Liveticker Ukraine-Krieg – Medien: Kiew will Strafverfahren gegen Lukaschenko einleiten

27.01.2026 13:34 Uhr
13:34 Uhr
Russische Luftabwehr eliminiert weitere ukrainische Drohnen über russischen Gebieten
Russlands Verteidigungsministerium meldet auf Telegram weitere Versuche der ukrainischen Streitkräfte, Objekte in Russland mit Drohnen anzugreifen. Wie aus zwei entsprechenden Mitteilungen der Behörde hervorgeht, hat die Luftabwehr im Zeitraum von 5 Uhr MEZ bis 11 Uhr MEZ sechs unbemannte Luftfahrzeuge des Gegners abgeschossen. Eine Drohne sei über dem Gebiet Woronesch unschädlich gemacht worden. Fünf weitere unbemannte Luftfahrzeuge habe man über dem Grenzgebiet Belgorod abgefangen. Weitere Einzelheiten teilt das Ministerium nicht mit.
13:04 Uhr
Ukrainische Medien: Kiew bereitet Strafverfahren gegen Lukaschenko vor
Nach Angaben des ukrainischen Nachrichtenportals Ekonomitscheskaja Prawda hat sich der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij am 25. Januar im Rahmen seines Besuchs in Vilnius mit der weißrussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja getroffen. Wie das Portal betont, war dies das erste bilaterale Treffen zwischen Selenskij und Tichanowskaja und erfolgte auf Initiative der ukrainischen Seite.
Dem Bericht zufolge wurde beim Gespräch unter anderem die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass Kiew ein "Strafverfahren" gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko einleite:
"Die Verträge gingen viel weiter. Unter anderem wurde die Möglichkeit der Einleitung eines Strafverfahrens gegen Lukaschenko erörtert."
12:42 Uhr
Russische Menschenrechtsbeauftragte: Moskau und Kiew bereiten Gefangenenaustausch vor
Russland und die Ukraine bereiten aktiv einen Austausch von Gefangenen vor, berichtet die russische Menschenrechtsbeauftragte, Tatjana Moskalkowa. Die Nachrichtenagentur TASS zitiert sie dazu:
"Heute führen wir einen aktiven Dialog über die Anzahl von Personen, die in die Austauschlisten aufgenommen werden, sowie zu organisatorischen Fragen. Ich hoffe, dass der Austausch in nächster Zeit stattfinden wird."
12:18 Uhr
Ein Todesopfer und fünf Verletzte bei Angriffen auf 48 Ortschaften im Gebiet Belgorod
Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow veröffentlicht jeden Tag auf Telegram Statistiken über ukrainische Angriffe auf Siedlungen im russischen Grenzgebiet Belgorod. Aus dem heutigen Eintrag geht hervor, dass das ukrainische Militär in den vergangenen 24 Stunden 48 Ortschaften in acht Bezirken angegriffen hat. Der Gegner feuerte mindestens 43 Geschosse und neun Raketen ab und setzte 100 unbemannte Luftfahrzeuge ein, von denen 67 abgeschossen wurden.
In der Statistik beklagt der Politiker den Tod eines Zivilisten. Ein Einwohner der Stadt Schebekino kam ums Leben, als eine ukrainische Drohne sein Auto angriff. Außerdem berichtet der Politiker über fünf Verletzte. In der Stadt Schebekino erlitt ein Mann bei der Detonation einer Drohne Verletzungen. Auch zwei Einwohner der Ortschaften Gora-Podol und Golowtschino wurden verletzt. Infolge der gegnerischen Angriffe kamen darüber hinaus zwei Angehörige der Verteidigungseinheit "Orlan" zu Schaden.
Gladkow meldet zudem Sachschäden. Demnach wurden in den vergangenen 24 Stunden drei Mehrfamilienhäuser, sieben Einfamilienhäuser, zwei Geschäfte, eine Stromleitung, eine Garage, ein Lkw und 13 Autos zerstört oder beschädigt.
11:52 Uhr
Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums: Zwei weitere Ortschaften befreit

SymbolbildJEWGENI BIJATOW / Sputnik Das russische Verteidigungsministerium meldet weitere Erfolge bei der militärischen Sonderoperation in der Ukraine binnen der letzten 24 Stunden. Wie die Behörde am Dienstag auf Telegram schreibt, hat der Truppenverband Nord ukrainische Einheiten im Raum der Ortschaften Rschanoje, Sadki, Sosnowka und Choten im Gebiet Sumy sowie Woltschanskije Chutora, Sybino, Proletarskoje und Tschugunowka im Gebiet Charkow getroffen. Der Gegner verlor mehr als 170 Armeeangehörige. Das russische Militär zerstörte dabei 14 Wagen, drei Geschütze, ein Artillerieaufklärungsradar sowie vier Munitions- und Materiallager.
Der Truppenverband West hat die Ortschaft Kupjansk-Uslowoi unter seine Kontrolle gebracht und auf seinem Vormarsch Personal und Technik des Gegners in der Nähe der Ortschaften Kowscharowka, Netschwolodowka, Nowoossinowo und Senkowo im Gebiet Charkow sowie Krasny Liman in der DVR getroffen. Dabei wurden mehr als 210 ukrainische Soldaten getötet oder verletzt. Der Gegner verlor zudem vier gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, 27 Wagen, zwei Geschütze, ein Artillerieaufklärungsradar und drei Munitionslager.
Auch der Truppenverband Süd hat seine Position an der vordersten Linie verbessert, indem er gegnerische Einheiten nahe den Ortschaften Druschkowka, Konstantinowka, Kramatorsk, Nowodmitrowka, Resnikowka und Slawjansk in der DVR getroffen hat. Das russische Ministerium beziffert die Personalverluste der ukrainischen Streitkräfte auf bis zu 120 Kämpfer. Dabei wurden vier gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, 19 Wagen, sechs Geschütze und zwei Materiallager zerstört.
Der Truppenverband Mitte hat ebenfalls günstigere Stellungen bezogen und ukrainische Einheiten in der Nähe der Ortschaften Nowopodgorodnoje im Gebiet Dnjepropetrowsk sowie Belizkoje, Grischino, Sawido-Kudaschewo und Suchezkoje in der DVR getroffen. Der Gegner verlor dabei mehr als 415 Kämpfer. Ein Kampfpanzer, acht gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, 16 Wagen, drei Geschütze und ein Artillerieaufklärungsradar wurden außer Gefecht gesetzt.
Auch der Truppenverband Ost setzt seinen Vormarsch fort und hat Personal und Technik der ukrainischen Streitkräfte im Raum der Ortschaften Alexandrowka im Gebiet Dnjepropetrowsk sowie Werchnjaja Tersa, Wosdwischewka, Gorkoje, Salisnitschnoje und Risdwjanka im Gebiet Saporoschje getroffen. Die russische Behörde schätzt die gegnerischen Personalverluste auf mehr als 390 Soldaten. Acht gepanzerte Gefechtsfahrzeuge und 21 Wagen wurden außer Gefecht gesetzt.
Der Truppenverband Dnjepr hat die Ortschaft Nowojakowlewka im Gebiet Saporoschje unter seine Kontrolle gebracht und ukrainische Einheiten nahe den Ortschaften Magdalinowka im Gebiet Saporoschje und Sadowoje im Gebiet Cherson getroffen. Dabei wurden bis zu 40 ukrainische Armeeangehörige getötet oder verletzt. Das russische Militär zerstörte zudem fünf Wagen, ein Geschütz, vier Anlagen der elektronischen Kampfführung und ein Brennstoffdepot.
Ferner meldet das Ministerium in Moskau erfolgreiche Luft-, Drohnen-, Raketen- und Artillerieangriffe auf militärisch relevante Energieanlagen, Drohnenlager und 154 Standorte mit ukrainischen Soldaten und ausländischen Söldnern. In den letzten 24 Stunden hat die russische Luftabwehr elf HIMARS-Raketen, eine für Bodenziele umgerüstete S-200-Rakete und 105 Drohnen abgefangen.
Nach russischen Angaben verlor die Ukraine seit dem Beginn der Sonderoperation am 24. Februar 2022 insgesamt 670 Flugzeuge, 283 Hubschrauber, 111.231 Drohnen, 646 Flugabwehrraketenkomplexe, 27.349 Kampfpanzer und andere Panzerfahrzeuge, 1.651 Mehrfachraketenwerfer sowie 32.877 Geschütze und Mörser.
11:34 Uhr
Sondervertreter des russischen Präsidenten: Rückzug der Ukraine aus dem Donbass führt zu Frieden
Kirill Dmitrijew, Sondervertreter des russischen Präsidenten für internationale Wirtschaftskooperation und Vorsitzender des russischen Direktinvestitionsfonds, der zuvor an den Verhandlungen in Abu Dhabi teilgenommen hatte, sieht einen ukrainischen Rückzug aus dem Donbass als notwendige Bedingung für eine Lösung des Konflikts. Auf X schreibt er:
"Ein Rückzug der Truppen aus dem Donbass ist der Weg zum Frieden in der Ukraine."
Dmitrijew kommentierte damit eine Publikation der britischen Zeitung Financial Times, die unter Verweis auf Quellen berichtet hatte, dass die USA Sicherheitsgarantien für die Ukraine an einen Gebietsverzicht knüpfen. Demnach sei Washington bereit, Kiew Sicherheitsgarantien und zusätzliche Waffenlieferungen zu gewähren, falls die Ukraine einem Abtritt des Donbass zustimmen würde.
Anna Kelly, stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses, bezeichnete die Publikation der Financial Times als "Lüge", fügte aber hinzu, dass sich der Verhandlungsprozess "in einem großartigen Zustand" befinde.
11:13 Uhr
CSU sieht EU-Beitritt der Ukraine skeptisch
Die CSU hat sich äußerst skeptisch gegenüber einem EU-Beitritt der Ukraine geäußert. Nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München sagte Parteichef Markus Söder:
"Wir sind da zurückhaltend, weil wir natürlich sehen, dass es den Charakter der EU völlig verändert."
Sollte die Ukraine institutionell stärker an Europa gebunden werden, bräuchte es einen grundlegenden und völlig neuen Reformvertrag für Europa. Aus Söders Sicht würden die aktuellen EU-Strukturen nicht ausreichen, um eine Erweiterung mit der Ukraine umzusetzen. Als Beispiel nannte er die Landwirtschaft, es würde aber auch sonst nicht passen.
Gleichzeitig erklärte der CSU-Chef, dies bedeute nicht, dass die Tür für die Ukraine generell zugeschlagen werde. In dem Fall müsse sich Europa jedoch selbst völlig neu strukturieren.
Die Ukraine strebt seit Jahren den EU-Beitritt an. Seit Juni 2022 ist das Land offiziell Beitrittskandidat. Innerhalb der EU-Staaten gibt es aber sehr unterschiedliche Meinungen dazu. So blockierte etwa Ungarn lange Zeit jegliche Beitrittsverhandlungen. Die ukrainische Regierung will diese allerdings möglichst schnell abschließen.
10:48 Uhr
Pistorius: Deutschland hat kaum noch Kapazitäten für Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigung
Boris Pistorius hat die Verbündeten der Ukraine aufgefordert, die Flugabwehr des osteuropäischen Landes stärker zu unterstützen. Nach einem Treffen mit seinem litauischen Amtskollegen Robertas Kaunas am Montag in Berlin sagte der Bundesverteidigungsminister, Deutschland habe bei der Luftverteidigung der Ukraine "überproportional viel getan". So seien mehr als ein Drittel der deutschen Patriot-Systeme abgegeben worden.
"Mehr geht nicht, weil wir selbst auf Ersatzlieferungen warten."
Bei den IRIS-T-Systemen sei Deutschland zudem der einzige Lieferant und rüste die Ukraine kontinuierlich aus. Dies reiche angesichts der deutlich gestiegenen russischen Angriffe jedoch nicht aus.
"Deswegen wäre es gut, wenn der eine oder andere noch etwas findet und liefern kann, um die Ukraine zu unterstützen."
Gleichzeitig kritisierte Pistorius die anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine als "besonders zynisch".
10:25 Uhr
Orbán wirft Ukraine Wahleinmischung vor
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat der Ukraine Wahleinmischung vorgeworfen und die Einbestellung des Kiewer Botschafters angeordnet. In einem am Montag auf der Plattform X veröffentlichten Video sagte der Politiker, die Führung der Ukraine und "sogar der Präsident selbst" hätten grob beleidigende und bedrohliche Äußerungen gegen Ungarn und die ungarische Regierung getätigt. Auf welche Äußerungen er sich bezog, sagte Orbán allerdings nicht. Dabei behauptete der Regierungschef des EU- und NATO-Landes:
"Unsere nationalen Sicherheitsdienste haben diesen jüngsten ukrainischen Angriff analysiert und festgestellt, dass es sich um eine koordinierte Reihe ukrainischer Maßnahmen zur Einmischung in die ungarischen Wahlen handelt."
Er habe daher den Außenminister angewiesen, den ukrainischen Botschafter einzubestellen, sagte Orbán.
Response to Ukrainian threats against Hungary and its government.We will not allow anyone to endanger Hungary’s sovereignty or the integrity of our elections. Today, I instructed @FM_Szijjarto to summon Ukraine’s ambassador to Hungary for a meeting at the Ministry of Foreign… pic.twitter.com/qTcUjFBjaS
— Orbán Viktor (@PM_ViktorOrban) January 26, 2026Der Ministerpräsident steht bei den für den 12. April geplanten Parlamentswahlen vor der voraussichtlich größten Herausforderung seiner 16-jährigen Amtszeit. Seine Partei Fidesz liegt in den meisten Umfragen deutlich zurück.
10:04 Uhr
Russlands Stabschef meldet Fortschritte an allen Frontabschnitten
Russische Truppenverbände im Gebiet der Sonderoperation setzen ihren Vormarsch an sämtlichen Frontabschnitten fort, erklärte Armeegeneral Waleri Gerassimow, Leiter des Generalstabs der russischen Streitkräfte. Während seines Inspektionsbesuchs beim Truppenverband West gab Gerassimow bekannt, dass die russische Armee seit Monatsbeginn 17 Siedlungen befreit und eine Fläche von über 500 Quadratkilometern unter ihre Kontrolle gebracht hat. Gegenwärtig laufen Straßenkämpfe zur Befreiung der Stadt Krasny Liman, so Gerassimow weiter.
In Bezug auf Erfolge einzelner Verbände gab Russlands Stabschef bekannt, dass der Truppenverband Nord binnen eines Monats vier Ortschaften befreit hat. Der Truppenverband Süd zerschlägt indessen ukrainische Einheiten in Konstantinowka und rückt nach der Befreiung von Bondarnoje, Sakotnoje und Priwolnoje in Richtung Slawjansk vor. Auch die Truppenverbände Ost und Mitte haben nach Gerassimows Angaben Geländegewinne erzielt.
Zum Truppenverband Dnjepr erklärte der General, dass dieser im Januar vier Ortschaften befreit hat, sodass sich gegenwärtig die Vorposten des Truppenverbands den südlichen Rändern der Gebietshauptstadt Saporoschje auf eine Entfernung von 12 bis 14 Kilometern genähert haben. Kämpfer des Truppenverbands West haben zwischenzeitlich die Stadt Kupjansk-Uslowoi im Gebiet Charkow befreit (wir berichteten hierüber in diesem Ticker).
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
