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Liveticker zum Ukraine-Krieg: Westen setzt auf Fortsetzung des Krieges – Kremlsprecher Peskow

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen. Hier lesen Sie die neuesten Entwicklungen.
Liveticker zum Ukraine-Krieg: Westen setzt auf Fortsetzung des Krieges – Kremlsprecher PeskowQuelle: AFP © NATALIA KOLESNIKOVA
  • 3.07.2022 19:10 Uhr

    19:10 Uhr

    Lawrow: Westliche Sanktionen zielen auf Bestrafung und Unterwerfung von Andersdenkenden ab

    Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat erklärt, dass die westlichen Sanktionen darauf abzielen, Andersdenkende zu bestrafen und sie ihrem Willen zu unterwerfen. Der russische Spitzendiplomat bekräftigte, dass die jetzigen wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Westens hausgemacht seien. Lawrow fügte hinzu:

    "Das gilt auch für die Sanktionen, die nicht erst seit gestern bestehen und darauf abzielen, Andersdenkende zu bestrafen, sie ihrem Willen und ihren Interessen unterzuordnen und die Bedürfnisse aller anderen zu ignorieren."

    Der russische Außenminister erklärte zudem, dass es im Westen keinen Liberalismus mehr gebe, sondern "eine neoliberale Doktrin und Politik".

  • 17:55 Uhr

    Steinmeier spricht sich gegen Verhandlungsdruck auf Ukraine aus

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich dagegen ausgesprochen, die Ukraine zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges mit Russland zu drängen. Steinmeier sagte am Sonntag im ZDF-Sommerinterview:

    "Die Ukraine muss ihre Souveränität, muss ihre territoriale Integrität, muss ihre Unabhängigkeit wiedergewinnen."

    Offen sei die Frage, wie dieser Krieg und das Blutvergießen beendet werden können. Derzeit sehe es so aus, dass die Entscheidung auf dem Schlachtfeld gesucht werde. Die Erfahrung zeige aber, dass jeder Krieg am Ende am Verhandlungstisch beendet werde. Die Schlussfolgerung daraus sei:

    "Wir müssen die Ukraine in eine Lage versetzen, in der sie etwas zu verhandeln hat, indem wir sie stark machen, bevor Verhandlungen beginnen."

    Er fügte hinzu:

    "Wir werden die Ukraine nicht drängen. Es bleibt und ist eine Entscheidung der Ukraine, wann sie diesen Weg geht." Solange werde man die Ukraine unterstützen.

    Die Militäroperation Russlands in der Ukraine bezeichnete Steinmeier als "Epochenbruch". Zu den Auswirkungen des Konfliktes auf Deutschland sagte er:

    "Es kann auch sein, dass wir mehrere harte Jahre vor uns haben."

  • 16:50 Uhr

    Maria Sacharowa kommentiert Angriff auf Belgorod und droht Konsequenzen an

    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa äußerte sich zu der ukrainischen Attacke auf die Stadt Belgorod. In einem Interview für den Fernsehsender Rossija-24 sagte die Diplomatin, die Regierung in Kiew und ihre westlichen Mentoren würden für ihre Provokationen auf dem russischen Territorium bezahlen.   

    "Bislang halten wir uns mit solchen Schritten zurück, aber wir werden die Entwicklung der Situation sehr aufmerksam beobachten. Diejenigen, die auf diese Art und Weise handeln, müssen wissen, dass sie was erleben werden, sollten die Provokationen andauern."

    Moskau begreife, dass die Ukraine diese Handlungen mit ihren westlichen Mentoren abgestimmt habe. Wahrscheinlich habe Kiew sogar den entsprechenden Tipp bekommen. Das Ziel des Angriffs sei gewesen, Moskau zu Gegenangriffen zu provozieren und somit die antirussische Hysterie weiter zu schüren, fügte Sacharowa hinzu.

    Die Ukraine hat sich zu der Attacke bislang nicht bekannt. Nach Angaben der Behörden in Belgorod waren durch den ukrainischen Raketenangriff am frühen Sonntagmorgen vier Menschen, darunter drei ukrainische Bürger, ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen, darunter ein Kind, erlitten Verletzungen. Insgesamt wurden in der Stadt 21 Mehrfamilienhäuser und 40 Privathäuser beschädigt.

  • 16:00 Uhr

    Kremlsprecher Peskow: Westen setzt auf Fortsetzung des Krieges

    Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hat in einem Interview für den Fernsehsender Rossija 1 erklärt, dass der Westen auf die Fortsetzung der Kampfhandlungen in der Ukraine setze. Somit kommentierte er die sich häufenden militanten Erklärungen der westlichen Staats- und Regierungschefs.   

    "Die von Washington angeleiteten westlichen Staaten erlauben es den Ukrainern nicht, an den Frieden zu denken, über den Frieden zu sprechen und über den Frieden zu verhandeln."

    Moskau habe jedoch keinen Zweifel daran, dass der gesunde Menschenverstand über kurz oder lang die Oberhand gewinnen werde. Dann wären Verhandlungen an der Zeit, wobei die Ukrainer alle Bedingungen Russlands akzeptieren müssten. Die Regierung in Kiew kenne diese Bedingungen gut, fügte Peskow hinzu.

    In derselben Sendung des Senders Rossija 1 erklärte der russische Chefdiplomat Sergei Lawrow, dass die britische Regierung nach einem Vorwand suche, um ihre Marine ins Schwarze Meer zu schicken, um sämtliche ukrainische Getreideexporte zu kontrollieren.

  • 15:19 Uhr

    Russische und weißrussische Clubs vom Tischtennis-Europacup ausgeschlossen

    Der europäische Tischtennis-Verband ETTU hat alle russischen und weißrussischen Clubs von den Europapokal-Wettbewerben der nächsten Saison ausgeschlossen. Das gab die ETTU am Samstag nach einer Sitzung ihres Führungsgremiums bekannt. Diese Entscheidung sei nötig, "um die Sicherheit aller Teilnehmer zu schützen und die Integrität der europäischen Clubwettbewerbe zu wahren".

    Nach eigenen Angaben hatte die ETTU zuvor eine Umfrage unter allen Champions-League- und Europe-Cup-Teilnehmern der vergangenen Saison durchgeführt. Eine große Mehrheit der Clubs sei demnach nicht bereit, wegen des Ukraine-Kriegs noch gegen ein russisches und weißrussisches Team anzutreten. Eine große Anzahl der Clubs würde die Europapokal-Wettbewerbe sogar boykottieren, falls Gegner aus diesen beiden Ländern daran teilnehmen dürften.

  • 14:33 Uhr

    Grünen-Fraktionsvize angesichts steigender Gaspreise: "Die Reichsten werden etwas abgeben müssen"

    Angesichts des wachsenden Preisdrucks beim Gas fordern die Grünen im Bundestag, dass auch den Reichsten in der Gesellschaft ein Beitrag abgefordert wird. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andreas Audretsch sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur, Putin nutze fossile Energien als Waffe, treibe Preise nach oben und wolle die deutsche Gesellschaft spalten:

    "Alle müssen sich nun die Frage stellen, wie sie einen Beitrag leisten können. Das gilt vor allem für die, die sehr viel haben, für die Reichsten. Sie werden etwas abgeben müssen, um etwas viel Größeres zu erhalten, den sozialen Frieden in unserem Land und unsere freiheitliche Demokratie."

    Die Entlastung müsse sich auf die konzentrieren, die es am nötigsten brauchten. So müssten die Regelsätze in der Grundsicherung steigen. Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen und Renten müssten die Gewissheit haben, dass sie sicher über den Winter kämen, sagte Audretsch.

    Der Politiker forderte, die Ursachen anzugehen und weg von Putins Gas zu kommen. Dazu müsse massiv in Erneuerbare Energie investiert werden.

  • 14:05 Uhr

    Ukraine bestreitet Einnahme von Lissitschansk

    Die Ukraine hat russischen Angaben widersprochen, wonach die Stadt Lissitschansk im Osten des Landes von Russland erobert worden sei, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Die Stadt stehe nicht unter vollständiger russischer Kontrolle, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew am Sonntag dem britischen Sender BBC. Die Situation sei seit einiger Zeit jedoch "sehr intensiv", russische Truppen griffen die Stadt permanent an.

    Zuvor hatte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu erklärt, dass das russische Militär zusammen mit den Streitkräften der Donbass-Republiken die Kontrolle über das gesamte Gebiet der Volksrepublik Lugansk, einschließlich Lissitschansk, übernommen hätte.

    Der ukrainische Sprecher versuchte, die desolate Lage der ukrainischen Streitkräfte an der Donbass-Front zu beschwichtigen: Selbst wenn Moskau ganz Lugansk einnehme, sei der Donbass nicht verloren. Es gebe in der Region weitere große Städte, vor allem in Donezk, die noch von Kiew kontrolliert werden. Er erklärte:

    "Diese Städte waren in den vergangenen Tagen Ziel schwerer Raketenangriffe und von Artilleriebeschuss. Aber der Kampf um den Donbass ist noch nicht vorbei."

  • 13:34 Uhr

    US-Botschaft in Moskau gibt auf Webseite geografische Koordinaten statt Adresse an

    Russische Medien sind darauf aufmerksam geworden, dass die US-Botschaft in Moskau auf ihrer Webseite keine herkömmliche Adresse mehr angibt. Stattdessen stehen dort ihre geografischen Koordinaten. Obwohl der offizielle Grund dafür noch unbekannt ist, wird dies mit dem neuen Namen des Platzes vor der US-Botschaft in Verbindung gebracht: Seit einiger Zeit heißt der bis vor Kurzem namenlose Platz nach der Volksrepublik Donezk. Die neue offizielle Adresse der diplomatischen Vertretung ist folglich Platz der Volksrepublik Donezk 1. Früher war es Bolschoi-Dewjatinksi-Gasse 8.      

    Mehr zum ThemaEntscheidung der Einwohner Moskaus: Platz vor US-Botschaft wird nach Volksrepublik Donezk benannt

  • 13:06 Uhr

    Angriff auf Belgorod: Zahl der Todesopfer steigt auf vier

    Nach einem ukrainischen Angriff auf Belgorod am frühen Sonntagmorgen ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf vier gestiegen. Der Gouverneur des russischen Grenzgebiets, Wjatscheslaw Gladkow, teilte auf Telegram mit, bei den Getöteten handele es sich um einen Bürger Russlands und drei Bürger der Ukraine.

    "Das heißt, die Regierung der Ukraine tötet Bürger der Ukraine auf dem Territorium der Russischen Föderation. Das ist der Inbegriff von Zynismus, den die Ukraine in ihren Handlungen erreicht hat."

    Gladkow teilte mit, dass vier weitere Menschen, darunter ein Kind, Verletzungen erlitten hätten. Sie seien jedoch außer Lebensgefahr. Insgesamt seien in der Regionalhauptstadt 21 Mehrfamilienhäuser und 40 Privathäuser zu Schaden gekommen. 

    Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalleutnant Igor Konaschenkow, gab auf seinem Briefing am Sonntagvormittag einige Einzelheiten des ukrainischen Angriffs auf die Stadt bekannt. Demnach sei sie in der Zeit von 2 Uhr bis 2:30 Uhr MESZ mit ballistischen Raketen vom Typ Toschka-U beschossen worden, die mit Kassettenmunition bestückt gewesen seien. Der Sprecher betonte, dass es in den betroffenen Wohnvierteln keine Militärinfrastruktur gebe.        

    "Dieser Raketenangriff war zielbewusst geplant und wurde gegen die friedliche Bevölkerung vollzogen."

    Die russische Raketenabwehr habe alle drei von den ukrainischen Nationalisten abgefeuerten ballistischen Raketen im Himmel zerstört. Die Trümmer einer davon seien auf ein Wohnhaus gestürzt. Außerdem sei eine Attacke auf die Stadt Kursk abgewehrt worden, indem man zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen vom Typ Tu-143 Reis abgeschossen habe.

  • 12:32 Uhr

    Ukraine verliert zwei weitere Su-25-Kampfflugzeuge

    Am Sonntagvormittag hat der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalleutnant Igor Konaschenkow, über weitere russische Angriffe auf Militärziele in der Ukraine berichtet. So sei bei einem hochpräzisen Raketenangriff auf den östlichen Teil der Stadt Charkow ein provisorisches Quartier der 127. Brigade der ukrainischen Territorialverteidigung getroffen worden. Dabei seien mehr als 100 ukrainische Armeeangehörige getötet worden. Bei einem Angriff auf eine Basis mit ausländischen Söldnern seien bis zu 120 "Glücksritter" ums Leben gekommen. In der Nähe der Ortschaft Spornoje seien 18 ukrainische Kämpfer getötet worden.      

    Nach Angaben von Konaschenkow kam es zu insgesamt zehn hochpräzisen Angriffen auf ukrainische Kommandopunkte auf dem Territorium der Volksrepublik Donezk sowie in den Gebieten Nikolajew und Dnepropetrowsk. Darüber hinaus seien sieben Munitionslager auf dem Territorium der Volksrepublik Donezk sowie in den Gebieten Cherson und Nikolajew zerstört worden.

    Ferner teilte der Militärsprecher mit, dass die russische Flugabwehr über den Gebieten Charkow und Nikolajew zwei ukrainische Kampfflugzeuge vom Typ Su-25 abgeschossen habe. Außerdem seien zehn ukrainische Drohnen zerstört worden. In den vergangenen 24 Stunden hat die russische Flugabwehr darüber hinaus acht reaktive Geschosse, vier davon vom Typ HIMARS, abgefangen.

    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums habe die Ukraine seit dem Beginn der Militäroperation am 24. Februar insgesamt 229 Flugzeuge, 134 Hubschrauber, 1.440 Drohnen, 353 Flugabwehrraketensysteme, 3.893 Panzer und andere Panzerfahrzeuge und 704 Mehrfachraketenwerfer verloren.

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