Liveticker Ukraine-Krieg – Luzk: Rekrutierer bedrohen Mann mit Waffen und werfen ihn vom Dach

23.04.2026 17:26 Uhr
17:26 Uhr
Saluschny: Russische Angriffe verhindern ukrainische Offensive
Das ukrainische Militär ist nicht in der Lage, Angriffsverbände aufzustellen und in die Offensive überzugehen, weil Russlands Streitkräfte die ukrainische militärische Logistik angreifen. Dies sagt der ehemalige Oberbefehlshaber des ukrainischen Militärs und gegenwärtige Botschafter der Ukraine in Großbritannien, Waleri Saluschny. Bei einem Auftritt vor Studenten der Kiewer Schule für Staatsverwaltung führte er dazu aus:
"Die Russen versuchen, irgendwie schneller zu arbeiten, wie ich meine. Russlands Angriffe gegen Logistik machen für uns die Aufstellung irgendwelcher Angriffsverbände für eine Offensive unmöglich."
Saluschny kritisierte zudem Behauptungen ukrainischer Politiker und Militärs, wonach Kiews Truppen Geländegewinne gegen die russische Armee erzielen:
"Ich meine, dass das völliger Unsinn ist, dass wir irgendetwas zurückerobert haben, das erscheint etwas merkwürdig, das ist heutzutage praktisch unmöglich."
Insgesamt charakterisierte der Ex-General die Frontlage für Kiew als "stabil schlecht."
16:49 Uhr
EU bewilligt 20. Sanktionspaket gegen Russland
Die Europäische Union hat das 20. Paket von Sanktionen gegen Russland verabschiedet. Parallel dazu wurde ein Kredit an Kiew in Höhe von 90 Milliarden Euro bewilligt, wie aus Pressemitteilungen des EU-Rats hervorgeht.
Die neuen Sanktionen betreffen unter anderem 117 natürliche und 60 juristische Personen, 46 Öltanker sowie 20 Banken. Das ursprünglich vorgesehene Verbot der Seetransporte von russischem Öl wurde nicht durchgesetzt. Wie diplomatische Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters berichteten, hätten die Vertreter der EU-Staaten dem Verbot zwar "im Prinzip" zugestimmt, dessen Durchsetzung allerdings bis zu einer weiteren Abstimmung mit den G7 verschoben.
Nach Angaben des estnischen Außenministeriums wurden im Rahmen des Sanktionspakets Exporteinschränkungen für sanktionierte Güter in Drittländer eingeführt. Zudem gab die Behörde bekannt, dass die Arbeit am 21. Sanktionspaket bereits begonnen habe.
16:06 Uhr
Japan: Werden keine Waffen an Ukraine liefern
Tokio zieht Waffenlieferungen an die Ukraine nicht in Erwägung, meldet Japans Botschaft in Moskau. In einer entsprechenden Mitteilung heißt es dazu:
"Unser Land hat der Ukraine bisher keine letale und zerstörerische Ausrüstung geliefert und zieht eine solche Möglichkeit gegenwärtig nicht in Betracht."
Die Botschaft erklärte weiter, dass Kiew wegen des Fehlens eines entsprechenden Vertrags keine Waffen erhalten könne.
Zuvor hatte Japans Regierung am 21. April die Regeln für Waffenexporte geändert und auch Lieferungen von letalen Waffen erlaubt. Entsprechende Entscheidungen sollen nicht das Parlament, sondern der nationale Sicherheitsrat treffen. Dabei sind Waffenlieferungen in Länder, die sich in einem Konfliktzustand befinden, prinzipiell untersagt.
15:27 Uhr
Ukrainische Drohne trifft Passagierbus im Gebiet Brjansk – mehrere Verletzte
Die ukrainischen Streitkräfte haben einen Passagierbus im Kreis Starodub des Gebietes Brjansk angegriffen. Wie der Gouverneur Alexander Bogomas mitteilt, war eine FPV-Drohne in das Fahrzeug eingeschlagen, wobei der Fahrer und vier Insassen verletzt worden seien. Alle Betroffenen erhalten medizinische Hilfe im örtlichen Krankenhaus, fügt Bogomas hinzu.
14:51 Uhr
Estnischer Außenminister: Europa will in Beziehungen mit Russland nicht auf Vergangenheit zurückblicken
Europa habe kein Interesse, in seinen Beziehungen mit Russland zu den Verhältnissen der Vergangenheit zurückzukehren, erklärt der estnische Außenminister Margus Tsahkna in einem Interview mit Bloomberg. Der Minister betont:
"Europa erkennt nun, dass der Druck auf Russland notwendig ist. Es besteht kein ernsthafter Wunsch, zurückzublicken."
Tsahkna zufolge nehme darüber hinaus niemand ernst, dass bald Frieden käme oder Russland auch nach dem Ende des Ukraine-Konfliktes kein aggressives Land mehr sein würde.
14:23 Uhr
Medien: Selenskij reist zu EU-Gipfel nach Zypern
Laut Medienberichten wird der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij am Donnerstag zu einem informellen, zweitägigen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs nach Zypern reisen. Bei dem Gipfel werde Selenskij den Wunsch nach einem EU-Beitritt bekräftigen und darauf dringen, dass die EU den Druck auf Russland weiter erhöht. Die EU-Länder sollen vor Ort zudem die Bereitstellung des Kredits in Höhe von 90 Milliarden Euro bestätigen.
13:57 Uhr
Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums
Die ukrainischen Streitkräfte haben 1.325 Soldaten an einem Tag in der Zone der militärischen Sonderoperation verloren, berichtet das Verteidigungsministerium in Moskau. Russische Truppen zerstörten folgende Waffen und Ausrüstung des Gegners:
- einen Mannschaftstransportwagen,
- neun gepanzerte Kampffahrzeuge,
- 79 Kraftfahrzeuge,
- neun Artilleriegeschütze,
- sieben Anlagen der Elektronischen Kampfführung,
- ein Artillerieaufklärungsradar,
- acht Munitionslager
- und zwölf Lager mit Ausrüstung.
Einheiten der russischen Luftstreitkräfte, Raketen- und Artillerietruppen und Drohnenbediener trafen Objekte der Energie- und Transportinfrastruktur, die von gegnerischen Truppen betrieben wurden, sowie Stationierungsorte ukrainischer Soldaten und ausländischer Söldner in 138 Kreisen. Die Flugabwehr schoss zehn Flugbomben und 418 Drohnen ab.
13:27 Uhr
Luzk: Ukrainische Rekrutierer bedrohen Mann mit Waffen und werfen ihn vom Dach
In der westukrainischen Stadt Luzk ist es zu einem weiteren gewaltsamen Vorfall im Zusammenhang mit der Zwangsmobilisierung gekommen. Dies berichtet unter anderem das ukrainische Nachrichtenportal Strana unter Verweis auf zahlreiche Videoaufnahmen aus sozialen Medien. Nachdem ein Mann versucht hatte, sich vor den Mitarbeitern der Musterungsbehörde (TZK) auf das Dach eines Hauses zu retten, bedrohten ihn die Rekrutierer mit Waffen. Nachdem einer von ihnen auf das Dach gestiegen war, kam es zu einem Kampf, wobei der Rekrutierer den Mann vom Dach herunterwarf und kurz darauf selbst abstürzte. Anschließend wurde der Mann von TZK-Mitarbeitern an Händen und Füßen gefasst und weggeschleppt.
Die regionale Musterungsbehörde behauptete in einer Stellungnahme zu dem Vorfall, dass die Rekrutierer dem Mann dabei helfen wollten, "Höhenangst" zu überwinden und vom Dach abzusteigen. Indessen zeigt eine der Videoaufnahmen, wie einer der Rekrutierer den Mann beschimpft und seinem "Kollegen" zuruft:
"Nimm eine Knarre, wir werden ihm auf die Beine schießen!"
Zudem bedrohte der TZK-Mitarbeiter Menschen, die den Vorfall filmten, mit einer Festnahme.
Die seit dem Beginn der russischen Sonderoperation in der Ukraine geltende Mobilmachung treibt immer gewaltsamere Blüten. Männern im Alter zwischen 18 und 60 Jahren ist die Ausreise aus dem Land verboten, während zahlreiche Videoaufnahmen zeigen, wie Rekrutierer Wehrpflichtige gewaltsam misshandeln.
Mehr zum Thema – Die Ukrainer sind bereit zu kämpfen – gegen den Kriegseinsatz
13:08 Uhr
Gebiet Cherson: Gouverneur meldet mehrere Verletzte an einem Tag durch ukrainische Angriffe
Im Laufe des Tages haben ukrainische Truppen die Zivilbevölkerung am linken Dnjepr-Ufer im Gebiet Cherson unter Beschuss genommen, erklärt Gouverneur Wladimir Saldo. Dabei wurden sieben Männer verletzt.
12:31 Uhr
Peskow zur deutschen Militärstrategie: "Manchen Europäern läuft es eiskalt über den Rücken"
Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentiert die deutsche Militärstrategie und die Pläne Berlins, die größte Armee Europas aufzustellen. Im Gespräch mit Journalisten erklärt der Beamte:
"Ich glaube, es läuft manchen Europäern eiskalt über den Rücken, wenn sie solche Zeilen lesen und von solchen Plänen erfahren."
Deutschland hatte erstmals in seiner Geschichte eine eigene Militärstrategie genehmigt. Unter anderem wird im Dokument eine angebliche russische Bedrohung erwähnt.
Mehr zum Thema – Pistorius stellt neue Militärstrategie vor – der deutsche Militarismus ist zurück
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.