DVR getroffen. Die russische Behörde beziffert die gegnerischen Personalverluste auf mehr als 290 Kämpfer. Dabei seien zwei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, elf Wagen und zwei Geschütze außer Gefecht gesetzt worden.
Der Truppenverband Ost habe ukrainische Einheiten in der Nähe der Ortschaften Rosowka und Wosdwischewka im Gebiet Saporoschje getroffen. Das Ministerium in Moskau schätzt die gegnerischen Personalverluste auf bis zu 230 Soldaten. Dabei seien drei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge und zehn Autos außer Gefecht gesetzt worden.
Der Truppenverband Dnjepr habe Personal und Technik des Gegners im Raum der Ortschaften Nowoandrejewka, Malyje Schtscherbaki und Saporoschez im Gebiet Saporoschje getroffen. Bis zu 15 ukrainische Armeeangehörige seien getötet oder verletzt worden. Das russische Militär habe zudem zehn Autos zerstört.
Nach russischen Angaben habe die Ukraine seit dem Beginn der Sonderoperation am 24. Februar 2022 insgesamt 671 Flugzeuge, 284 Hubschrauber, 144.803 Drohnen, 661 Flugabwehrraketenkomplexe, 29.245 Kampfpanzer und andere Panzerfahrzeuge, 1.718 Mehrfachraketenwerfer sowie 34.849 Geschütze und Mörser verloren.
13:03 Uhr
Russland meldet 16.071 Verstöße gegen Waffenruhe durch Ukraine

Archivbild: Ein ukrainischer Armeeangehöriger trägt ein 155-Millimeter-Geschoss, 14. Juni 2025Oleg Petrasiuk / AP Russlands Verteidigungsministerium teilt am Sonntag mit, dass das russische Militär ab Mitternacht des 8. Mai an allen Frontabschnitten der militärischen Sonderoperation in der Ukraine den von Präsident Wladimir Putin verkündeten Waffenstillstand strikt befolge und auf den zuvor eingenommenen Positionen bleibe. Gleichzeitig wirft die Behörde in Moskau den ukrainischen Streitkräften zahlreiche Verletzungen der Waffenruhe vor. Der Gegner habe demnach Artillerie und Drohnen gegen russische Stellungen eingesetzt und Drohnenangriffe gegen zivile Infrastrukturobjekte in der Teilrepublik Krim, in den Gebieten Belgorod, Kursk, Kaluga und Rostow sowie in der Region Krasnodar geflogen.
"In den zurückliegenden 24 Stunden nahmen die Streitkräfte der Ukraine 676-mal mit Artilleriegeschützen, Mehrfachraketenwerfern, Mörsern und Kampfpanzern Stellungen unserer Streitkräfte unter Beschuss. Es gab darüber hinaus 6.331 Drohnenangriffe. Ukrainische Truppen unternahmen zudem acht Offensiven auf Stellungen russischer Einheiten. Insgesamt wurden in der Zone der militärischen Sonderoperation 16.071 Verstöße gegen die Waffenruhe registriert."
Unter diesen Umständen habe das russische Militär auf die Verstöße gegen die Waffenruhe reagiert und gegnerische Mehrfachraketenwerfer, Artilleriegeschütze und Mörser angegriffen. Auch Drohnenstützpunkte seien getroffen worden. Die russische Luftabwehr habe in den zurückliegenden 24 Stunden 57 unbemannte Luftfahrzeuge abgefangen, heißt es.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.


