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Liveticker Ukraine-Krieg: Frankreich liefert Kiew Kampfjets, auch SPD schließt dies nicht mehr aus

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen.
Liveticker Ukraine-Krieg: Frankreich liefert Kiew Kampfjets, auch SPD schließt dies nicht mehr ausQuelle: AFP © Christophe SIMON / AFP
  • 29.01.2023 23:15 Uhr

    23:15 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht und einen guten Start in die neue Woche!

  • 22:44 Uhr

    Selenskij räumt schwere Lage der ukrainischen Truppen bei Artjomowsk und Ugledar ein 

    Die Lage für die ukrainischen Truppen in den Frontabschnitten bei Artjomowsk (Bachmut) und Ugledar in der Volksrepublik Donezk sei sehr schwierig, sagte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij in einer Videobotschaft auf seinem Telegram-Kanal am Sonntagabend:

    "In den Richtungen Bachmut (Artjomowsk – Anm. d. Red.), Ugledar und anderen in der Region Donezk erfolgen permanente russische Angriffe, Versuche, unsere Verteidigungsanlagen zu durchbrechen."

    Damit räumte Selenskij erstmals die sich anbahnende militärische Katastrophe für die ukrainische Armee in der Volksrepublik Donezk ein. Bisher hatten das ukrainische Präsidialamt und die militärische Führung der Ukraine alle Schwierigkeiten geleugnet und auch den Verlust der Stadt Soledar erst geleugnet, dann in seiner Bedeutung heruntergespielt. Auch alle Ratschläge militärischer, vorrangig westlicher Ratgeber, sich aus Artjomowsk zurückzuziehen, hat die ukrainische Führung bislang in den Wind geschlagen.

    Am Mittwoch hatte Apty Alaudinow, der Kommandierende der Achmat-Spezialkräfte und der stellvertretende Kommandierende des 2. Armeekorps der Lugansker Volksmiliz, erklärt, dass die russische Armee die operative Einkreisung von Artjomowsk abgeschlossen habe. Die Stadt liegt in dem von Kiew kontrollierten Teil der Volksrepublik Donezk nördlich von Gorlowka. Sie ist ein Verkehrsknotenpunkt und entscheidend für die Versorgung der ukrainischen Truppen im Donbass.

  • 22:00 Uhr

    "Keine deutschen Panzer nach Debalzewo und Stalingrad!" – Hunderte Berliner demonstrieren gegen Lieferung deutscher Waffen in die Ukraine

    In Berlin nahmen am Sonntag Hunderte Menschen an einer Protestkundgebung gegen die Lieferung deutscher Waffen an die Ukraine und anschließender Demonstration durch den Bezirk Prenzlauer Berg teil. 

    Die Kundgebung fand am Denkmal für Ernst Thälmann statt. Auf Plakaten und Bannern sowie in Reden wurde gefordert, keine deutschen Panzer "nach Debalzewo und Stalingrad" zu liefern. Andere Forderungen lauteten "Freiheit wird nicht mit Krieg verteidigt", "Deutschland raus aus der NATO, NATO raus aus Deutschland", "Verhandeln statt Waffen" und "Frieden jetzt! Ohne Waffen". 

  • 21:40 Uhr

    Stadtverwaltung von Odessa: Am Montag noch keine Elektromobilität in der Stadt

    Wie die Stadtverwaltung von Odessa bekannt gab, werden die elektrischen Verkehrsmittel in der Stadt am Montag aufgrund von Stromengpässen wieder nicht fahren. In einem Telegram-Posting der Stadtverwaltung heißt es:

    "Am 30. Januar setzen wir die Zwangspause fort: Wegen unzureichender Strommengen wird der öffentliche Elektroverkehr weiterhin im Betriebsbahnhof bleiben."

    Zuvor hatte die Verwaltung des Gebiets Odessa mitgeteilt, dass zwei kritische Infrastruktureinrichtungen durch die russischen Angriffe beschädigt worden seien. Nach Angaben des Energieversorgers DTEK können die Notstromausfälle aufgrund der Schäden mehrere Tage dauern, je nachdem, was die Reparaturarbeiten ergeben.

  • 21:24 Uhr

    Fünf Menschen bei ukrainischem HIMARS-Beschuss einer Brücke bei Melitopol getötet

    Die Zahl der Todesopfer nach einem Raketenangriff ukrainischer Truppen auf eine Eisenbahnbrücke im Bezirk Melitopol ist auf fünf gestiegen, wie Wladimir Rogow, Mitglied des Hauptrates der Regionalverwaltung von Saporoschje, am Sonntagabend in seinem Telegram-Kanal erklärte:

    "Fünf Menschen wurden getötet. Vier Menschen wurden verwundet, zwei von ihnen befinden sich in ernstem Zustand.

    Der amtierende Gouverneur der Region, Jewgeni Balizki, gab gegenüber russischen Medien an, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs Menschen auf der Brücke befanden. Bei den Getöteten und Verwundeten handelt es sich offenbar um Arbeiter der Eisenbahnverwaltung, die Reparaturarbeiten an den Schienen ausführten: 

    "Zu diesem Zeitpunkt wurden auf der Brücke Reparaturarbeiten durchgeführt. Vorläufigen Berichten zufolge wurden bei dem Beschuss vier Personen aus dem Team der Eisenbahner getötet und fünf verletzt, die derzeit medizinisch versorgt werden",

    schrieb Balizki, bevor das Versterben des fünften Arbeiters bekannt wurde.

    Die HIMARS-Attacke erfolgte gegen Mittag Ortszeit. Getroffen wurde eine Eisenbahnbrücke über den Fluss Molotschnaja im Dorf Swetlodolinskoje des Gebietes Melitopol. Nach vorläufigen Berichten feuerten die ukrainischen Streitkräfte drei Raketen ab, von denen eine abgeschossen werden konnte.

    Mehr zum Thema - Warum wir das aktuelle Regime in der Ukraine als nazistisch bezeichnen

  • 21:00 Uhr

    The Wall Street Journal: Nur noch eine Straße nach Artjomowsk unter Kontrolle der ukrainischen Truppen

    Laut der US-Zeitung The Wall Street Journal ist nur noch eine Straße nach Artjomowsk unter vollständiger Kontrolle der ukrainischen Truppen. Nach Angaben des ukrainischen Militärs finden im östlichen Teil der Stadt bereits "schwere Kämpfe" statt, wobei die Kontrolle über das Gebiet ständig von einer Seite zur anderen wechselt. Wie die Zeitung berichtet, sind im Stadtzentrum Schüsse zu hören. Ukrainische Soldaten vor Ort bestätigten gegenüber The Wall Street Journal auch die Meldung des russischen Verteidigungsministeriums vom 20. Januar, wonach das russische Militär die Ortschaft Kleschejewka bei Artjomowsk befreit habe.

  • 20:40 Uhr

    Französische Medien: Frankreich wird Mirage-2000-Kampfflugzeuge an Kiew liefern 

    Der Militäranalyst und ständige Experte Patrick Sousse hat in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender BFM am Sonntag die baldige Lieferung französischer Kampfjets an die Ukraine angekündigt: 

    "Frankreich stellt der Ukraine Mirage-2000-Flugzeuge zur Verfügung. Der Februar wird der Monat der Flugzeuge sein."

    Ihm zufolge werden demnächst Gespräche über die Lieferung weiterer Flugzeuge aufgenommen, aber die genauen Zahlen will noch niemand nennen.

    "Das werden Flugzeuge sein, die russische Gebiete bombardieren können, jedoch sind die russischen Gebiete durch sehr fortschrittliche Raketen- und Flugabwehrsysteme geschützt", erklärte der Experte.

    Unterdessen hat SPD-Chefin Saskia Esken auch eine Lieferung deutscher Kampfjets an die Ukraine nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Auf die Frage, ob sie die Lieferung von Kampfflugzeugen ausschließe, sagte Esken am Sonntag im ARD-Bericht aus Berlin:

    "Es kommt ja ganz entscheidend darauf an, dass eben Deutschland und dass auch die NATO nicht Kriegspartei sind."

    Deswegen sei die Regierung in diesen Fragen in sehr enger Abstimmung mit den US-Amerikanern. Deutschland sei nicht Kriegspartei, und dies wolle die Regierung auch für "alle Zukunft" vermeiden.

    Mehr zum Thema - Beginnt jetzt die Versorgung der Ukraine mit alten Kampfjets?

  • 20:20 Uhr

    Atlantico: Die USA verlieren Einnahmen aus der "Dollarisierung" der Weltwirtschaft

    Nach Ansicht des Online-Portals Atlantico bricht nun die westliche Front zusammen, die davon ausgeht, dass die Ukraine um jeden Preis unterstützt werden muss. Die Einnahmen der USA seien daher bedroht. Der Zustrom von Geld aus der EU, den arabischen Monarchien und China sei versiegt. Die Autoren von Atlantico meinen:

    "Viele Jahre lang weckten die Amerikaner Vertrauen. Der Dollar weckte Vertrauen – vor allem, nachdem Richard Nixon im Jahr 1971 durch seine geniale Entkopplung vom Gold den Status des Dollars als Weltwährung gestärkt hatte. Der Geldumlauf wurde beschleunigt, der Dollar behielt seinen Wert. Die ganze Welt begann, ihre Arbeit in Dollar zu messen. Nixons genialer Schachzug erlaubte es den USA, ihre Schulden in Dollar zu benennen, weil sie wussten, dass niemand kommen und die Kassen leeren würde, weil ebendiese Dollar gedruckt werden konnten."

    Jetzt müssen die Vereinigten Staaten nach neuen Einnahmequellen suchen, so das Portal. Dies sei zum Teil der Grund für die halbherzige Strategie der USA in der Ukraine-Frage. 

  • 20:05 Uhr

    Russische Ombudsfrau ruft zur Einhaltung der Genfer Konvention durch Kiew auf

    Die russische Ombudsfrau für Menschenrechte, Tatjana Moskalkowa, hat den Hohen Kommissar für Menschenrechte der UN und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz aufgefordert, die Ukraine zur Einhaltung der Genfer Konvention zu drängen. Ihr Appell an internationale Organisationen erfolgte nach dem gezielten Beschuss eines Krankenhauses in Nowoaidar in der Lugansker Volksrepublik durch ukrainische Truppen, bei dem vierzehn Menschen getötet wurden. Wie die Nachrichtenagentur TASS berichtet, betonte Moskalkowa:

    "Das Vorgehen der ukrainischen Streitkräfte verstößt in grober Weise gegen Artikel 18 der Genfer Konvention aus dem Jahr 1949 über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten. Darin heißt es klar und unmissverständlich: 'Zivile Krankenhäuser, die zur Versorgung von Verwundeten, Kranken, Behinderten und Wöchnerinnen eingerichtet wurden, dürfen unter keinen Umständen angegriffen werden.' Ich rufe den UN-Hochkommissar für Menschenrechte und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auf, Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und die ukrainischen Behörden zur Einhaltung der Genfer Konvention zu drängen."

  • 19:52 Uhr

    Russischer Abgeordneter: NATO ist de facto in den Ukraine-Konflikt verwickelt

    Fast alle NATO-Länder sind de facto in den Ukraine-Konflikt verwickelt, und das Bündnis baut seine Kapazitäten zum "Kampf gegen Russland" aus, so Leonid Sluzki, Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses der Staatsduma. Auf seinem Telegram-Kanal merkt er an:

    "Fast alle NATO-Mitgliedsstaaten sind auf die eine oder andere Weise an der Eskalation der Aggression beteiligt und beliefern das Kiewer Regime mit Ausrüstung, Granaten, Waffen, jetzt auch mit schweren Waffen. De facto stecken sie bis zum Hals im Ukraine-Konflikt. Die Frage ist, ob es zu einer Anerkennung de jure kommen wird."

    Der Politiker fügte hinzu, man solle sich keine Illusionen über die NATO machen – der Kapazitätsaufbau des Bündnisses ziele darauf ab, Russland einzuschüchtern. Er betonte, dass sich die NATO jetzt mit aller Kraft auf einen künftigen offenen Kampf gegen Russland vorbereite.

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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.