Liveticker Ukraine-Krieg: Russische Armee drängt den Gegner weiterhin aus Dobropolje zurück

30.09.2026 16:57 Uhr
16:57 Uhr
Selenskijs Ex-Sprecherin: Ukraine hat erstmals seit 100 Jahren keinen Stahl produziert
Die Ukraine habe im September erstmals seit 100 Jahren eine ganze Woche lang keinen Stahl produziert, da große Hüttenwerke infolge russischer Attacken stillgestanden hätten. Dies erklärt Julia Mendel, die ehemalige Pressesprecherin von Wladimir Selenskij. Auf X schreibt sie:
"Im September produzierte die Ukraine eine Woche lang überhaupt keinen Stahl – zum ersten Mal seit 100 Jahren. Nach massiven russischen Angriffen stehen die großen Werke still. Hochöfen sind beschädigt. Die Wiederinbetriebnahme eines einzigen Ofens kostet mindestens 50 Millionen Dollar. Der Bau eines neuen kostet rund 500 Millionen Dollar."
Ferner merkt sie an, dass es in der Ukraine an einer staatlichen Strategie für die weitere Arbeit oder die Wiederbelebung der Branche fehle.
"Sollte dieser Industriezweig verschwinden – was genau bleibt dann noch, um den Staat zu stützen?"
16:25 Uhr
Ukrainische Drohne trifft Kunstschule im Gebiet Saporoschje
Ukrainische Streitkräfte haben mit einer Drohne die Kunstschule in der Siedlung Kuibyschewo im Gebiet Saporoschje getroffen, teilte der Leiter des Bezirks Kuibyschewo, Kirill Below, mit. Beschädigt wurden eine Malklasse und der Lesesaal der Bibliothek. Kinder seien nicht verletzt worden, da der Unterricht erst nachmittags beginne. Below wertete den Angriff als gezielte Tat gegen Kinder, zumal sich gegenüber der Kunstschule eine allgemeinbildende Schule befinde.
Zudem wurden ein Einfamilienhaus und ein landwirtschaftlicher Betrieb schwer beschädigt, zivile Technik wurde zerstört.
15:58 Uhr
Frontbericht: Kiew verliert an einem Tag mehr als 1.500 Kämpfer
Im Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch heißt es, dass die Ukraine in den vergangenen 24 Stunden etwa 1.505 Soldaten verloren hat.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbands Nord beliefen sich die Verluste der ukrainischen Truppen auf mehr als 340 Soldaten. Zudem zerstörte das russische Militär drei gepanzerte Kampffahrzeuge und 25 Autos.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbands West verlor das ukrainische Militär mehr als 200 Kämpfer. Zusätzlich eliminierten die russischen Soldaten ein gepanzertes Kampffahrzeug vom Typ HMMWV aus US-Produktion, 13 Autos, drei Feldartilleriegeschütze und eine Station für elektronische Kampfführung vom Typ Anklaw.
Im Abschnitt des Truppenverbands Süd büßten die ukrainischen Streitkräfte über 195 Kämpfer ein. Zudem wurden ein gepanzertes Kampffahrzeug vom Typ Senator aus kanadischer Produktion, 20 Autos und ein Artilleriegeschütz neutralisiert.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbands Mitte erlitten die Kiewer Truppen einen Verlust von mehr als 455 Kämpfern. Überdies setzte die russische Armee ein gepanzertes Kampffahrzeug, acht Autos und eine Station für elektronische Kampfführung außer Gefecht.
Durch entschlossene Aktionen des Truppenverbands Ost mussten die ukrainischen Streitkräfte Verluste von mehr als 280 Soldaten hinnehmen. Ferner eliminierte das russische Militär in diesem Operationsbereich vier Autos.
Die Verluste der ukrainischen Armee im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbands Dnjepr beliefen sich auf etwa 35 Soldaten. Außerdem wurden sieben Autos zerstört.
Kampfflugzeuge, Drohnen, Raketentruppen und Artillerie der russischen Streitkräfte haben Lager für Munition, Elektronikausrüstung und Drohnen sowie Objekte der Transportinfrastruktur angegriffen, die von den Streitkräften der Ukraine genutzt werden. Vorübergehende Stationierungsorte der bewaffneten Formationen der ukrainischen Armee und ausländischer Söldner wurden in 154 Bezirken ebenfalls getroffen.
Russische Luftabwehrkräfte schossen drei gelenkte Bomben, ein HIMARS-Geschoss aus US-Produktion und 768 Starrflüglerdrohnen ab.
Seit dem Beginn der militärischen Sonderoperation wurden insgesamt 674 gegnerische Flugzeuge, 284 Hubschrauber, 248.344 unbemannte Luftfahrzeuge, 672 Flugabwehrraketensysteme, 31.079 Panzer und gepanzerte Kampffahrzeuge, 1.783 Mehrfachraketenwerfer, 36.594 Feldartillerie- und Mörsergeschütze sowie 73.244 militärische Spezialfahrzeuge außer Gefecht gesetzt.
15:27 Uhr
Russische Armee drängt den Gegner weiterhin aus Dobropolje in DVR zurück
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums seien die Sturmgruppen des russischen Truppenverbands Mitte im Laufe des Tages in der Stadt Dobropolje in der Volksrepublik Donezk weiter vorgerückt. Kämpfe fänden in den nordöstlichen, zentralen und südlichen Stadtteilen statt.
Dabei habe das russische Militär 164 Gebäude befreit und etwa 35 ukrainische Kämpfer eliminiert, teilt die Militärbehörde mit.
14:59 Uhr
Zehn Zivilisten bei ukrainischem Drohnenangriff auf Gebiet Cherson verletzt
Die ukrainischen Streitkräfte haben in der vergangenen Nacht das Gebiet Cherson mit Drohnen angegriffen, teilte der Gouverneur des Gebiets, Wladimir Saldo, mit. Luftabwehr- und mobile Einheiten hätten alles Mögliche zum Schutz der Bevölkerung getan, dennoch seien die Folgen nicht vollständig zu verhindern gewesen: Zehn Zivilisten hätten sich in medizinische Behandlung begeben müssen. Zudem seien zivile Objekte beschädigt worden.
14:40 Uhr
Gegner verliert mehr als 30 Soldaten im Kessel im Gebiet Charkow
Der russische Truppenverband Nord habe den Einkreisungsring um die ukrainischen Einheiten im Nordosten des Gebiets Charkow weiterhin enger gezogen, berichtet das Verteidigungsministerium in Moskau.
Im Zuge der weiteren Ausweitung der äußeren Kontrollzone führt das russische Militär weiterhin Kämpfe um die Befreiung der Ortschaft Prikolotnoje.
An einem Tag beliefen sich die Verluste des Gegners innerhalb des Kessels auf mehr als 30 Kämpfer.
14:12 Uhr
LVR: Zivilist getötet bei gezieltem Angriff auf Lkw
Nach Angaben von Leonid Passetschnik, dem Chef der Volksrepublik Lugansk, habe der Gegner gezielt einen Lkw ins Visier genommen. Leider sei der Fahrer seinen Verletzungen erlegen.
Innerhalb von 24 Stunden habe die ukrainische Armee Fahrzeuge, Wohnhäuser sowie zivile, kommunale und industrielle Objekte angegriffen, so Passetschnik.
Unter Einsatz von Luftabwehrsystemen und mobilen Feuergruppen seien rund 100 Luftziele über dem Gebiet der Republik abgeschossen worden.
13:50 Uhr
DVR-Chef Puschilin: Entscheidende Schlacht um Donbass findet gerade statt
An diesem Mittwoch jährt sich die Wiedervereinigung des Donbass mit Russland zum vierten Mal. Die entscheidenden Kämpfe um die Befreiung von Donbass fänden heute bei den Städten Slawjansk, Kramatorsk und Orechow statt, erklärt der Chef der Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, anlässlich des Jahrestages.
"Genau jetzt findet auf den Feldern bei Slawjansk, Kramatorsk und Orechow die entscheidende Schlacht um den Donbass statt. Im wahrsten Sinne des Wortes – ein Kampf um die Zukunft. Wir werden zweifellos siegen – wir werden unser Land zurückerobern, bis auf den letzten Meter."
Das Oberhaupt der DVR merkt an, dass die Bewohner der Republik "einen langen und beschwerlichen Weg" zurückgelegt hätten – von der Volksabstimmung am 11. Mai 2014 über die staatliche Autonomie bis zur Unterzeichnung des Vertrags über die Aufnahme der DVR in die Russische Föderation am 30. September 2022.
13:09 Uhr
Rada-Abgeordneter: Ukrainer müssen Druck auf Regierung ausüben und Frieden fordern
Die ukrainische Gesellschaft sollte Druck auf die Führung des Landes ausüben und sie dazu bewegen, einen Frieden zu erreichen. Diese Meinung vertritt der Rada-Abgeordnete Alexei Gontscharenko.
"Ich sehe den Ausweg darin, durch gesellschaftlichen Druck Frieden zu erreichen, gefolgt von Wahlen und radikalen politischen Veränderungen, sobald der Frieden erreicht ist. Ich weiß nicht, wie man sonst etwas ändern kann. Uns fehlen die Mittel. Tatsächlich können wir weder den Präsidenten austauschen noch Wahlen abhalten, solange die Feindseligkeiten andauern."
Ihm zufolge bestehe das Problem darin, dass die ukrainische Gesellschaft gespalten sei. 99,9 Prozent der Bevölkerung litten täglich unter dem Krieg, während zu den restlichen 0,1 Prozent die Menschen gehörten, "die vom Krieg profitieren und ihr Leben in vollen Zügen genießen", so Gontscharenko.
"Das Problem ist, dass genau diese 0,1 Prozent in der Führungsebene sitzen und Entscheidungen treffen." […] Es bedarf eines enormen Drucks seitens dieser 99,9 Prozent, um dringend Frieden zu erreichen und den Krieg zu beenden."
12:30 Uhr
Zu militärischen Zwecken genutzte Energieobjekte der Ukraine beschädigt
In der Nacht hätten die russischen Streitkräfte einen massiven Schlag mit bodengestützten Präzisionswaffen und Kampfdrohnen gegen militärische Ziele in der Ukraine geführt, berichtet das Verteidigungsministerium in Moskau am Morgen.
Folgende Objekte seien in Kiew und Umgebung getroffen worden:
- das Rechenzentrum De Novo, einer der wichtigsten Knotenpunkte für den Internet-Datenverkehr, der die Verarbeitung, Speicherung und Übertragung von Informationen für die ukrainischen Streitkräfte gewährleistet,
- das Umspannwerk Kiewskaja, das die Stromversorgung für Einrichtungen des militärisch-industriellen Komplexes in Kiew und der Region sicherstellt,
- das Wasserkraftwerk Kiewskaja, das Objekte der Rüstungsindustrie im nördlichen Teil des Gebiets Kiew versorgt,
- das Wärmekraftwerk Tripolskaja, das Objekte der Rüstungsindustrie im südlichen Teil des Gebiets Kiew mit Strom versorgt,
- ein Akkumulatorengebäude, das zur Speicherung von Elektrizität für den ununterbrochenen Betrieb militärischer Objekte in Kiew und der Umgebung genutzt wurde.
Im Gebiet Odessa habe das russische Militär einen Industrie- und Produktionskomplex im Hafen von Ismajil angegriffen, der für die Annahme, Lagerung und den Transport von Militärgütern sowie von Treibstoff für den Bedarf der ukrainischen Armee eingesetzt wurde.
Darüber hinaus sei ein Frachtschiff im nordwestlichen Teil des Schwarzen Meeres beschädigt worden, das militärische Güter sowie Güter mit doppeltem Verwendungszweck für die Streitkräfte der Ukraine zum Hafen von Odessa transportierte.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.