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Liveticker zum Ukraine-Krieg: Deutsche Erdgasvorräte reichen bestenfalls für knapp drei Monate

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen. Hier lesen Sie die neuesten Entwicklungen.
IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON via www.imago-images.deQuelle: www.globallookpress.com
  • 17.08.2022 20:49 Uhr

    20:49 Uhr

    Zwei ukrainische Späher im Saporoschje-AKW festgenommen

    In der russische kontrollierten Stadt Energodar sind zwei Mitarbeiter des Atomkraftwerks Saporoschje festgenommen worden, die das ukrainische Artilleriefeuer gegen den Kernreaktor korrigiert haben sollen. Dies meldete der Pressedienst des regionalen Innenministeriums über Telegram. Für das Korrigieren des Artilleriefeuers gegen das größte AKW in Europa drohe den Inhaftierten eine Anklage wegen internationalen Terrorismus beziehungsweise zehnjährige bis lebenslange Freiheitsstrafen. Die Behörde schrieb hierzu:

    "Sie werden Zeit haben, über die Gefahr nachzudenken, der sie ihre Freunde, Kameraden, Bekannte, Landsleute und ganz Osteuropa ausgesetzt hatten."

    Die ukrainische Artillerie hatte in vergangenen Tagen ihre Artillerieangriffe gegen das Saporoschje-Kernkraftwerk intensiviert. Obwohl der Reaktor durch dicke Wände gegen Beschuss geschützt ist, droht im Fall eines Treffers gegen das Kühlsystem oder den Brennstoffspeicher eine atomare Katastrophe. Russland äußerte diesbezüglich mehrere Warnungen und forderte die internationale Gemeinschaft auf, entsprechend zu reagieren.

  • 20:15 Uhr

    Britische Botschaft in Moskau nennt den Einsatz von Spionageflugzeugen über der Barentssee "Routine"

    In den letzten Tagen kam es wiederholt zu Zwischenfällen mit britischen Spionageflugzeugen im Luftraum über der Barentssee und über russischem Territorium. Wie die britische Botschaft in Moskau am Mittwoch mitteilte, habe ein britisches Flugzeug vom Typ Boeing RC-135W Rivet Joint am 15. August einen "Routineeinsatz" im internationalen Luftraum über der Norwegischen See und der Barentssee durchgeführt (RT DE berichtete dazu mehrfach hier im Live-Ticker). Über diese neuesten britisch-russischen Spannungen schrieb die russische Agentur TASS:

    Das russische Verteidigungsministerium hat am Montag mitgeteilt, dass das Flugzeug die russische Staatsgrenze in der Nähe von Kap Swjatoj Nos über der Barentssee verletzt habe. Die russischen Luft- und Raumfahrtkräfte sind beauftragt worden, diesen Überflug zu verhindern, und das Spionageflugzeug sei von einem russischen MiG-31BM-Kampfjet aus dem Gebiet vertrieben worden. Das Ministerium erklärte daraufhin, London habe unter anderem beantragt, mit dem Spionageflugzeug russisches Territorium überfliegen zu dürfen, was eine bewusste Provokation darstelle. Es wies auch darauf hin, dass alle möglichen Konsequenzen ausschließlich von britischer Seite zu tragen seien.

    Aus der britischen diplomatischen Vertretung hieß es zu dem Vorfall:

    "Eine russische MiG-31 führte am 15. August ein gefährliches Anflugmanöver mit einem Flugzeug der Royal Air Force RC-135W Rivet Joint durch, das einen Routineeinsatz im internationalen Luftraum über der norwegischen See und der Barentssee hatte."

    Die Botschaft habe außerdem erklärt, dass "die Besatzung des britischen Flugzeugs in Kontakt mit den russischen Fluglotsen stand und sicher und professionell gehandelt" habe.

    Der russische Geschäftsträger im Vereinigten Königreich, Alexander Gusarow, wies seinerseits darauf hin, dass Moskau London dringend gebeten habe, keine künstlichen Spannungsherde in der Arktis zu schaffen, und bezeichnete den Überflug als "bewusste und absichtliche Provokation, um das russische Verteidigungssystem zu enttarnen".

  • 19:26 Uhr

    Nach Explosionen auf der Krim – FSB hebt islamistische Terrorzelle aus

    Nach einem Brand auf dem Gelände eines Munitionslagers nahe der Siedlung Maiskoje bei Dschankoi auf der Krim und einer anschließenden Detonation hat der russische Sicherheitsdienst FSB eine islamistische Zelle auf der Halbinsel ausgehoben.

    Bei der Aktion wurden sechs Personen festgenommen. Dem FSB zufolge soll die Gruppe von Abgesandten internationaler Terrorgruppen von der Ukraine aus angeführt worden sein. Das offizielle Kiew hat keine Verantwortung für die Detonationen im Norden der Krim übernommen.

    Die Ermittlungen zur genauen Ursache und den Verantwortlichen der Explosionen dauern allerdings noch an. Derweil schürt die Zeitung WELT nach dem Sabotageakt Angst vor einem russischen Atomschlag.

    Mehr zum ThemaNach "Sabotageakt" auf der Krim – WELT spekuliert: Wird Russland Atomwaffen einsetzen?

  • 19:00 Uhr

    Videoaufnahmen des zerstörten Wohnhauses in Perwomaisk veröffentlicht

    Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti hat die Videoaufnahmen des durch das ukrainische Militär beschossenen Wohnhauses in der Stadt Perwomaisk in der Lugansker Volksrepublik veröffentlicht. Das neunstöckige Gebäude wurde bei einem ukrainischen Angriff mit einem von den USA gelieferten HIMARS-Mehrfachraketenwerfer stark beschädigt. Auf dem Video sind die angerichteten Zerstörungen gut zu sehen. Außerdem zeigt es Mitarbeiter des russischen Ermittlungskomitees während der Beweisaufnahme.

    Der HIMARS-Angriff auf Perwomaisk hatte sich am Morgen des heutigen Mittwochs ereignet (wir berichteten in diesem Ticker). Nach vorläufigen Angaben der Vertretung der Lugansker Volksrepublik beim Gemeinsamen Zentrum für Kontrolle und Koordination ist dabei mindestens eine Person ums Leben gekommen, während drei weitere, darunter ein vierjähriges Kind, verletzt wurden.

  • 18:29 Uhr

    Spekulation über Einsatz von brasilianischen leichten Angriffsflugzeugen "Super Tucano" durch Ukraine

    In den vergangenen Tagen wurden Meldungen bekannt, denen zufolge leichte Kampfflugzeuge und Hubschrauber der afghanischen Armee, die im Zuge des Machtwechsels in Kabul nach Tadschikistan und Usbekistan geflogen wurden, von dort aus in die Ukraine gelangen könnten. Moskau hat vor zwei Tagen dagegen protestiert, dass  russische Hubschrauber des Typs Mi-8/17, die ursprünglich an Afghanistan geliefert worden waren, nun von den USA der Ukraine übergeben werden. RIA Nowosti hatte in diesem Zusammenhang gemeldet:

    "Dmitri Schugajew, Direktor des Föderalen Dienstes für militärisch-technische Zusammenarbeit (FSMTC), bezeichnete die Weitergabe von Mi-17V5-Hubschraubern, die zuvor an Afghanistan geliefert worden waren, durch die USA an die Ukraine als 'eklatantes Beispiel für einen illegalen Re-Export'."

    Nachdem die Ukraine sich spätestens 2019 am Erwerb des brasilianischen leichten Angriffsflugzeuges EMB 314 "Super Tucano" (US-Bezeichnung: A-29) interessiert gezeigt hatte, könnte sie nun über den zentralasiatischen Umweg an die leichten Kampfflugzeuge kommen.

    Aus Sicht der Volksmilizen der Donbass-Republiken und der russischen Armee könnte die Ausrüstung mit diesen "Super Tucanos" und ähnlichen westlichen Modellen in den Reihen der ukrainischen Luftwaffe eine neue Bedrohung darstellen, wie der Telegram-Kanal Wojennyj Oswedomitel schreibt. Als Turboprop-Flugzeug, das ursprünglich als Trainingsflugzeug konzipiert wurde, sei die Super Tucano leicht zu erlernen und kostengünstig zu betreiben, was für die ukrainischen Streitkräfte ein wichtiger Gesichtspunkt sei.

    Dieses leichte Kampfflugzeug könne mit einer begrenzten Anzahl von "Präzisionswaffen" wie Luft-Luft-Raketen, Lenkbomben und einem Raketenwerfer ausgerüstet werden, darunter auch mit US-Waffensystemen.

  • 18:03 Uhr

    UN-Generalsekretär trifft in Lwow ein – Treffen mit Erdoğan und Selenskij geplant

    Der UN-Generalsekretär António Guterres ist in Lwow eingetroffen, wo er am Donnerstag an einem trilateralen Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan teilnehmen wird, wie sein Sprecher Stéphane Dujarric gegenüber RIA Nowosti erklärte.

    Wie zuvor angekündigt, wird außerdem ein bilaterales Treffen zwischen Guterres und Selenskij stattfinden. Am Freitag soll der UN-Chef dann nach Odessa reisen, und daraufhin am Samstag das im Rahmen des Getreideabkommens eingerichtete Gemeinsame Koordinierungszentrum in Istanbul besuchen. Ein Moskau-Besuch stehe jedoch zunächst nicht auf dem Plan, so Dujarric.

  • 17:28 Uhr

    LVR: 80 Zivilisten innerhalb von sechs Monaten durch ukrainischen Beschuss getötet

    Im Laufe andauernder Beschüsse der ukrainischen Armee wurden seit dem 17. Februar insgesamt 80 Zivilisten, darunter drei Kinder, in der Volksrepublik Lugansk getötet. Dies teilte die LVR-Vertretung beim Gemeinsamen Zentrum für die Kontrolle und Koordinierung des Waffenstillstandes gegenüber RIA Nowosti mit. Demnach wurden im selben Zeitraum 253 weitere Zivilisten, darunter 25 Kinder, durch die ukrainischen Angriffe verletzt.

    Innerhalb von sechs Monaten wurden insgesamt 10.000 Geschosse verschiedenen Kalibers, darunter 35 taktische Totschka-U-Raketen, 88 HIMARS-Raketen aus US-amerikanischer Produktion sowie 2.207 Granaten der Mehrfachraketenwerfer des Typs Grad, Uragan- und Smertsch auf das Gebiet der Volksrepublik abgefeuert. Infolge der Beschüsse wurden außerdem 2.393 Wohngebäude in 32 Siedlungen zerstört und beschädigt. Zu Schaden kamen zudem 15 zivile Infrastruktureinrichtungen, hieß es.

  • 16:54 Uhr

    Wegen Energiekrise: Bulgarien verbietet Holzexporte

    Aufgrund des Mangels an Brennholz, dessen Preis sich im Laufe des Jahres verdoppelt hat, hat Bulgarien einen Exportstopp beschlossen, teilte der Landwirtschaftsminister des Landes, Jawor Getschew, mit. Im Gespräch mit dem TV-Sender bTV sagte der Behördenleiter:

    "Es gibt viele Probleme in der Landwirtschaft, wir haben jetzt einen Mangel an Holz. Heute werde ich anordnen, den Export von Holz an Drittländer außerhalb der EU zu stoppen."

    Während der Preis für einen Kubikmeter gesägtes und gehacktes Brennholz vor einem Jahr noch bei 90 bis 100 Lew (46 bis 51 Euro) gelegen hat, ist dieser inzwischen auf rund 180 Lew (92 Euro) gestiegen, so der Bericht.

  • 16:26 Uhr

    Gebiet Cherson führt neue Gebietsorganisation ein

    Das Gebiet Cherson hat eine neue administrative und territoriale Aufteilung beschlossen, um den Prozess der Integration in die Russische Föderation zu beschleunigen, so der Pressedienst der Gebietsverwaltung. In einer entsprechenden Erklärung hieß es laut RIA Nowosti:

    "Es wurden die Stadtbezirke Cherson und Nowokachowsk sowie 18 Kommunalbezirke eingerichtet. Cherson wird das Verwaltungszentrum bleiben."

    Der entsprechende Erlass wurde vom Verwaltungschef des Gebietes unterzeichnet. Der Pressedienst hob hervor:

    "Dies wird den Prozess der Integration unseres Gebietes in die Russische Föderation beschleunigen, eine effektivere Lösung der sozioökonomischen, politischen und kulturellen Entwicklungsaufgaben ermöglichen, die Unabhängigkeit der lokalen Behörden bei der Verwaltung der Ressourcen erhöhen und die Lebensqualität der Bürger verbessern."

  • 15:52 Uhr

    Russisches Verteidigungsministerium: Ukrainische Soldaten begehen massenhaft Fahnenflucht

    Die ukrainischen Streitkräfte würden große Verluste erleiden, weshalb die Soldaten aus ihren Stellungen bei Soledar und Marinka fliehen. Dies teilte das russische Verteidigungsministerium mit. In einer Erklärung heißt es laut RIA Nowosti:

    "In Soledar hat im Zuge der Maßnahmen zur Wiederaufstockung der 10. Gebirgsjägerbrigade der ukrainischen Streitkräfte mehr als ein Drittel der mobilisierten Bürger ihre Einheiten freiwillig verlassen und sich in unbekannte Richtung abgesetzt. Der Personalbestand der Brigade liegt aufgrund der hohen Verluste unter 50 Prozent."

    In der Nähe von Marinka soll außerdem mehr als die Hälfte der Soldaten des 3. Bataillons der 66. mechanisierten Brigade der ukrainischen Streitkräfte wegen schwerer Verluste und Munitionsmangels das Kampfgebiet verlassen haben.