International

Liveticker zum Ukraine-Krieg: Sabotage und islamistischer Terror auf der Krim

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen. Hier lesen Sie die neuesten Entwicklungen.
Liveticker zum Ukraine-Krieg: Sabotage und islamistischer Terror auf der KrimQuelle: Sputnik © ЦОС ФСБ РФ/РИА Новости
  • 17.08.2022 23:00 Uhr

    23:00 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt einen schönen Abend!

  • 22:55 Uhr

    Russische Minenräumer haben mehr als 541.000 Sprengsätze im Donbass unschädlich gemacht

    Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet, dass die russischen Streitkräfte und das Katastrophenschutzministerium seit Beginn einer militärischen Sonderoperation in der Ukraine mehr als 18.000 Hektar des Gebiets der Volksrepubliken Donezk und Lugansk (DVR und LVR) auf Minen kontrolliert und dabei über 541.000 Sprengsätze gefunden und entschärft hätten. Dies hat Generaloberst Michail Misinzew, der Leiter des Nationalen Zentrums für Verteidigungsmanagement der Russischen Föderation, am Mittwoch mitgeteilt. Er betonte:

    "Die Entminungsteams der Streitkräfte der Russischen Föderation, des russischen Ministeriums für Katastrophenschutz und des Ministeriums für Katastrophenschutz der Volksrepubliken Donezk und Lugansk sind weiterhin damit beschäftigt, explosive Objekte aus den Donbass-Republiken und den befreiten Gebieten der Ukraine zu entfernen. Insgesamt wurden 18.127,28 ha Fläche, 917 Gebäude (darunter 13 sozial bedeutsame Einrichtungen), vier Brücken und 150,47 km Straßen überprüft. 541.387 Sprengsätze wurden entdeckt und entschärft."

    Misinzew leitet – neben seiner Funktion im Nationalen Zentrum für Verteidigungsmanagement – auch das russische Hauptquartier für die Koordinierung der humanitären Hilfe in der Ukraine.

  • 22:38 Uhr

    Krim weiter von Explosionen erschüttert

    Die Halbinsel Krim ist vergangenen Dienstag erneut Ziel einer vermutlich ukrainischen Sabotage geworden. Dies ist schon die zweite Sabotage auf der Halbinsel in der letzten Woche. Laut den Angaben der regionalen Behörden ist das Munitionslager in der Region Dschankoj betroffen.

    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden bei den Bränden und Explosionen ein Kraftwerk, Stromleitungen, Bahngleise und Wohnhäuser beschädigt. Es wurden zwei Menschen verletzt und mehr als 3.000 Menschen aus zwei Dörfern evakuiert.

    Der Gouverneur der Republik Krim, Sergei Aksjonow, war in der betroffenen Region Dschankoj:

    "Wir sind zum Brandort hinausgefahren und haben eine Beobachtungsdrohne hingeschickt. Die Detonationen sind ziemlich stark. Die Munition liegt überall auf dem Boden verstreut, was leider bedeutet, dass es Arbeit für Minenräumer geben wird. Deshalb warten wir darauf, dass die Detonationen der Munition aufhören – jetzt hören sie die nächste Explosion."

    Zu dem Vorfall meldete sich auch die ukrainische Seite.

    "Das freut uns alle, nicht nur das Militär, sondern die ganze Ukraine", sagte Juri Ignat, Sprecher der ukrainischen Luftwaffe. "Wir hoffen, dass der Feind nicht nur Verluste in der militärischen Ausrüstung erleidet, sondern auch im Flugpersonal", fügte Ignat hinzu.

    Mehr zum Thema - Wer hat ein Interesse an einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine?

  • 22:23 Uhr

    Erneuter ukrainischer Beschuss des Saporoschje-Kernkraftwerks

    Das Mitglied des Hauptrats der Verwaltung des Gebiets Saporoschje, Wladimir Rogow, hat von einem erneuten ukrainischen Beschuss des Kernkraftwerks in Energodar berichtet. Laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti erklärte er:

    "Mindestens sechs Schüsse ins Gebiet, wo sich das Saporoschje-AKW befindet, wurden beobachtet."

    Rogow fügte hinzu, dass das Kraftwerk selbst nicht getroffen wurde und weiterhin im Normalbetrieb bleibt. Nach vorläufigen Angaben gebe es auch keine Verletzten.

    Zuvor hatte die Verwaltung des Gebiets Saporoschje die Festnahme zweier AKW-Mitarbeiter bekannt gegeben, die das ukrainische Artilleriefeuer gegen das Kraftwerk lenkten.

  • 22:09 Uhr

    Militärexperte: Ukrainische Armee erlebt im Donbass ihre letzten Tage

    Das "Kiewer Regime" habe seine Taktik geändert und sei aufgrund der katastrophalen Lage an allen Fronten zu Terroranschlägen und Sabotage übergegangen. Diese Meinung vertrat der stellvertretende Präsident der Russischen Akademie für Raketen- und Artilleriewissenschaften, der Militärexperte Konstantin Siwkow, in einem Interview mit der Agentur FAN (Federalnoje agenstwo nowostej), wie Radio Sputnik meldet. Siwkow sagte:

    "Die Verschärfung der Auswirkungen auf das AKW Saporoschje und die Bedrohung des AKW Kursk zeigen, dass unsere Truppen ernsthafte Erfolge erzielt haben und die ukrainischen Streitkräfte ihre letzten kampffähigen Reserven verlieren. Deshalb sind sie zu Terroranschlägen und Sabotageakten übergegangen. Die plötzliche Aktivität der ukrainischen Spezialdienste zeigt, dass die Gruppierung der ukrainischen Armee im Donbass tatsächlich ihre letzten Tage erlebt."

    Ihm zufolge hätten NATO-Offiziere möglicherweise ähnliche Taktiken entwickelt. Siwkow weiter:

    "Der ukrainische Generalstab handelt auch in einem solchen Krieg nach NATO-Normen, obwohl die Taktik wahrscheinlich von Offizieren der Allianz vor Ort entwickelt wird. Nach diesen Normen können zwischen fünfhundert und achthundert Sabotagegruppen im Grenzgebiet eingesetzt werden. Dieses Problem wird durch die Stärkung der territorialen Verteidigung und der Sabotageabwehr hinter den feindlichen Linien gelöst."

    Mehr zum Thema - Antikommunismus und Nationalismus – die gemeinsame Geschichte der Ukraine und Taiwans

  • 21:51 Uhr

    Wegen bevorstehender UN-Generalversammlung: Russische Botschaft in Washington bittet das US-State Department, Lawrow ein Visum zu erteilen

    Wie TASS meldet, hat die russische Botschaft in den USA an das Weiße Haus und das State Department appelliert, dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und allen Mitgliedern der russischen Delegation Visa für die Teilnahme an der UN-Generalversammlung im September auszustellen. Dies sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, am Mittwoch im Fernsehsender Rossija-24:

    "Die Botschaft hat bereits an das Weiße Haus und das Außenministerium appelliert, den Verpflichtungen des Landes, in dem sich der UN-Sitz befindet, nachzukommen und dem Minister und allen Mitgliedern der russischen Delegation unverzüglich Visa auszustellen."

    Antonow habe gesagt, viele würden Lawrow gerne bei Veranstaltungen der UN-Generalversammlung sehen:

    "Jetzt bekommen wir viele Fragen, ob der Minister zur UN-Vollversammlung kommen wird. Man kann also mit Sicherheit sagen, dass viele Sergej Wiktorowitsch (Lawrow – Anm. d. Red.) gerne in der UN-Vollversammlung sehen würden. Ich erinnere mich an die jüngsten Reisen des Ministers nach Asien und Afrika: Sie haben dort auf ihn gewartet und ihn um ein Treffen gebeten."

    Der russische Botschafter in den USA sagte außerdem, er werde am 18. August im Außenministerium über Lawrows Visum für die UN-Generalversammlung sprechen:

    "Morgen werde ich dem Außenministerium einen weiteren Besuch abstatten, bei dem eines der zentralen Themen, die ich anzusprechen gedenke, genau dieses Problem ist – das Problem der vollen, uneingeschränkten Teilnahme unseres Ministers und unserer Delegation an den bevorstehenden September-Veranstaltungen in New York (gemeint ist die UN-Generalversammlung – Anm. d. Red.)."

    Der Botschafter betonte auch, dass Lawrow "ständig an internationalen Foren teilnimmt, einschließlich des G20, der SCO (Shanghai Cooperation Organisation, Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit; Anm. d. Red.), der ASEAN, der GUS und der CSTO (Collective Security Treaty Organization, Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, OVKS  Anm. d. Red.)".

  • 21:25 Uhr

    Fährverbindung zwischen DVR und Russland eingerichtet

    Zwischen den Häfen von Mariupol in der Volksrepublik Donezk und Jeisk in Russland ist eine Fährverbindung eingerichtet worden, wie die Donezker Nachrichtenagentur (DAN) berichtete. Das Fährschiff "Lawrenti" lief in den Hafen von Mariupol ein. Es kann über 130 Personen und diverse Lastgüter befördern. Ein Besatzungsmitglied erklärte gegenüber DAN:

    "Die Fähre beendete die planmäßige Überfahrt nach den Vorgaben des russischen Verteidigungsministeriums von Jeisk nach Mariupol. Die Überfahrt verlief einwandfrei, es gab keine Stürme."

    Der Hafen von Mariupol war Ende Mai wieder in Betrieb genommen worden. Er solle eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau der Region erhalten, erklärte damals die Regierung der DVR.

    Mehr zum ThemaFür den Wiederaufbau der Infrastruktur: Fährverbindung von Jeisk nach Mariupol eröffnet

  • 20:49 Uhr

    Zwei ukrainische Späher im Saporoschje-AKW festgenommen

    In der russische kontrollierten Stadt Energodar sind zwei Mitarbeiter des Atomkraftwerks Saporoschje festgenommen worden, die das ukrainische Artilleriefeuer gegen den Kernreaktor korrigiert haben sollen. Dies meldete der Pressedienst des regionalen Innenministeriums über Telegram. Für das Korrigieren des Artilleriefeuers gegen das größte AKW in Europa drohe den Inhaftierten eine Anklage wegen internationalen Terrorismus beziehungsweise zehnjährige bis lebenslange Freiheitsstrafen. Die Behörde schrieb hierzu:

    "Sie werden Zeit haben, über die Gefahr nachzudenken, der sie ihre Freunde, Kameraden, Bekannte, Landsleute und ganz Osteuropa ausgesetzt hatten."

    Die ukrainische Artillerie hatte in vergangenen Tagen ihre Artillerieangriffe gegen das Saporoschje-Kernkraftwerk intensiviert. Obwohl der Reaktor durch dicke Wände gegen Beschuss geschützt ist, droht im Fall eines Treffers gegen das Kühlsystem oder den Brennstoffspeicher eine atomare Katastrophe. Russland äußerte diesbezüglich mehrere Warnungen und forderte die internationale Gemeinschaft auf, entsprechend zu reagieren.

  • 20:15 Uhr

    Britische Botschaft in Moskau nennt den Einsatz von Spionageflugzeugen über der Barentssee "Routine"

    In den letzten Tagen kam es wiederholt zu Zwischenfällen mit britischen Spionageflugzeugen im Luftraum über der Barentssee und über russischem Territorium. Wie die britische Botschaft in Moskau am Mittwoch mitteilte, habe ein britisches Flugzeug vom Typ Boeing RC-135W Rivet Joint am 15. August einen "Routineeinsatz" im internationalen Luftraum über der Norwegischen See und der Barentssee durchgeführt (RT DE berichtete dazu mehrfach hier im Live-Ticker). Über diese neuesten britisch-russischen Spannungen schrieb die russische Agentur TASS:

    Das russische Verteidigungsministerium hat am Montag mitgeteilt, dass das Flugzeug die russische Staatsgrenze in der Nähe von Kap Swjatoj Nos über der Barentssee verletzt habe. Die russischen Luft- und Raumfahrtkräfte sind beauftragt worden, diesen Überflug zu verhindern, und das Spionageflugzeug sei von einem russischen MiG-31BM-Kampfjet aus dem Gebiet vertrieben worden. Das Ministerium erklärte daraufhin, London habe unter anderem beantragt, mit dem Spionageflugzeug russisches Territorium überfliegen zu dürfen, was eine bewusste Provokation darstelle. Es wies auch darauf hin, dass alle möglichen Konsequenzen ausschließlich von britischer Seite zu tragen seien.

    Aus der britischen diplomatischen Vertretung hieß es zu dem Vorfall:

    "Eine russische MiG-31 führte am 15. August ein gefährliches Anflugmanöver mit einem Flugzeug der Royal Air Force RC-135W Rivet Joint durch, das einen Routineeinsatz im internationalen Luftraum über der norwegischen See und der Barentssee hatte."

    Die Botschaft habe außerdem erklärt, dass "die Besatzung des britischen Flugzeugs in Kontakt mit den russischen Fluglotsen stand und sicher und professionell gehandelt" habe.

    Der russische Geschäftsträger im Vereinigten Königreich, Alexander Gusarow, wies seinerseits darauf hin, dass Moskau London dringend gebeten habe, keine künstlichen Spannungsherde in der Arktis zu schaffen, und bezeichnete den Überflug als "bewusste und absichtliche Provokation, um das russische Verteidigungssystem zu enttarnen".

  • 19:26 Uhr

    Nach Explosionen auf der Krim – FSB hebt islamistische Terrorzelle aus

    Nach einem Brand auf dem Gelände eines Munitionslagers nahe der Siedlung Maiskoje bei Dschankoi auf der Krim und einer anschließenden Detonation hat der russische Sicherheitsdienst FSB eine islamistische Zelle auf der Halbinsel ausgehoben.

    Bei der Aktion wurden sechs Personen festgenommen. Dem FSB zufolge soll die Gruppe von Abgesandten internationaler Terrorgruppen von der Ukraine aus angeführt worden sein. Das offizielle Kiew hat keine Verantwortung für die Detonationen im Norden der Krim übernommen.

    Die Ermittlungen zur genauen Ursache und den Verantwortlichen der Explosionen dauern allerdings noch an. Derweil schürt die Zeitung WELT nach dem Sabotageakt Angst vor einem russischen Atomschlag.

    Mehr zum ThemaNach "Sabotageakt" auf der Krim – WELT spekuliert: Wird Russland Atomwaffen einsetzen?