Liveticker Ukraine-Krieg – Proteste gegen Regierungsumbildung in Kiew: "Bring Fjodorow zurück"

16.07.2026 14:38 Uhr
14:38 Uhr
Ukraine greift Wolga-Gebiet Saratow mit Drohnen an: drei Verletzte in Engels
Auch die Behörden des russischen Gebiets Saratow melden eine Drohnenattacke aus der Ukraine. Demnach seien in der Wolga-Region drei Menschen verletzt worden, als unbemannte Luftfahrzeuge in ein Wohnhaus in der Stadt Engels eingeschlagen seien. Die Opfer seien außer Lebensgefahr. Weitere Einzelheiten werden nicht bekannt gegeben.
In der Stadt Engels befindet sich einer der russlandweit größten Luftstützpunkte. Von dort sind unter anderem strategische Bomber stationiert. Die Ukraine hat die Stadt an der Wolga bereits in der Vergangenheit mit Drohnen attackiert.
14:02 Uhr
Ukrainische Drohnen töten Mann im Gebiet Jaroslawl – Autoverkehr in Richtung Moskau vorübergehend gesperrt
Das russische Gebiet Jaroslawl hat eine massive ukrainische Drohnenattacke überstanden. Gouverneur Michail Jewrajew teilt auf der Plattform Telegram mit, dass die russische Luftabwehr bei der ersten Welle der Attacke am Morgen alle 19 gegnerischen Drohnen abgefangen habe. Aus Sicherheitsgründen habe man den Autoverkehr in Richtung der Hauptstadt Moskau vorübergehend gesperrt. Bei der zweiten Angriffswelle seien 54 unbemannte Luftfahrzeuge abgefangen worden.
Der Politiker meldet vier Verletzte und einen Toten. Weitere Einzelheiten gibt Jewrajew nicht bekannt.
Offenbar hat die Drohnenattacke der örtlichen Erdölraffinerie gegolten. Die Stadt Jaroslawl liegt an der Wolga, rund 250 Kilometer nordöstlich von Moskau.
13:36 Uhr
Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums
Das russische Verteidigungsministerium berichtet über den weiteren Verlauf der militärischen Sonderoperation in der Ukraine binnen der letzten 24 Stunden.
Wie die Militärbehörde auf der Plattform MAX schreibt, habe der Truppenverband Nord seine taktische Position verbessert und dabei ukrainische Einheiten im Raum der Ortschaften Mogriza, Nowaja Setsch, Ryschewka, Sadki und Ulanowo im Gebiet Sumy sowie Sacharowka, Kasatschja Lopan und Jurtschenkowo im Gebiet Charkow getroffen. Der Gegner habe dabei bis zu 195 Soldaten verloren. Zudem seien drei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, 13 Autos, fünf Geschütze, ein Aufklärungsradar und eine Anlage der elektronischen Kampfführung außer Gefecht gesetzt worden.
Der Truppenverband West habe ebenfalls günstigere Positionen bezogen, indem er Personal und Technik des Gegners im Raum der Ortschaften Studenok, Podliman und Peski-Radkowskije im Gebiet Charkow sowie Woltschi Jar, Majaki, Swjatogorsk und Schtschurowo in der DVR getroffen habe. Dabei seien mehr als 215 ukrainische Armeeangehörige getötet oder verletzt worden. Das russische Militär habe darüber hinaus zwei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, 20 Autos und vier Geschütze zerstört.
Auch der Truppenverband Süd habe seine taktische Position verbessert und dabei ukrainische Einheiten nahe den Ortschaften Ischewka, Kramatorsk, Nikanorowka, Wassjutinskoje, Weroljubowka, Nikolajewka und Slawjansk in der DVR getroffen. Das russische Ministerium beziffert die gegnerischen Personalverluste auf mehr als 165 Kämpfer. Der Gegner habe außerdem einen Transportpanzer, ein gepanzertes Gefechtsfahrzeug, 25 Autos, zwei Geschütze und zwei Anlagen der elektronischen Kampfführung verloren.
Der Truppenverband Mitte habe ebenfalls seine Position an der vordersten Linie verbessert, indem er Personal und Technik des Gegners nahe den Ortschaften Grusskoje, Dobropolje, Nowowodjanoje, Petrowskoje, Rubeschnoje, Swetloje und Sergejewka in der DVR und Nowopawlowka im Gebiet Dnjepropetrowsk getroffen habe. Der Gegner habe bis zu 330 Armeeangehörige verloren. Drei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, vier Autos, ein Geschütz und drei Anlagen der elektronischen Kampfführung seien zerstört worden.
Der Truppenverband Ost habe seinen Vormarsch fortgesetzt und zuletzt ukrainische Einheiten in der Nähe der Ortschaften Wolnoje, Kolomijzy, Malomichailowka, Podgawrilowka und Prossjanaja im Gebiet Dnjepropetrowsk sowie Dolinka, Ljubizkoje, Nikolskoje und Nowossoloschino im Gebiet Saporoschje getroffen. Die russische Behörde schätzt die gegnerischen Personalverluste auf mehr als 490 Kämpfer. Ein gepanzertes Gefechtsfahrzeug, sieben Autos, ein Geschütz und eine Anlage der elektronischen Kampfführung seien außer Gefecht gesetzt worden.
Der Truppenverband Dnjepr habe ukrainische Einheiten im Raum der Ortschaften Malokaterinowka und Orechow im Gebiet Saporoschje sowie Ingulez im Gebiet Cherson getroffen. Dabei seien mehr als 55 ukrainische Soldaten getötet oder verletzt worden. Das russische Militär habe darüber hinaus sieben Autos und eine Anlage der elektronischen Kampfführung zerstört.
Ferner meldet das Ministerium in Moskau erfolgreiche Luft-, Drohnen-, Raketen- und Artillerieangriffe auf Energie- und Verkehrsinfrastrukturen, die der Gegner zu militärischen Zwecken nutze, Drohnenlager und 147 Standorte mit ukrainischen Soldaten und ausländischen Söldnern. Dagegen habe die russische Luftabwehr in den vergangenen 24 Stunden acht Lenkbomben, fünf HIMARS-Raketen und 802 Drohnen abgefangen.
Nach russischen Angaben habe die Ukraine seit dem Beginn der Sonderoperation am 24. Februar 2022 insgesamt 673 Flugzeuge, 284 Hubschrauber, 182.526 Drohnen, 666 Flugabwehrraketenkomplexe, 30.174 Kampfpanzer und andere Panzerfahrzeuge, 1.758 Mehrfachraketenwerfer sowie 35.783 Geschütze und Mörser verloren.
13:01 Uhr
Proteste gegen Regierungsumbildung in Kiew
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew und in anderen ukrainischen Städten haben am Donnerstag Protestaktionen gegen die Kabinettsumbildung stattgefunden. Protestteilnehmer versammelten sich in der Innenstadt, um ihren Unmut über die Maßnahmen auf die Straße zu tragen. Die Demonstranten zeigten ihren Missmut vor allem wegen der Entlassung von Verteidigungsminister Michail Fjodorow. Sie skandierten Rufe wie "Schande" und "Bring Fjodorow zurück". Dem bislang jüngsten Verteidigungsminister des osteuropäischen Landes wird ein großer Anteil an der Verbesserung der Position des Militärs im Krieg gegen Russland in den vergangenen Monaten nachgesagt.
Ukraine: Protests in Kyiv, Kharkiv, Lviv, Dnipro, and Odesa to protest outgoing Ukrainian Defence Minister Fedorov's dismissal. pic.twitter.com/yz3ycyWIZb
— Clash Report (@clashreport) July 16, 2026Fjodorow hatte am Vortag seinen Rücktritt erklärt. Vor seinem Wechsel in das Verteidigungsressort war der 35-Jährige für die digitale Transformation in der Ukraine verantwortlich. Fortschritte bei Drohnentechnologie und E-Plattformen der Regierung trugen zu seiner Beliebtheit bei. Ukrainischen Medienberichten zufolge könnte Fjodorow durch den derzeitigen Innenminister Igor Klimenko ersetzt werden.
Selenskij hatte die Regierungsumbildung mit "neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben" begründet.
12:37 Uhr
Starmer reist nach Kiew
Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer reist am Donnerstag zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij nach Kiew. Dies sei einer der letzten Auslandsbesuche in Starmers Amtszeit, teilt sein Büro mit. Starmer wolle mit Selenskij über die Fortschritte bei der militärischen Ausrüstung der Ukraine sprechen. Zudem werde erörtert, worauf sich die Verbündeten künftig konzentrieren sollten, heißt es in der Erklärung weiter.
Starmer wird am Montag von seinem Amt zurücktreten. Sein Nachfolger soll der Labour-Politiker Andy Burnham werden.
12:09 Uhr
Neun Verletzte bei ukrainischen Angriffen auf 77 Ortschaften im Gebiet Belgorod
Der Krisenstab des russischen Grenzgebiets Belgorod veröffentlicht jeden Tag auf Telegram Statistiken über ukrainische Angriffe auf Siedlungen in der Region. Aus dem heutigen Eintrag geht hervor, dass das ukrainische Militär in den letzten 24 Stunden 77 Ortschaften in acht Bezirken angegriffen habe. Der Gegner habe mindestens 55 Geschosse abgefeuert und 259 Drohnen eingesetzt, von denen 142 abgeschossen worden seien.
In der Statistik wird auch über Opfer unter der Zivilbevölkerung berichtet. Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf Fahrzeuge seien in den Ortschaften Zerkowny, Massytschewo, Schebekino, Maximowka und Nowaja Tawolschanka insgesamt sechs Menschen verletzt worden. Bei der Detonation einer Drohne in Schebekino seien zudem zwei Kinder im Alter von 13 und 16 Jahren und eine 18-jährige Frau zu Schaden gekommen.
Der Krisenstab meldet zudem zahlreiche Sachschäden. Demnach seien in den vergangenen 24 Stunden zwei Mehrfamilienhäuser, 23 Einfamilienhäuser, eine soziale Einrichtung, ein Geschäft, zwei Betriebe, ein Lagerhaus, vier Infrastrukturobjekte, zwei Garagen, zwei Gasleitungen, zwei Stromleitungen, neun Lkw, ein Traktor, zwei Busse, ein Kommunalfahrzeug und 28 Autos zerstört oder beschädigt worden.
11:33 Uhr
Ein Toter und ein Verletzter bei ukrainischen Artillerie- und Drohnenangriffen auf Grenzgebiet Kursk
Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihre Attacken auf das russische Grenzgebiet Kursk fort. Gouverneur Alexander Chinschtein berichtet in der täglichen Statistik auf der Plattform MAX über zahlreiche Artillerie- und Drohnenangriffe auf die Region. Wie der Politiker mitteilt, seien im Zeitraum von 8 Uhr MESZ am 15. Juli bis 8 Uhr MESZ am 16. Juli 154 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Ferner habe die gegnerische Artillerie in dieser Zeit 131-mal grenznahe evakuierte Ortschaften unter Beschuss genommen. Es habe außerdem 13 Angriffe gegeben, bei denen unbemannte Luftfahrzeuge Sprengsätze auf Objekte im Gebiet Kursk abgelassen hätten.
Chinschtein meldet Opfer unter der Zivilbevölkerung. Eine 36-jährige Einwohnerin der Siedlung Chomutowka habe tödliche Verletzungen erlitten. Der Politiker drückt der Familie der Getöteten sein Beileid aus. In der Siedlung Utschitelski sei ein 59 Jahre alter Mann verletzt worden. Darüber hinaus meldet Chinschtein Sachschäden in der Gebietshauptstadt Kursk, in der Stadt Lgow, in der Siedlung Prjamizyno und in den Dörfern Serpowka und Nowoiwanowka. Demnach seien dort insgesamt zwei Einfamilienhäuser, ein Energieobjekt, eine Tankstelle und zwei Autos zu Schaden gekommen.
11:04 Uhr
Russischer Verteidigungsminister Beloussow inspiziert Truppenverband Mitte
Russlands Verteidigungsminister Andrei Beloussow hat den Truppenverband Mitte inspiziert, der an der militärischen Sonderoperation in der Ukraine teilnimmt. Wie die Behörde auf der Plattform Telegram bekannt gibt, habe sich der Minister mit Kommandeuren von Einheiten getroffen und ihre Berichte über die laufende Situation an der Kontaktlinie angehört. Der Befehlshaber des Truppenverbandes, Generaloberst Waleri Solodtschuk, habe demnach Beloussow über die Aktivitäten des Gegners, die Erfüllung der Kampfaufgaben durch die russischen Truppen und über die Verwendung von unbemannten Systemen und einem automatischen System zum Informationsaustausch zwischen den Einheiten berichtet. Der Minister habe anschließend mehreren Kämpfern des Truppenverbandes Auszeichnungen verliehen. Den genauen Ort und Zeitpunkt des Besuchs teilt die Militärbehörde nicht mit. Auf der Plattform Telegram gibt es aber ein Video der Inspektion.
10:30 Uhr
Beschuss auf Siedlungen im Gebiet Cherson: Mehr als 30 Geschosse aus Ukraine abgefeuert
Die Behörden im von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson melden andauernde Angriffe auf Siedlungen am linken Dnjepr-Ufer. Den Angaben zufolge habe die ukrainische Artillerie im Laufe des 15. Juli 19 Geschosse auf fünf Ortschaften abgefeuert. Die Zahl der eingeschlagenen Geschosse listen die Behörden wie folgt auf:
- Aljoschki – fünf,
- Golaja Pristan – drei,
- Gornostajewka – drei,
- Malaja Lepeticha – fünf,
- Tawrijsk – drei.
Wie die Behörden weiter mitteilen, habe der Beschuss auch in der Nacht zum Donnerstag angedauert. Auf zivile Infrastrukturen der von Russland kontrollierten Ortschaften Antonowka, Welikaja Blagoweschtschenka und Gladkowka seien insgesamt zwölf Geschosse abgefeuert worden.
Berichte über Opfer und Schäden liegen bislang nicht vor.
10:08 Uhr
Ukrainische Armee beschießt Siedlung im russischen Gebiet Brjansk: Großmutter und Enkelin getötet
Das ukrainische Militär hat erneut im russischen Grenzgebiet Brjansk zugeschlagen. Wie Interimsgouverneur Jegor Kowaltschuk auf der Plattform Telegram mitteilt, sei die Ortschaft Susemka mit Mehrfachraketenwerfern des Typs Grad beschossen worden. Infolge der Attacke seien eine ältere Frau und ihre 15-jährige Enkelin getötet worden. Eine weitere Frau habe Verletzungen erlitten.
Der Politiker spricht den Angehörigen der Todesopfer sein tiefes Beileid aus. Der verletzten Einwohnerin wünscht er eine möglichst schnelle Besserung. Die Frau sei in einem Krankenhaus ärztlich versorgt worden, gibt Kowaltschuk bekannt.
Der Interimsgouverneur berichtet zudem über Sachschäden. Ein Wohnhaus sei völlig zerstört worden. Vier weitere Wohnhäuser, ein Traktor und ein Auto seien beschädigt worden.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.