Liveticker Ukraine-Krieg: Politikberater Lange ruft zur Blockade Kaliningrads auf

14.07.2026 22:00 Uhr
22:00 Uhr
Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!
21:50 Uhr
"Rubikon"-Bilanz: Schwerpunkt auf elektronischer Kampfführung
Analyse von Militrärchronik:
Die Drohnenpiloten der russischen Eliteneinheit "Rubicon" melden für Juni 109.166 Kampfeinsätze. Abgesehen davon, dass es einen offensichtlichen Kontrast zwischen den zerstörten gepanzerten Kampffahrzeugen und den Panzern gibt (191 gegenüber 13), ist auch offensichtlich, dass ukrainische Soldaten kein vorrangiges Ziel sind und die Angriffe hauptsächlich auf die Infrastruktur gerichtet sind. Die Zerstörung dieser Infrastruktur macht funktionierende Kampfführung unmöglich.
Der größte Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation und der elektronischen Kriegsführung, wie etwa dem Ausschalten von Radars. Zudem wurden mehr als 2.000 "Baba-Jaga"-Drohnen (schwere Helikopter) abgeschossen, was einen ungefähren Eindruck von ihrer tatsächlichen Anzahl bei den ukrainischen Streitkräften vermittelt.
Insgesamt bestätigen die Statistiken von "Rubikon" einmal mehr, dass sich die ukrainischen Streitkräfte in einer passiven Verteidigungshaltung befinden und sich in den Boden eingraben. Die Hauptaufgabe von "Rubikon" besteht nicht darin, der Infanterie auf dem Feld hinterherzujagen, sondern systematisch Stützpunkte, Bunker und Schützengräben zu "zerstören" und die Befestigungsanlagen sowie die Infrastruktur auszuschalten, bevor die russische Infanterie dort einrückt.

21:25 Uhr
"Wir wollen keinen Krieg!": Tino Chrupalla warnt vor Rüstungsrausch
Am heutigen Dienstagabend fand in Dessau in Sachsen-Anhalt eine AfD-Diskussionsveranstaltung statt. Während der Debatte kam der AfD-Vorsitzende Chrupalla auch auf die mittlerweile friedensgefährdende Ausmaße annehmende Aufrüstung Deutschlands zu sprechen. Er kritisierte die von der Regierung Merz durchgeführten Kürzungen im sozialen Bereich.
Einen solchen Sozialabbau hält Chrupalla keineswegs für unabdingbar, wenn er erläutert: "Und für etwas anderes ist natürlich viel Geld da, was aber kaum noch jemand erwähnt – und das ist die Rüstung." Der AfD-Vorsitzende sprach sogar von einem veritablen "Rüstungsrausch", in den Deutschland geraten sei. Die für die kommenden Jahre geplanten Rüstungsausgaben seien "einfach irrsinnig".
Chrupalla nannte auch die entsprechenden Zahlen: Im aktuellen Bundeshaushalt seien es 82 Milliarden Euro, die für die Rüstung ausgegeben würden. Die Zahl werde sich bis zum Jahr 2030 auf 180 Milliarden Euro steigern. Dann werde jeder dritte Euro des Bundeshaushalts für Militärausgaben aufgewendet. Das sei der wahre Grund dafür, warum die Regierung Merz Einsparungen im Sozialwesen treffe.
Namentlich Bundeskanzler Merz und Verteidigungsminister Pistorius warf der sächsische AfD-Abgeordnete vor, "uns in einen Krieg treiben (zu) wollen". Wer Merz wähle, wähle den Krieg. Deutschland müsse die Aufrüstungspirale durchbrechen, meinte Chrupalla und beteuerte: "Wir wollen Frieden in Europa, wir wollen keinen Krieg." Der tosende Applaus des Publikums war ihm sicher.
Stabil in der Friedensfrage plus Kritik an der Aufrüstung verknüpft mit sozialen Aspekten. Sehr stark von @Tino_Chrupalla! Leider hört man solche Töne aus den Reihen der AfD zu selten.. pic.twitter.com/zKjiBEPbOR
— Dominik Maximilian Reichert (@DomMaxReichert) July 14, 202620:35 Uhr
"Wie Ukraine auf der Krim" – Militärexperte Lange fordert, Druck auf Kaliningrad auszuüben
Der deutsche Politikberater und Publizist Nico Lange plädiert auf X dafür, dass Deutschland mit europäischen Partnern den Druck auf Russland in der Exklave Kaliningrad und im Ostseeraum verstärken solle.
Lange hat in einem Post auf der Plattform X die Forderung aufgestellt, Druck auf die russische Oblast Kaliningrad auszuüben. Auch in der Ostsee müsse Russland unter Druck gesetzt werden. Dabei verwies Nico Lange in dem im Original auf Englisch formulierten Post auf die Vorgehensweise der Ukraine, die Russland auf der Krim und im Asowschen Meer in Bedrängnis bringe.
Mit ihren Angriffen auf die Krim und auf viele Schiffe im Asowschen Meer mache die Ukraine deutlich, dass die Krim zur Ukraine gehöre. Zu lange seien die Krim und das zwischen der Halbinsel und dem russischen Festland liegende Meer "praktisch als russisches Territorium anerkannt" worden – dies müsse man infrage stellen und Druck auf "diese verwundbaren Gebiete" ausüben.
Eine solche Vorgehensweise nannte Lange "politisch wichtig und militärisch sinnvoll": Die Krim und Kaliningrad dürften keine strategischen Vorposten für Russland sein, sondern müssten einen kostspieligen strategischen Nachteil für die Russische Föderation bedeuten. Lange stellt sich damit in eine Reihe mit den US-Generälen Christopher Donahue und Ben Hodges, die beide über eine Eroberung beziehungsweise Auslöschung des russischen Kaliningrads sinniert hatten.

Militärexperte Nico Lange bei Caren Miosga (Dezemner 2025).Urheberrechtlich geschützt 19:55 Uhr
Einzelheiten zum Tod der Gebrüder Mosejtschuk bekannt geworden
Ein ukrainischer Kommandeur hat den Tod zweier Zivilisten in Auftrag gegeben – weil sie angeblich seine Frau beleidigt haben. In Kiew sitzt Stanislaw Lutschanow, der ehemaligen Kommandeur der 155. Brigade "Anna von Kiew" der ukrainischen Streitkräfte, in Untersuchungshaft. Derzeit verhandelt ein dortiges Gericht über die Fortdauer der Haft.
Der Vorwurf der Anklage lautet, dass Lutschanow Ende Juni acht Soldaten in das Dorf Kalinowka im Bezirk Belozerkowski der Region Kiew geschickt habe, um zwei Brüder, mit denen er in einem persönlichen Konflikt lag, zu entführen. Daraufhin habe er die zwei Brüder der Familie Mosejtschuk mehrere Tage lang im Brigadehauptquartier in der Region Poltawa gefangen gehalten.
Am 1. Juli schließlich soll Lutschanow, der die Tat allerdings abstreitet, einem seiner Untergebenen die Erschießung der Gefangenen befohlen haben, die dieser dann auch ausführte. Der Kommandeur versuchte anschließend zu fliehen, wurde jedoch gefasst. Die ukrainischen Polizeibehörden nahmen auch neun weitere Soldaten dieser Brigade im Zusammenhang mit diesem Verbrechen fest.
Medienberichten zufolge soll es bei dem Streit anfangs um laute Musik und Motorradlärm gegangen sein, über den sich Lutschanows Frau beschwert hatte. Die 155. Mechanisierte Brigade "Anna von Kiew" wurde in den Medien bekannt, weil während einer Ausbildungsphase in Frankreich Dutzende Soldaten dieser militärischen Formation desertiert sein sollen.
19:30 Uhr
Rada-Abgeordneter: Unsere Partner müssten uns die Schulden erlassen
Rada-Abgeordneter Jurij Kameltschuk schlägt westlichen Partnern vor, Ukraine die Schulden zu erlassen.
"Nach dem Krieg müssen wir all unsere Partner bitten, uns unsere finanziellen Schulden zu erlassen und einen Neuanfang zu wagen", sagte er in einem Mediengespäch.
Seinen Angaben zufolge wird dies dem Land ermöglichen, alle Ressourcen auf die Entwicklung zu konzentrieren, anstatt sie für die Bedienung von Krediten zu verwenden.
19:00 Uhr
Einzelheiten zu Angriffen auf Hafen von Odessa bekannt – drei Frachter getroffen
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden im Laufe des Tages drei weitere Trockenfrachter in der Reede des Hafens von Odessa von Kampfdrohnen getroffen. Laut Behörde waren die Schiffe im Auftrag der ukrainischen Streitkräfte im Einsatz.
Auf regionalen Telegramkanälen wurden Videos und Bilder mit brennenden Frachtern geteilt.

Ebenso wurde gemeldet, dass Entladeinfrastruktur für Treib- und Schmierstoffe sowie fünf Tanks mit Treib- und Schmierstoffen im Hafen von Juschny mit hochpräzisen luftgestützten Waffen getroffen wurden. Diese seien für die Versorgung der ukrainischen Streitkräfte bestimmt gewesen.
18:45 Uhr
Sicherheitsgarantien ohne Moskau? Peskow nennt Kurs von Kanzler Merz "aussichtslos"
Bundeskanzler Friedrich Merz hält weiterhin daran fest, dass Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Waffenstillstand allein von Kiew und seinen westlichen Partnern ausgestaltet werden – ohne ein Mitspracherecht Moskaus. Auf der Abschlusspressekonferenz der "Koalition der Willigen" in Paris betonte er am Montag diesen Kurs. Dabei verwies er auf die jüngst beim NATO-Gipfel in Ankara vereinbarten Finanzzusagen von jeweils über 70 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027.
Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erteilte dieser Strategie am Dienstag eine klare Absage. Er bezeichnete das europäische Vorgehen als "aussichtslos", da eine stabile Friedensordnung zwingend alle Kernakteure einbinden müsse. Sollten die Europäer so weiterverfahren, schließe dies laut Peskow jede europäische Mitsprache beim eigentlichen, künftigen Friedensprozess kategorisch aus.
18:35 Uhr
Peskow über Pariser Ukraine-Gipfel: "Koalition der Irregeleiteten und Kriegstreiber"
Bei einer Pressekonferenz in Moskau am Montag bezeichnete der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, die "Koalition der Willigen" als "Koalition der Irregeleiteten und Kriegstreiber" und fügte hinzu, dass Moskau deren Handlungen "sehr genau" verfolge.
Der in Paris am gleichen Tag abgehaltene Ukraine-Gipfel der "Koalition der Willigen" vereinte die Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und der Ukraine.
18:25 Uhr
Ungarns Verteidigungsminister grenzt sich von Russland ab und kündigt Aufrüstung an
Der neue ungarische Verteidigungsminister Romulusz Ruszin-Szendi verschärft den Kurs gegen Russland. Er erklärte am Dienstag während einer in Budapest stattfindenden Konferenz des Equilibrium-Instituts zu Sicherheit und Energie, Budapest werde "den Russen die Tür schließen", sollten sie versuchten, "durch die Hintertür" nach Ungarn einzudringen. Damit ist eine deutliche Verschärfung der Rhetorik von ungarischer Seite seit dem Regierungswechsel von Viktor Orbán zu Péter Magyar zu verzeichnen.
Zur Strategie der neuen Regierung gehöre es, so Ruszin-Szendi weiter, das Vertrauen zu den NATO-Verbündeten wiederaufzubauen. Deshalb habe sich die Regierung Magyar auch bei den Finnen für die lange Verzögerung der Genehmigung ihres NATO-Beitritts durch Ministerpräsident Orbán entschuldigt.
Verteidigungsminister Ruszin-Szendi versprach außerdem, dass Ungarn bis zum Jahr 2035 das NATO-Ziel von jährlich fünf Prozent des BIP einhalten werde, auch wenn derzeit Bildung und Gesundheitswesen für die neue Regierung Vorrang hätten. Als weiteres Ziel seiner Amtsführung nannte Ruszin-Szendi den Abschluss von Entwicklungsabkommen mit mehreren europäischen Rüstungsunternehmen sowie die Eröffnung militärischer Produktionsstätten in Ungarn.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.


