Liveticker Ukraine-Krieg: Merz hält Diplomatie mit Russland für "aussichtslos"

28.02.2026 11:38 Uhr
11:38 Uhr
Ukraine beschwert sich über "kritischen Mangel" an Patriot-Raketen
Patriot-Systeme sind ein wichtiger Bestandteil der ukrainischen Luftabwehr. Mithilfe der US-amerikanischen Raketen verteidigt sich die Ukraine vorrangig gegen russische ballistische Raketen, die von anderen Luftabwehrsystemen nicht abgefangen werden können. Das Land stellt indessen einen akuten Mangel an dieser Art Munition fest.
Über das Problem berichtet unter anderem die Zeitung Politico. Das Blatt schreibt, dass sich der Kauf von Patriot-Raketen "besonders schwierig" gestalte, weil es in den USA keinen Produktionsüberschuss gebe, während der tägliche Bedarf der Ukraine an den Abfangraketen "äußerst groß" sei.
"Obwohl die USA die Produktion von Patriot-Systemen deutlich gesteigert haben, reicht das hinten und vorn nicht, um die globale Nachfrage zu decken."
Die entstandene Situation verheiße der Ukraine nichts Gutes, stellt Politico fest.
Inzwischen hat der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fjodorow am Freitag bestätigt, dass die ukrainischen Patriot-Munitionsbestände auf ein "kritisches" Niveau gesunken seien. Laut seinem Plan soll ein Joint Venture mit Verbündeten Abhilfe schaffen. Das erklärte Ziel des Konsortiums sei die Herstellung von Waffen, die russische ballistische Raketen abfangen könnten, so Fjodorow.
11:03 Uhr
Stahlhersteller muss wegen Energiekrise in Ukraine Betrieb einstellen
Der ukrainische Stahlhersteller ArcelorMittal Kriwoi Rog stellt wegen der anhaltenden Energiekrise den Betrieb in einem weiteren Werk ein. Wie das Unternehmen mitteilt, seien die Gießerei und die mechanische Werkstatt betroffen. Sie sollen in drei Monaten geschlossen werden. Als Hauptgrund werden die extrem hohen Stromkosten infolge des Krieges genannt. Dies habe die Produktionskosten deutlich in die Höhe getrieben und die wirtschaftliche Fertigung von Stahlprodukten weiter erschwert.
Russland hat zuletzt seine Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor verstärkt, was die Regierung in Kiew zur Stromrationierung für die Industrie und zu höheren Importen aus der EU zwingt.
10:36 Uhr
Gouverneur meldet drei Verletzte bei Angriffen auf 70 Ortschaften im Gebiet Belgorod
Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow veröffentlicht jeden Tag auf Telegram Statistiken über ukrainische Angriffe auf Siedlungen im russischen Grenzgebiet Belgorod. Aus dem heutigen Eintrag geht hervor, dass das ukrainische Militär in den vergangenen 24 Stunden 70 Ortschaften in sieben Bezirken angegriffen habe. Der Gegner habe mindestens zehn Geschosse abgefeuert und 176 Drohnen eingesetzt, von denen 100 abgeschossen worden seien. Außerdem habe das russische Militär vier ukrainische Aufklärungsballons zerstört.
In der Statistik berichtet der Politiker über drei Opfer unter der Zivilbevölkerung. In der Siedlung Dubowoje habe ein Mann Verletzungen erlitten, als eine ukrainische Drohne sein Auto angegriffen habe. Bei einer ähnlichen Drohnenattacke seien zwei Einwohner der Siedlung Archangelskoje verletzt worden.
Gladkow meldet zudem viele Sachschäden. Demnach seien in den vergangenen 24 Stunden im Gebiet Belgorod drei Mehrfamilienhäuser, 16 Einfamilienhäuser, zwei soziale Einrichtungen, ein Geschäft, drei Infrastrukturobjekte, drei Stromleitungen, zwei Gasleitungen, ein Traktor, zwei Lkw, ein Kleintransporter und 20 Autos zerstört oder beschädigt worden.
10:07 Uhr
Fico wirft Ukraine Unwille zur Zusammenarbeit vor
Im Streit um russische Erdöllieferungen über die durch die Ukraine führende Pipeline Druschba hat der slowakische Ministerpräsident Robert Fico der Führung in Kiew vorgeworfen, nicht bereit zu einer Zusammenarbeit zu sein. Nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Staatschef Wladimir Selenskij schrieb Fico auf Facebook:
"Aus dem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten W. Selenskij habe ich den eindeutigen Eindruck gewonnen, dass die ukrainische Seite kein Interesse daran hat, den Erdöltransit durch ihr Gebiet zu erneuern."
Zuvor hatte das Präsidentenbüro in Kiew das Telefonat bestätigt. Demnach lud Selenskij Fico in die Ukraine ein, um alle Probleme zu besprechen. Ein Termin für das Treffen wurde zunächst nicht genannt. Ein derartiges Treffen hatte bereits im vergangenen September im westukrainischen Uschhorod nahe der slowakischen Grenze stattgefunden.
09:35 Uhr
Beschuss auf Siedlungen im Gebiet Cherson: Mehr als 50 Geschosse aus Ukraine abgefeuert
Die Behörden im von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson melden andauernde Angriffe auf Siedlungen am linken Dnjepr-Ufer. Den Angaben zufolge habe die ukrainische Artillerie im Laufe des 27. Februar 32 Geschosse auf sieben Ortschaften abgefeuert. Die Zahl der eingeschlagenen Geschosse listen die Behörden wie folgt auf:
- Aljoschki — 8,
- Nowaja Kachowka — 3,
- Rybaltsche — 3,
- Ljubimowka — 5,
- Wassiljewka — 4,
- Malaja Lepeticha — 6,
- Kairy — 3.
Wie die Behörden weiter mitteilen, habe der Beschuss auch in der Nacht zum Samstag angedauert. Auf zivile Infrastrukturen der von Russland kontrollierten Ortschaften Staraja Sburjewka, Obrywka, Aljoschki, Dnjeprjany und Kairy seien insgesamt 21 Geschosse abgefeuert worden.
Berichte über Opfer und Schäden liegen bislang nicht vor.
09:01 Uhr
Zwei Tote und sieben Verletzte bei ukrainischen Angriffen auf Grenzgebiet Kursk
Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihre Attacken auf das russische Grenzgebiet Kursk fort. Gouverneur Alexander Chinschtein berichtet in der täglichen Statistik auf Telegram über zahlreiche Artillerie- und Drohnenangriffe auf die Region. Wie der Politiker mitteilt, seien im Zeitraum von 7 Uhr MEZ am 27. Februar bis 5 Uhr MEZ am 28. Februar 62 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Zudem habe die gegnerische Artillerie in dieser Zeit 39-mal grenznahe evakuierte Ortschaften unter Beschuss genommen. Es habe außerdem fünf Angriffe gegeben, bei denen unbemannte Luftfahrzeuge Sprengsätze auf Objekte im Gebiet Kursk abgelassen hätten.
Chinschtein meldet zwei Tote und sieben Verletzte. Beim ukrainischen Angriff auf eine Energieanlage sei ein Angehöriger der Verteidigungseinheit BARS-Kursk ums Leben gekommen. Zwei Mitarbeiter eines Stromversorgers seien verletzt worden. Infolge der Attacke seien 34 Ortschaften vorübergehend ohne Strom geblieben. Bei einer Drohnenattacke auf die Gebietshauptstadt Kursk sei ein Mitarbeiter einer Autowerkstatt getötet worden, drei weitere Männer hätten Verletzungen erlitten. 35 Autos seien beschädigt worden. Überdies seien ein Einwohner der Siedlung Markowo und eine Einwohnerin der Siedlung Kojatschek verletzt worden. In der Siedlung Drosdy seien drei Einfamilienhäuser zu Schaden gekommen.
08:33 Uhr
Merz hält Diplomatie mit Russland für "aussichtslos"
Bundeskanzler Friedrich Merz hält ein Mehr an Diplomatie mit Russland derzeit für aussichtslos. Am Freitag sagte der Politiker bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der hessischen CDU in Volkmarsen vor gut 2.000 Besuchern, dass sich der Krieg nicht alleine gegen die territoriale Integrität des osteuropäischen Landes richte.
"Das ist ein Krieg gegen die gesamte politische Ordnung Europas."
Was Russlands Präsident Wladimir Putin versuche, sei nicht nur die Ausdehnung Russlands nach Westen, sondern der Kremlchef versuche zu zerstören, was an Demokratie und Rechtsstaat an seiner Grenze zu entstehen drohe, erklärte Merz und wies Forderungen nach mehr Diplomatie zurück.
"Was sollen wir denn noch mehr machen an Diplomatie als das, was wir seit mehreren Monaten machen? Wir bieten doch jede Form eines Gespräches an, bis hin zu einem Gespräch auch mit der russischen Staatsführung."
Der Bundeskanzler forderte als Vorbedingung für Gespräche eine Waffenruhe.
08:00 Uhr
DVR meldet einen ukrainischen Angriff binnen 24 Stunden
Die Behörden in Donezk haben innerhalb der vergangenen 24 Stunden einen Angriff durch ukrainische Truppen registriert. Demnach wurden auf das Territorium der Volksrepublik vier Geschosse abgefeuert. Bei den Angriffen in der Zeitspanne von 0 Uhr am 27. Februar bis 0 Uhr am 28. Februar (Ortszeit) wurden keine Opfer unter der Zivilbevölkerung gemeldet. Berichte über Infrastrukturschäden lagen ebenfalls nicht vor.
Am Vortag hatten die Behörden von Donezk auch einen Angriff aus der Ukraine gemeldet. Eine zivile Person erlitt dabei Verletzungen. Berichte über Sachschäden lagen nicht vor.
07:34 Uhr
Erdölraffinerie in Region Krasnodar brennt nach Drohnenangriff aus Ukraine
Der Krisenstab der Region Krasnodar meldet einen Brand, nachdem ukrainische Drohnen in der Nacht zum Samstag erneut Südrussland angegriffen haben. Bei der Attacke sei eine Erdölraffinerie in der Siedlung Nowominskaja getroffen worden. Es gebe weder Todesopfer noch Verletzte.
Nach Angaben der örtlichen Behörden seien an den Löscharbeiten 39 Menschen und 13 Löschfahrzeuge beteiligt. Durch herabfallende Drohnenteile habe ein Tank Feuer gefangen. Die Flammen hätten eine Fläche von rund 150 Quadratmetern ergriffen.
Der Krisenstab warnt die Anwohner, Fotos und Videos von der Brandstelle zu teilen, denn somit könne der Gegner unter anderem die Stellungen der russischen Luftabwehr aufspüren und wiederholt zuschlagen, heißt es.
07:02 Uhr
Russische Luftabwehr zerstört in der Nacht 97 ukrainische Drohnen

SymbolbildJEWGENI BIJATOW / Sputnik Russlands Verteidigungsministerium meldet am Samstagmorgen auf der Plattform Telegram weitere Versuche der ukrainischen Streitkräfte, Objekte in Russland mit Drohnen anzugreifen. Demnach habe die russische Luftabwehr in der vergangenen Nacht 97 unbemannte Luftfahrzeuge des Gegners abgeschossen. Die Zahl der zerstörten Drohnen listet die Behörde wie folgt auf:
- Teilrepublik Krim – 40,
- Gebiet Brjansk – 22,
- Gebiet Belgorod – 16,
- Schwarzes Meer – 10,
- Region Krasnodar – 4,
- Gebiet Kursk – 2,
- Gebiet Kaluga – 2,
- Gebiet Tula – 1.
Weitere Einzelheiten teilt das Ministerium nicht mit.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
