Liveticker Ukraine-Krieg – Putin zu Kiews Personalmangel: "Niemand will kämpfen"

4.06.2026 20:19 Uhr
20:19 Uhr
Russische Diplomaten: Ukraine wollte mit Drohnenattacken während SPIEF Russland einschüchtern
Das russische Außenministerium wirft der Ukraine Terrorpraktiken vor, mit denen die Führung in Kiew versucht, das Internationale Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg (SPIEF) zum Scheitern zu bringen und Russland einzuschüchtern. Wie die Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa erklärt, lasse sich das Regime in Kiew von einer "terroristischen Logik" leiten. Die ukrainischen Attacken auf das Gebiet Leningrad während des Forums kommentiert die Diplomatin folgenderweise:
"Immer wenn sie verstehen, dass sie jene Erfolge, welche sie der eigenen Bevölkerung auftischen, auf dem Schlachtfeld nicht erreichen können, immer wenn sie verstehen, dass sie tatsächlich in der ganzen Welt zu Außenseitern geworden sind, gehen sie zu empfindsamen Schlägen gegen die Zivilbevölkerung über."
Ähnlich äußert sich auch Russlands Botschafter bei der OSZE Dmitri Poljanski, indem er warnt, dass solche Attacken in einem direkten militärischen Konflikt zwischen Russland und der NATO münden könnten. Der Diplomat verweist auf Berichte in ukrainischen Medien, wonach die Drohnen, die das Gebiet Leningrad und die Gebietshauptstadt Sankt Petersburg während des Wirtschaftsforums angegriffen hatten, von baltischen Ländern aus und von NATO-Schiffen in der Ostsee gestartet worden sein könnten.
"Dafür sprechen zahlreiche Videos in den sozialen Medien, auf denen zu sehen ist, dass die Drohnen die Stadt in einer extrem niedrigen Höhe und ausgerechnet vom Baltikum her anfliegen."
Poljanski räumt allerdings ein, dass diese Informationen zuerst gründlich geprüft werden sollten. Sollten sie sich aber bestätigen, wäre dies eine weitere Eskalation seitens der NATO.
19:43 Uhr
Putin zu Personalverlusten und Zwangsrekrutierungen in Ukraine: "Niemand will kämpfen"
Bei seinem Treffen mit ausländischen Journalisten am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg kommentiert Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstagabend unter anderem den akuten Personalmangen im ukrainischen Militär und die jüngsten Erfolge Russlands bei der militärischen Sonderoperation. Der Politiker stellte unter anderem fest, dass das größte Problem der ukrainischen Streitkräfte heutzutage der "katastrophale" Personalmangel sei. Der Kremlchef machte in diesem Zusammenhang auf Zwangsrekrutierungen in der Ukraine aufmerksam:
"Menschen werden zwangsweise geschnappt. Es gibt keine Motivation. Niemand will kämpfen."
Nach Putins Angaben desertieren jeden Monat im Durchschnitt 20.000 Mann von den ukrainischen Streitkräften. Hinzu kämen noch Personalverluste in Höhe von bis zu 40.000 Mann. Seit der letzten Zeit sei die Personalzahl der ukrainischen Streitkräfte um 100.000 Mann zurückgegangen.
Gleichzeitig erklärt Putin, dass die russischen Streitkräfte entlang der gesamten Kontaktlinie im Vormarsch seien. Im Gebiet der Sonderoperation kontrollierte Russland inzwischen eine Fläche von 2.440 Quadratkilometern. So werde die Volksrepublik Lugansk völlig von Russland kontrolliert, die Volksrepublik Donezk zu mehr als 85 Prozent und das Gebiet Saporoschje zu mehr als 80 Prozent.
19:16 Uhr
Dobrindt für Ende des Schutzstatus für Männer aus Ukraine
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt signalisiert Zustimmung für ein Ende des automatischen Schutzstatus für ukrainische Flüchtlinge im wehrfähigen Alter. Am Donnerstag sagt der CSU-Politiker zum Auftakt eines Treffens der EU-Innenminister in Luxemburg:
"Wir diskutieren die Frage folgendermaßen, dass wir die Massenzustromrichtlinie verlängern wollen, dass wir aber Zweifel haben, dass Ukrainer im wehrpflichtigen Alter darunter zu sehen sind."
Männer zwischen 23 und 60 Jahren könnten stattdessen ein reguläres Asylverfahren durchlaufen. Dafür zeichnet sich bei der EU eine Mehrheit ab. Schweden etwa wies darauf hin, dass die Ukraine mehr wehrfähige Männer im Kampf gegen Russland brauche. Auch Dobrindt nennt als einen Grund für die Debatte den gestiegenen Zuzug von Männern in dieser Altersgruppe.
Auf Basis der sogenannten Massenzustromrichtlinie erhalten derzeit Flüchtlinge aus der Ukraine vorübergehenden Schutz, ohne ein Asylverfahren durchlaufen zu müssen. Die EU-Innenminister beraten über diese Schutzregelung, die am 4. März 2027 ausläuft. Ein Vorschlag sieht eine Verlängerung vor, schließt davon jedoch ukrainische Männer im Alter von 23 bis 60 Jahren aus. Diese Änderung würde nur für Männer gelten, die neu in die EU einreisen.
In der Ukraine unterliegen Männer zwischen 18 und 60 Jahren der Wehrpflicht. Ein Ausreiseverbot gilt für Männer im Alter von 23 bis 60 Jahren, wobei es Ausnahmen etwa für alleinerziehende Väter gibt. Für den Kriegsdienst werden in der Ukraine aktuell Wehrpflichtige ab 25 Jahren eingezogen.
18:44 Uhr
Ukrainische Truppen greifen Passagierzug in LVR an – Ein Toter bei Drohnenangriff auf Auto
Das Oberhaupt der Volksrepublik Lugansk (LVR), Leonid Passetschnik, meldet neue ukrainische Angriffe auf die Zivilbevölkerung in der Region. Auf der Plattform MAX schreibt der Politiker, dass der Gegner am Donnerstag einen Vorortszug unter Beschuss genommen habe. Im Passagierzug, der von Lugansk nach Lantratowka unterwegs gewesen sei, hätten sich 13 Fahrgäste befunden. Da man sie rechtzeitig evakuiert habe, gebe es keine Opfer. Der Zugverkehr auf der von der Ukraine aus beschossenen Eisenbahnstrecke sei inzwischen wiederaufgenommen worden.
Zudem berichtet der Republikchef über einen Toten infolge einer Drohnenattacke. Ein Einwohner des Bezirks Troizkoje sei seinen Verletzungen erlegen, als das ukrainische Militär sein Auto mit einem unbemannten Luftfahrzeug angegriffen habe. Außerdem habe der Gegner in der Stadt Swatowo zugeschlagen. Dort sei ein parkendes Auto vor einem Supermarkt attackiert worden. Ein Passant habe dabei Splitterverletzungen erlitten.
18:13 Uhr
"Hier gibt es Kaffee": Warum BBC beim SPIEF ist – aber nicht in Starobelsk

Auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum (SPIEF) erklärte der britische Journalist Steve Rosenberg, warum die "BBC" nicht nach Starobelsk gereist war. Nach seinen Angaben sei eine geplante Reise in die Volksrepublik Lugansk aus Sicherheitsgründen abgesagt worden.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sieht darin blanken Zynismus: Während die BBC einen Besuch am Ort der Tragödie mit Verweis auf Sicherheitsbedenken ablehne, sei Rosenberg beim SPIEF präsent – dort, wo es "Kaffee, interessante Redner und keine weinenden Mütter" gebe.
Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
17:49 Uhr
EU bereitet Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldawien vor
Die Ukraine und Moldawien können nach einer zweijährigen Hängepartie auf den offiziellen Beginn der Verhandlungen über einen EU-Beitritt hoffen. Nach Angaben der derzeitigen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft sind die Vorbereitungen für die formelle Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts eingeleitet worden. Im Idealfall sollen die Gespräche am 15. Juni am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg gestartet werden können.
Im ersten Verhandlungsabschnitt, der offiziell erstes Cluster genannt wird, müssen die Länder zeigen, dass ihr Justizsystem und die öffentliche Verwaltung den EU-Standards entsprechen. Der Prozess der Beitrittsverhandlungen ist thematisch in insgesamt sechs Abschnitte eingeteilt, die aus jeweils mehreren Kapiteln bestehen. Die Verhandlungen ziehen sich in der Regel über Jahre hin, und es ist auch nicht ausgemacht, dass sie erfolgreich abgeschlossen werden können.
Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldawien waren eigentlich im Juni 2024 eröffnet worden. Die Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts mit der Ukraine wurde dann allerdings von Ungarn mit einem Veto blockiert. Erst nach der Abwahl des langjährigen ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán im April kam wieder Bewegung in den Prozess.
17:20 Uhr
Beschuss auf Siedlungen im Gebiet Cherson – Mann durch Drohnenangriff getötet
Die Behörden im von Russland kontrollierten Teil des Gebiets Cherson melden andauernde Angriffe auf Siedlungen am linken Dnjepr-Ufer. Den Angaben zufolge habe die ukrainische Artillerie im Laufe des 3. Juni 24 Geschosse auf fünf Ortschaften abgefeuert. Die Zahl der eingeschlagenen Geschosse listen die Behörden wie folgt auf:
- Aljoschki – sechs,
- Welikaja Lepeticha – fünf,
- Golaja Pristan – fünf,
- Proletarka – vier,
- Solonzy – vier.
Wie die Behörden weiter mitteilen, habe der Beschuss auch in der Nacht zum Donnerstag angedauert. Auf zivile Infrastrukturen der von Russland kontrollierten Ortschaften Kachowka, Gornostajewka und Kairy seien insgesamt 16 Geschosse abgefeuert worden. Infolge der Artillerieattacken seien ein Wohnhaus in Welikaja Lepeticha und mehrere Autos in Petropawlowka und Briljowka beschädigt worden.
Gouverneur Wladimir Saldo meldet darüber hinaus ein Todesopfer in der Ortschaft Bechtery. Bei ihm handele es sich um einen Mann des Jahrgangs 1966. Er sei ums Leben gekommen, als eine ukrainische Drohne einen Traktor attackiert habe. Wie der Politiker ferner mitteilt, sei eine weitere ukrainische Drohne auf das Gelände des Zentralen Bezirkskrankenhauses in der Stadt Aljoschki gestürzt. Saldo meldet aber weder Todesopfer noch Verletzte durch diese Attacke.
16:47 Uhr
FSB: Einwohner von Sewastopol wegen Zusammenarbeit mit SBU festgenommen
Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat in der Republik Krim einen Mann, Jahrgang 1963, festgenommen, der mit dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) zusammengearbeitet haben soll. Dies teilte die Pressestelle des FSB mit.
Es wurde festgestellt, dass der Mann von einem SBU-Mitarbeiter für eine Zusammenarbeit angeworben worden sei. Auf seine Anweisung habe der Festgenommene Informationen über russische Militärangehörige an ukrainische Geheimdienste weitergegeben. Zudem soll er geplant haben, die Fahrzeuge ihrer Familienangehörigen visuell zu beobachten.
Ein Strafverfahren wegen Landesverrats wurde eingeleitet. Dem Mann droht eine lebenslange Haftstrafe.
16:15 Uhr
Ungarn einigt sich mit Ukraine in Minderheitenfrage
Ungarn und die Ukraine haben sich nach Angaben der Regierung in Budapest auf ein Abkommen zu den Rechten der ungarischen Minderheit in der Ukraine geeinigt. Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar erklärte auf der Plattform X, nach dreiwöchigen Verhandlungen mit der Regierung in Kiew habe sein Team erreicht, was sein Vorgänger Viktor Orbán in einem Jahrzehnt nicht geschafft habe. Das umfassende Abkommen verbessere die Bildungschancen sowie sprachliche, kulturelle und politische Rechte der mehr als 100.000 Mitglieder der ungarischen Minderheit in der westukrainischen Region Transkarpatien. Die Ukraine habe sich verpflichtet, die Änderungen zeitnah rechtlich umzusetzen. Diese Zusage werde auch im ukrainischen Aktionsplan für den Weg zu einem EU-Beitritt festgehalten.
Magyar erklärte zugleich, Ungarn sei weiter gegen einen beschleunigten EU-Beitritt der Ukraine. Falls es Kiew in den nächsten 10 bis 15 Jahren gelingen sollte, alle Beitrittskapitel mit der EU abzuschließen, werde Ungarn den Beitritt unterstützen – abhängig von einem rechtlich verbindlichen Referendum.
15:43 Uhr
Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums
Im Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums vom Donnerstag heißt es, dass die Ukraine in den vergangenen 24 Stunden etwa 1.420 Soldaten verloren hat.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbandes Nord beliefen sich die Verluste der ukrainischen Truppen auf mehr als 195 Soldaten. Zudem zerstörte das russische Militär zwei gepanzerte Kampffahrzeuge und elf Autos.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbandes West verlor das ukrainische Militär etwa 210 Kämpfer. Zusätzlich eliminierte der Verband zwei Mannschaftstransportwagen vom Typ M113 aus US-Produktion, neun Autos, drei Artilleriegeschütze und eine Station für elektronische Kampfführung.
Im Abschnitt des Truppenverbandes Süd musste das ukrainische Militär etwa 165 Kämpfer einbüßen. Zudem wurden vier gepanzerte Kampffahrzeuge, elf Autos, drei Feldartilleriegeschütze und eine Station für elektronische Kampfführung zerstört.
Im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbandes Mitte verlor das ukrainische Militär mehr als 370 Kämpfer. Der Verband der russischen Armee setzte drei gepanzerte Kampffahrzeuge, sechs Autos und drei Artilleriegeschütze außer Gefecht.
Durch entschlossene Aktionen des Truppenverbandes Ost mussten ukrainische Truppen einen Verlust von etwa 430 Soldaten hinnehmen. Ferner eliminierte das russische Militär in diesem Operationsbereich vier gepanzerte Kampffahrzeuge, acht Autos und eine Radaranlage.
Die Verluste der ukrainischen Truppen im Zuständigkeitsbereich des Truppenverbandes Dnjepr beliefen sich auf etwa 50 Soldaten. Außerdem neutralisierte der Verband drei Autos und zwei Stationen für elektronische Kampfführung.
Kampfflugzeuge, Drohnen, Raketentruppen und Artillerie der russischen Streitkräfte haben Drohnenlager, Startplätze für Langstreckendrohnen und Objekte der Energie- und Transportinfrastruktur, die von ukrainischen Streitkräften genutzt werden, angegriffen. Vorübergehende Stationierungsorte der bewaffneten Formationen der ukrainischen Armee und ausländischer Söldner in 142 Bezirken wurden ebenfalls getroffen.
Russische Luftabwehrkräfte haben vier gelenkte Bomben, zwei Geschosse für Mehrfachraketenwerfer vom Typ Vampire aus tschechischer Produktion und 601 Starrflüglerdrohnen abgeschossen.
Seit Beginn der militärischen Sonderoperation wurden insgesamt 671 gegnerische Flugzeuge, 284 Hubschrauber, 156.058 unbemannte Luftfahrzeuge, 661 Flugabwehrraketensysteme, 29.608 Panzer und gepanzerte Kampffahrzeuge, 1.729 Mehrfachraketenwerfer, 35.210 Feldartillerie- und Mörsergeschütze sowie 63.297 militärische Spezialfahrzeuge eliminiert.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
