Liveticker Ukraine-Krieg: Militärische Ziele in ukrainischen Häfen angegriffen

15.07.2026 09:34 Uhr
09:34 Uhr
Kertsch vollständig ohne Strom
Infolge der nächtlichen Attacke der ukrainischen Streitkräfte kam es zu Stromausfällen in der Stadt Kertsch auf der Republik Krim. Dies gab Bürgermeister Iwan Koschel auf Telegram bekannt.
"Leider ist Kertsch infolge eines gegnerischen Drohnenangriffs vollständig ohne Strom. Lebenserhaltungssysteme werden über Notstromanlagen versorgt."
Einsatzkräfte arbeiten an der Wiederherstellung der Stromversorgung.
09:00 Uhr
Von der Leyen in Kiew eingetroffen
Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, ist in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. Dies gab sie auf X bekannt.
"Ich bin gerade in Kiew angekommen – zu meinem elften Besuch in der Ukraine während des Krieges."
Von der Leyen erklärte, dass sie neue Initiativen zur Integration der Verteidigungsindustrien der EU und der Ukraine ankündigen werde, damit die Seiten "mehr und schneller" produzieren könnten. Die Vorbereitungen für den kommenden Winter stehen auch auf der Tagesordnung.
08:20 Uhr
Russische Luftabwehr zerstört in der Nacht Dutzende ukrainische Drohnen
In der Nacht zum Mittwoch haben die ukrainischen Streitkräfte Russland mit unbemannten Luftfahrzeugen angegriffen. Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete am Morgen, dass die Luftabwehr insgesamt 93 ukrainische Starrflüglerdrohnen abgefangen hat.
Die gegnerischen Drohnen wurden über den Gebieten Belgorod, Brjansk, Kursk, Rostow, den Regionen Krasnodar und Moskau, der Republik Krim sowie den Gewässern des Asowschen und Schwarzen Meeres zerstört.
07:38 Uhr
Militärische Ziele in ukrainischen Häfen angegriffen

Symbolbild: Hafen von OdessaJoel Carillet / Gettyimages.ru In der Nacht haben die russischen Streitkräfte ukrainische Häfen angegriffen, die für den Transport von Militärgütern genutzt werden. Dies teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Morgen mit. Das russische Militär hat dabei luftgestützte Präzisionswaffen und Kampfdrohnen eingesetzt.
Infolge der kombinierten Schläge wurden in den Häfen von Odessa und Tschornomorsk in der Region Odessa folgende Anlagen getroffen:
- Objekte der Hafeninfrastruktur für das Entladen von Treib- und Schmierstoffen,
- Treibstoff- und Schmierstofftanks der ukrainischen Streitkräfte,
- Produktions- und Montagewerkstätten für unbemannte Luftfahrzeuge.
Darüber hinaus wurden in den Häfen von Tschornomorsk und Dnjepr-Burg vier Seeschiffe getroffen, die Güter für die ukrainischen Streitkräfte transportierten.
14.07.2026 22:00 Uhr
22:00 Uhr
Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!
21:50 Uhr
"Rubikon"-Bilanz: Schwerpunkt auf elektronischer Kampfführung
Analyse von Militrärchronik:
Die Drohnenpiloten der russischen Eliteneinheit "Rubicon" melden für Juni 109.166 Kampfeinsätze. Abgesehen davon, dass es einen offensichtlichen Kontrast zwischen den zerstörten gepanzerten Kampffahrzeugen und den Panzern gibt (191 gegenüber 13), ist auch offensichtlich, dass ukrainische Soldaten kein vorrangiges Ziel sind und die Angriffe hauptsächlich auf die Infrastruktur gerichtet sind. Die Zerstörung dieser Infrastruktur macht funktionierende Kampfführung unmöglich.
Der größte Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation und der elektronischen Kriegsführung, wie etwa dem Ausschalten von Radars. Zudem wurden mehr als 2.000 "Baba-Jaga"-Drohnen (schwere Helikopter) abgeschossen, was einen ungefähren Eindruck von ihrer tatsächlichen Anzahl bei den ukrainischen Streitkräften vermittelt.
Insgesamt bestätigen die Statistiken von "Rubikon" einmal mehr, dass sich die ukrainischen Streitkräfte in einer passiven Verteidigungshaltung befinden und sich in den Boden eingraben. Die Hauptaufgabe von "Rubikon" besteht nicht darin, der Infanterie auf dem Feld hinterherzujagen, sondern systematisch Stützpunkte, Bunker und Schützengräben zu "zerstören" und die Befestigungsanlagen sowie die Infrastruktur auszuschalten, bevor die russische Infanterie dort einrückt.

21:25 Uhr
"Wir wollen keinen Krieg!": Tino Chrupalla warnt vor Rüstungsrausch
Am heutigen Dienstagabend fand in Dessau in Sachsen-Anhalt eine AfD-Diskussionsveranstaltung statt. Während der Debatte kam der AfD-Vorsitzende Chrupalla auch auf die mittlerweile friedensgefährdende Ausmaße annehmende Aufrüstung Deutschlands zu sprechen. Er kritisierte die von der Regierung Merz durchgeführten Kürzungen im sozialen Bereich.
Einen solchen Sozialabbau hält Chrupalla keineswegs für unabdingbar, wenn er erläutert: "Und für etwas anderes ist natürlich viel Geld da, was aber kaum noch jemand erwähnt – und das ist die Rüstung." Der AfD-Vorsitzende sprach sogar von einem veritablen "Rüstungsrausch", in den Deutschland geraten sei. Die für die kommenden Jahre geplanten Rüstungsausgaben seien "einfach irrsinnig".
Chrupalla nannte auch die entsprechenden Zahlen: Im aktuellen Bundeshaushalt seien es 82 Milliarden Euro, die für die Rüstung ausgegeben würden. Die Zahl werde sich bis zum Jahr 2030 auf 180 Milliarden Euro steigern. Dann werde jeder dritte Euro des Bundeshaushalts für Militärausgaben aufgewendet. Das sei der wahre Grund dafür, warum die Regierung Merz Einsparungen im Sozialwesen treffe.
Namentlich Bundeskanzler Merz und Verteidigungsminister Pistorius warf der sächsische AfD-Abgeordnete vor, "uns in einen Krieg treiben (zu) wollen". Wer Merz wähle, wähle den Krieg. Deutschland müsse die Aufrüstungspirale durchbrechen, meinte Chrupalla und beteuerte: "Wir wollen Frieden in Europa, wir wollen keinen Krieg." Der tosende Applaus des Publikums war ihm sicher.
Stabil in der Friedensfrage plus Kritik an der Aufrüstung verknüpft mit sozialen Aspekten. Sehr stark von @Tino_Chrupalla! Leider hört man solche Töne aus den Reihen der AfD zu selten.. pic.twitter.com/zKjiBEPbOR
— Dominik Maximilian Reichert (@DomMaxReichert) July 14, 202620:35 Uhr
"Wie Ukraine auf der Krim" – Militärexperte Lange fordert, Druck auf Kaliningrad auszuüben
Der deutsche Politikberater und Publizist Nico Lange plädiert auf X dafür, dass Deutschland mit europäischen Partnern den Druck auf Russland in der Exklave Kaliningrad und im Ostseeraum verstärken solle.
Lange hat in einem Post auf der Plattform X die Forderung aufgestellt, Druck auf die russische Oblast Kaliningrad auszuüben. Auch in der Ostsee müsse Russland unter Druck gesetzt werden. Dabei verwies Nico Lange in dem im Original auf Englisch formulierten Post auf die Vorgehensweise der Ukraine, die Russland auf der Krim und im Asowschen Meer in Bedrängnis bringe.
Mit ihren Angriffen auf die Krim und auf viele Schiffe im Asowschen Meer mache die Ukraine deutlich, dass die Krim zur Ukraine gehöre. Zu lange seien die Krim und das zwischen der Halbinsel und dem russischen Festland liegende Meer "praktisch als russisches Territorium anerkannt" worden – dies müsse man infrage stellen und Druck auf "diese verwundbaren Gebiete" ausüben.
Eine solche Vorgehensweise nannte Lange "politisch wichtig und militärisch sinnvoll": Die Krim und Kaliningrad dürften keine strategischen Vorposten für Russland sein, sondern müssten einen kostspieligen strategischen Nachteil für die Russische Föderation bedeuten. Lange stellt sich damit in eine Reihe mit den US-Generälen Christopher Donahue und Ben Hodges, die beide über eine Eroberung beziehungsweise Auslöschung des russischen Kaliningrads sinniert hatten.

Militärexperte Nico Lange bei Caren Miosga (Dezemner 2025).Urheberrechtlich geschützt 19:55 Uhr
Einzelheiten zum Tod der Gebrüder Mosejtschuk bekannt geworden
Ein ukrainischer Kommandeur hat den Tod zweier Zivilisten in Auftrag gegeben – weil sie angeblich seine Frau beleidigt haben. In Kiew sitzt Stanislaw Lutschanow, der ehemaligen Kommandeur der 155. Brigade "Anna von Kiew" der ukrainischen Streitkräfte, in Untersuchungshaft. Derzeit verhandelt ein dortiges Gericht über die Fortdauer der Haft.
Der Vorwurf der Anklage lautet, dass Lutschanow Ende Juni acht Soldaten in das Dorf Kalinowka im Bezirk Belozerkowski der Region Kiew geschickt habe, um zwei Brüder, mit denen er in einem persönlichen Konflikt lag, zu entführen. Daraufhin habe er die zwei Brüder der Familie Mosejtschuk mehrere Tage lang im Brigadehauptquartier in der Region Poltawa gefangen gehalten.
Am 1. Juli schließlich soll Lutschanow, der die Tat allerdings abstreitet, einem seiner Untergebenen die Erschießung der Gefangenen befohlen haben, die dieser dann auch ausführte. Der Kommandeur versuchte anschließend zu fliehen, wurde jedoch gefasst. Die ukrainischen Polizeibehörden nahmen auch neun weitere Soldaten dieser Brigade im Zusammenhang mit diesem Verbrechen fest.
Medienberichten zufolge soll es bei dem Streit anfangs um laute Musik und Motorradlärm gegangen sein, über den sich Lutschanows Frau beschwert hatte. Die 155. Mechanisierte Brigade "Anna von Kiew" wurde in den Medien bekannt, weil während einer Ausbildungsphase in Frankreich Dutzende Soldaten dieser militärischen Formation desertiert sein sollen.
19:30 Uhr
Rada-Abgeordneter: Unsere Partner müssten uns die Schulden erlassen
Rada-Abgeordneter Jurij Kameltschuk schlägt westlichen Partnern vor, Ukraine die Schulden zu erlassen.
"Nach dem Krieg müssen wir all unsere Partner bitten, uns unsere finanziellen Schulden zu erlassen und einen Neuanfang zu wagen", sagte er in einem Mediengespäch.
Seinen Angaben zufolge wird dies dem Land ermöglichen, alle Ressourcen auf die Entwicklung zu konzentrieren, anstatt sie für die Bedienung von Krediten zu verwenden.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.


