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Liveticker Ukraine-Krieg: Ukrainischer Kulturminister ruft Westen zum Boykott russischer Kunst auf

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen.
Liveticker Ukraine-Krieg: Ukrainischer Kulturminister ruft Westen zum Boykott russischer Kunst aufQuelle: AFP © OLEKSANDR GIMANOV / AFP
  • 8.12.2022 07:34 Uhr

    07:34 Uhr

    Scholz: Wir tun alles, um direkten Krieg zwischen Russland und NATO zu verhindern

    Den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung Ouest-France teilte Bundeskanzler Olaf Scholz mit, dass die Gefahr einer atomaren Eskalation des Ukraine-Krieges nach seiner Ansicht geringer geworden sei. Scholz ist außerdem der Meinung, dass der Krieg in der Ukraine sofort beendet und die russischen Truppen aus der Ukraine abgezogen werden sollten. "Richtig ist, dass es dann um die Frage geht, wie wir Sicherheit für Europa erreichen können", sagte er mit Blick auf Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu möglichen Sicherheitsgarantien für Russland. Scholz wörtlich:

    "Natürlich sind wir bereit, mit Russland über Rüstungskontrolle in Europa zu sprechen. Das haben wir schon vor dem Krieg angeboten und an dieser Position hat sich nichts geändert."

    Scholz verteidigte einmal mehr den Umfang der deutschen Unterstützung für die Ukraine. Deutschland gehöre nach den USA zu den Ländern, die die Ukraine auch mit Waffen am stärksten unterstützten, so der Kanzler. Für die Rettung der Friedensordnung in Europa nehme Deutschland auch wirtschaftliche Nachteile in Kauf und gebe mehr Geld für seine Verteidigungsfähigkeit aus. Zugleich betonte Scholz:

    "Wir tun alles, um zu verhindern, dass es zu einem direkten Krieg zwischen Russland und der NATO kommt. Ein solcher Konflikt hätte nur Verlierer auf der ganzen Welt."

  • 07:02 Uhr

    US-Militärdienstleister: Verluste von 70 Prozent für ukrainische Armee Routine

    Eine weitere Bestätigung der außerordentlich hohen Verluste der ukrainischen bewaffneten Formierungen kommt von einer unerwarteten Seite. Andrew Milburn, Gründer des in den USA ansässigen privaten Militärdienstleisters Mozart Group, der auf ukrainischer Seite aktiv ist, sprach das Thema in einem Interview mit dem US-Blatt Newsweek an. Die Rede war dabei speziell von den Kämpfen um Artjomowsk im Donezbecken:

    "Sie erleiden extrem hohe Verluste. Die Information, die man in den Medien liest, die 70-prozentigen Verluste seien Routine, ist nicht übertrieben."

    Milburn zufolge hat Kiew Probleme bei der Truppenaufstockung. Häufig werden Rekruten ohne Grundausbildung ohne Umweg an die Front geschickt. Das wisse man nach Milburns Angabe deswegen, weil sein Militärunternehmen nicht nur mit der Evakuierung von Zivilisten von den Frontlinien, sondern auch mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten betraut sei:

    "Typischerweise haben 80 Prozent unserer Neuzugänge, die von der Front kommen, zuvor noch nie in ihrem Leben eine Waffe abgefeuert."

  • 00:22 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!

  • 7.12.2022 23:47 Uhr

    23:47 Uhr

    Staatsduma: Washingtons Erklärung über "Genozid" in der Ukraine belanglos – Genozid woanders zu suchen

    Die vom Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des US-Senats jüngst verabschiedete Resolution zur "Anerkennung des russischen Vorgehens in der Ukraine als Völkermord", die zu Tribunalen und weiteren Sanktionen gegen Russland aufruft, hat keinerlei Kraft. Diese Wertung gab der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der russischen Staatsduma Leonid Slutski:

    "Diese Resolution hat keine Kraft – kann keine Kraft haben. Ihr vergeudet Papier für nichts und wieder nichts."

    Er wies auch darauf hin, dass die gesamte derzeitige Situation um die Ukraine das Ergebnis des dort vom Westen konsequent aufgebauten Anti-Russland-Projekts, wiederholter Provokationen und dem Erschaffen von Bedrohungen gegen die Sicherheit Russlands sei. Völkermord habe man indes ganz woanders zu suchen:

    "Völkermord ist eine Realität, die sich durch das Leben aller Menschen im Donbass zieht: Der Tod in Flammen, als Menschen in Odessa lebendig verbrannt wurden; die Vertreibung all jener, die Russisch sprechen und denken, aus ihrem eigenen Heimatland; die seit 2014 praktisch täglichen Raketenangriffe auf alte Menschen und Kinder."  

  • 23:42 Uhr

    UNO: Knapp acht Millionen ukrainische Flüchtlinge in Europa

    Nach Schätzungen des Hohen Kommissariats der Vereinten Nationen zu Flüchtlingsfragen (UNHCR) sind zwischen dem 24. Februar – dem Beginn der russischen militärischen Sonderoperation in der Ukraine – und dem 6. Dezember 2022 insgesamt 7.832.493 Flüchtlinge aus der Ukraine in anderen Ländern Europas angekommen. Dies berichtete das UNHCR am Mittwoch.

    An dieser Zahl hat Russland den größten Anteil, dort kamen 2.852.395 Flüchtlinge unter. Es folgen Polen mit 1.529.355, Deutschland mit 1.021.667 und die Tschechische Republik mit 467.862 Personen. Deutlich weniger entfiel auf Italien mit 173.231, Spanien mit 156.753, Bulgarien mit 146.659, Großbritannien mit 147.800, Frankreich mit 118.994 und die Slowakei mit 102.873 Flüchtlingen aus der Ukraine. Die übrigen Staaten Europas nahmen von der genannten Gesamtzahl nicht mehr als 100.000 Personen auf.

    In den jeweiligen nationalen Programmen der Gastgeberländer seien 4.805.531 Flüchtlinge für vorübergehenden Schutz und Unterstützung registriert.

    Nach Angaben des UNHCR seien seit dem 24. Februar mit 16.087.565 Personen insgesamt deutlich mehr Menschen aus der Ukraine in Nachbarländern angekommen, in der Zwischenzeit seien jedoch 8.309.718 Personen in die Ukraine zurückgekehrt.

  • 23:20 Uhr

    Putin hält Schadenersatz für von Kiew verursachte Schäden im Donbass für angebracht

    Russlands Präsident Wladimir Putin hält von Kiew zu leistende Entschädigungszahlungen für die von der Ukraine im Donbass und in anderen neuen russischen Gebieten verursachten Schäden für "gar nicht unnötig".

    So kommentierte Putin die Aussagen der Volksbewegung Freier Donbass bei einem Treffen mit Mitgliedern des Russischen Rates für die Entwicklung der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte:

    "Das Neonazi-Regime und die Aktionen dieses Regimes müssen eine Bewertung erhalten. Das Gleiche gilt für eine Entschädigung seitens der Ukraine für den Schaden, der dem Donbass, den Bewohnern des Donbass, all diesen Gebieten, die heute Russlands neue Gebiete sind, zugefügt wurde. Auch dies wird definitiv nicht unnötig sein."

    Die rein materiellen Schäden, die das Kiewer Regime im Donbass anrichtete, beziffert die Volksbewegung Freier Donbass bereits auf über eine Trillion Rubel, oder nahezu 20 Milliarden Euro nach heutigem Kurs. Hiermit ist der Schaden aber bei weitem nicht abschließend geschätzt, da die frontnahen Territorien noch nicht untersucht werden konnten, so Jelena Schischkina, Mitglied des Präsidiums der Bewegung.

  • 22:39 Uhr

    Stromausfall in Kiew

    Der Telegram-Kanal Colonelcassad zeigt einen kurzen Videoclip, der offenbar nach einem neuerlichen Stromausfall infolge eines russischen Luftangriffs in Kiew eingetreten ist.

    Man sieht Kunden beim Einkauf in einem Supermarkt, die sich nach Ausfall der Elektrizität im Dunkeln durch die Gänge bewegen müssen.

    Der sarkastische Kommentar unter dem Clip lautet übersetzt: "Besonderheiten eines Besuchs in den Supermärkten von Kiew nach einer extrem erfolgreichen Operation der Luftabwehr."

  • 21:25 Uhr

    Klitschko fordert die Einwohner Kiews auf, sich auf die "Apokalypse" vorzubereiten

    Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, Vitali Klitschko, hat erklärt, dass Kiew möglicherweise seine Wasser-, Strom- und Wärmeversorgung verlieren könnte und dass eine "Apokalypse" möglich sei. Er sagte gegenüber Reuters:

    "Kiew könnte ohne Strom, Wasser und Heizung dastehen. Eine Apokalypse wie in Hollywood-Filmen, wo man wegen der niedrigen Temperaturen nicht mehr in den Häusern leben kann, könnte eintreten."

    Klitschko betonte auch, dass die von den Behörden vorbereiteten Wärmestuben nicht für die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt ausreichen würden. Er hob hervor:

    "Im Moment haben wir etwa 500 autonome Wärmestuben vorbereitet, aber für eine Stadt mit drei Millionen Einwohnern sind 500 solcher Punkte nichts."

  • 20:45 Uhr

    Donezk: Ukrainische Truppen setzten US-Präzisionsgranaten vom Typ Excalibur bei Beschuss eines Ausgabepunktes für humanitäre Hilfe ein

    Die ukrainischen Streitkräfte haben am 6. Dezember präzisionsgelenkte Excalibur-Granaten aus US-amerikanischer Produktion eingesetzt, um Punkte der Austeilung humanitärer Hilfsgüter im Donezker Stadtteil Kalininski anzugreifen. Dies wurde am Mittwoch von der Vertretung der Volksrepublik Donezk beim Gemeinsamen Zentrum für die Kontrolle und Koordinierung von Fragen in Bezug auf die ukrainischen Kriegsverbrechen mitgeteilt.

    Am Dienstag begannen ukrainische Sicherheitskräfte mit massiven Angriffen im Zentrum von Donezk. Der Beschuss richtete sich gegen Einkaufszentren und belebte Orte der Stadt, darunter der Sportpalast Druschba im Stadtteil Kalininski, in dem täglich humanitäre Hilfe und Trinkwasser an die Bevölkerung verteilt werden.

    Die M982 Excalibur-Granate wurde in den USA entwickelt und 2005 in den Dienst gestellt. Sie hat eine Reichweite von 57 Kilometern − die Schussgenauigkeit wird durch Signale eines Satellitennavigationssystems geregelt. Neben der US-Armee wird das Projektil auch im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Kanada, den Niederlanden und Schweden eingesetzt.

  • 20:20 Uhr

    Medienbericht: Sechs EU-Länder drängen die EU-Kommission zur Anpassung der Anti-Russland-Sanktionen

    Führende EU-Länder haben Brüssel aufgefordert, die Sanktionen gegen Russland so anzupassen, dass sie die Versorgung mit Lebensmitteln und Düngemitteln nicht beeinträchtigen, berichtet die Financial Times unter Berufung auf Dokumente.

    Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Spanien, Belgien und Portugal hätten die bestehenden Beschränkungen gegen Russland kritisiert. Der Zeitung zufolge hat die EU-Kommission zwar Empfehlungen für den Transport von russischem Getreide und Düngemitteln herausgegeben, doch halten einige Regierungen und Transportunternehmen diese für nicht zuverlässig genug, um einen Rechtsschutz zu gewährleisten. In einem Papier, das von Vertretern der sechs EU-Staaten verfasst wurde, hieß es:

    "Die derzeitige Rechtslage trägt zur Kritik an den Sanktionen bei, die den Handel mit Nahrungsmitteln und Düngemitteln effektiv behindern."

    Den Verfassern des Memorandums zufolge werden Lebensmittelladungen in europäischen Häfen manchmal länger als nötig aufgehalten, weil die Unternehmen aufgrund der Sanktionen Angst haben, Geschäfte mit Russen zu tätigen. Insgesamt habe sich eine "unerwünschte Situation" entwickelt, in der die EU Agrargeschäfte mit Russland strenger handhabt als die USA und das Vereinigte Königreich. Dies stehe im Widerspruch zur allgemeinen Politik der EU im Bereich der Lebensmittelsicherheit, zitiert das Blatt das Dokument.

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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.