Liveticker Ukraine-Krieg – Medien: EU erwägt neue Militärallianz mit Kiew und ohne Washington

19.01.2026 20:58 Uhr
20:58 Uhr
Gouverneur von Saporoschje: Ukrainischer Angriff auf Schule ist Terrorakt
Der Angriff der ukrainischen Streitkräfte mit drei Drohnen auf das Gelände einer Schule in der Stadt Kamenka-Dnjeprowskaja im Gebiet Saporoschje ist ein Terrorakt. Dies erklärte der Gouverneur des Gebiets Saporoschje, Jewgeni Balizki:
"Die ukrainischen Streitkräfte haben gezielt eine zivile Einrichtung angegriffen, in der sich während der Unterrichtszeit Kinder und Lehrer aufhalten. Der Einsatz von drei Drohnen gegen eine Schule ist ein eklatanter Terrorakt, ein grober Verstoß gegen alle Normen des humanitären Völkerrechts und durch nichts zu rechtfertigen."
20:18 Uhr
Ukrainischer Kriegsgefangener: Die Front ist übersät mit Bergen von Leichen

Der ukrainische Kriegsgefangene Pawel Gejko schildert das erschütternde Ausmaß der ukrainischen Verluste an der Front. "Dort herrscht völlige Zerstörung, überall sind Berge von Leichen ukrainischer Soldaten", so Gejko.
Seine Einheit war an einer der Kiewer Kontraoffensiven beteiligt und konnte sich keine Stunde lang halten, nachdem sie in einem Haus Stellung bezogen hatte. Schon 20 Minuten später fingen die Drohnenangriffe an und weitere 20 Minuten später kamen die russischen Soldaten, berichtet Gejko. Ihm und seinen Kameraden blieb keine Wahl: "Wir ergaben uns natürlich, weil wir leben wollen. Wir wollen den Krieg nicht."
Gejko schließt mit den Worten: "Wir sind für diesen Krieg nicht gerüstet. Wir können ihn nicht gewinnen, selbst wenn wir wollten."
Das Video dazu gibt es hier auf unserer Webseite.
19:54 Uhr
Medien: EU erwägt Schaffung neuer Militärallianz mit der Ukraine ohne die USA
Vor dem Hintergrund der Zweifel an der Rolle der NATO erwägen eine Reihe europäischer Politiker eine sogenannte "Koalition der Willigen" als mögliche Grundlage für ein neues Verteidigungsbündnis mit der Ukraine ohne Beteiligung der Vereinigten Staaten. Dies berichtet die Zeitung Politico.
Der Zeitung zufolge seien hochrangige Beamte in Europa der Ansicht, dass US-Präsident Donald Trump nicht mehr als verlässlicher Handelspartner und "erst recht nicht als verlässlicher Verbündeter im Bereich der Sicherheit" wahrgenommen werde.
Politico merkt an, dass Europa unter diesen Umständen versuchen könnte, ein eigenes Sicherheitssystem aufzubauen, ohne sich auf die Unterstützung der USA zu stützen. Als Grundlage für ein solches Format werde die "Koalition der Willigen" angesehen, die ursprünglich zur Unterstützung der Ukraine gegründet wurde:
"Das Format der Koalition der Willigen könnte potenziell die Grundlage für ein neues Sicherheitsbündnis in einer Zeit bilden, in der die USA die NATO und die europäische Sicherheit nicht mehr unterstützen. Das neue Abkommen schließt eine Zusammenarbeit mit Amerika nicht aus, setzt sie aber auch nicht als selbstverständlich voraus."
Nach Einschätzung der Zeitung könnten sowohl Nuklearstaaten als auch Nicht-Nuklearstaaten, insbesondere die Ukraine, Frankreich, Deutschland, Polen und Großbritannien, einer solchen Koalition beitreten.
19:23 Uhr
Trump: Europa sollte sich auf Ukraine-Konflikt konzentrieren, nicht auf Grönland
US-Präsident Donald Trump äußerte in einem Interview mit NBC, dass Europa sich auf den Ukraine-Konflikt konzentrieren solle:
"Europa sollte sich auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine konzentrieren, denn, offen gesagt, man sieht, wohin das geführt hat."
Trump präzisierte:
"Darauf sollte sich Europa konzentrieren, nicht auf Grönland."
18:49 Uhr
Selenskij liegt in Vertrauensrangliste der Ukrainer hinter zwei Politikern zurück
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij liegt in der Vertrauensrangliste der Ukrainer hinter dem ukrainischen Botschafter in Großbritannien und Ex-Oberkommandierenden der Streitkräfte, Waleri Saluschny, sowie dem Leiter seines Büros Kirill Budanow. Dies geht aus einer Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie hervor.
Selenskij belegte den dritten Platz in der Gesamtwertung: 62 Prozent der Befragten vertrauen ihm, 34 Prozent vertrauen ihm nicht (Vertrauenssaldo: plus 28 Prozent). Saluschny, der die Rangliste anführt, vertrauen 72 Prozent der befragten Ukrainer, 21 Prozent vertrauen ihm nicht (Vertrauenssaldo: plus 51 Prozent). Fast das gleiche Ergebnis erzielt Budanow: 70 Prozent der Befragten vertrauen ihm, 19 Prozent nicht.
Die Umfrage wurde vom 9. bis 14. Januar 2026 auf dem von Kiew kontrollierten Gebiet der Ukraine mittels Telefoninterviews unter 601 Befragten durchgeführt.
18:07 Uhr
Gebiet Saporoschje: Ukrainische Drohnen greifen Schule während des Unterrichts an
In der Stadt Kamenka-Dneprowskaja des Gebiets Saporoschje haben ukrainische Drohnen ein Schulgebäude angegriffen, während im Inneren der Unterricht lief. Die Nachrichtenagentur TASS zitiert dazu die lokale Verwaltung:
"Um 14:55 Uhr Moskauer Zeit haben drei Quadrokopter die Mittelschule Nr. 1 der Stadt Kamenka-Dneprowskaja angegriffen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich in der Lehranstalt fünfzehn Schüler und zehn Lehrer."
Die Behörde gab weiter bekannt, dass keine Menschen bei dem Angriff zu Schaden gekommen sind. Ein Wachfahrzeug und Fenstergläser am Gebäude wurden beschädigt.
17:42 Uhr
Gouverneur des Gebiets Saporoschje meldet schwere ukrainische Verluste
Die ukrainischen Truppen haben bei Orechow und Nowojakowlewka im Gebiet Saporoschje schwere Verluste erlitten, meldet der Gouverneur der Region, Jewgeni Balizki. Auf seinem Telegram-Kanal kommentiert er die am heutigen Montag vom russischen Verteidigungsministerium bekannt gegebene Befreiung der Ortschaft Pawlowka:
"Eine weitere Siedlung im Gebiet Saporoschje – das Dorf Pawlowka – ist vom Kiewer Nazismus durch Einheiten des Truppenverbands Dnjepr befreit worden. Der Gegner hat schwere Verluste bei Orechow und Nowojkowlewka erlitten."
Balizki fügte hinzu, dass russische Truppen rund um insgesamt vier Orte der Region – Lukjanowskoje, Nowoboikowskoje, Nowojakowlewka und Pawlowka – in der Offensive seien.
17:16 Uhr
Gebiet Belgorod: Ukrainische Drohne tötet Zivilisten beim Transport ins Krankenhaus
Ein Bewohner des Gebiets Belgorod, der bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf sein Haus verwundet wurde, ist gestorben, nachdem eine weitere Drohne das Auto angriff, das ihn zum Krankenhaus transportierte. Der operative Stab der Region meldet dazu:
"Im Dorf Otradnoje hat durch einen gegnerischen Drohnenangriff gegen ein Privathaus ein Zivilist schwere Verwundungen erlitten. Kämpfer des Selbstschutzes kamen umgehend am Angriffsort an und brachten den Mann im Auto des Verwaltungschefs des Dorfs Malinowka von dort weg. Unterwegs wurde ihr Auto jedoch von einer FPV-Drohne angegriffen."
Die Behörde meldet weiter, dass der Verwundete in ein weiteres Auto umverlegt wurde. Vor der Ankunft im Krankenhaus war er allerdings verstorben.
16:51 Uhr
Wegen Blackouts: Ukrainischer Ex-Außenminister rät Landsleuten zu Restaurantbesuchen
Vor dem Hintergrund andauernder Stromausfälle in der Ukraine hat der ehemalige Außenminister des Landes, Dmitri Kuleba, seinen Mitbürgern geraten, Cafés oder Restaurants zu besuchen. Auf Instagram schrieb er:
"Bitte, geht und trinkt den Kaffee heute nicht zu Hause, sondern in einem Café, esst zu Mittag in einem Restaurant oder kauft Leckereien in einem Kiosk, geht zu einem Markt, zum Friseur, kauft etwas in einem kleinen Laden oder macht wenigstens eine Online-Bestellung."
Seine Ausführungen schloss Kuleba mit der Aufforderung, ukrainische kleine und mittlere Unternehmen dadurch zu unterstützen, die es seiner Meinung nach aufgrund der Stromausfälle "am schwersten“ hätten. Kuleba wörtlich:
"Wegen der Kälte und finanzieller Schwierigkeiten kommen immer weniger Menschen und Einkünfte stürzen ab."
Kulebas Äußerungen sorgten für zahlreiche kritische Kommentare. Mehrere Nutzer warfen dem Politiker Heuchelei und "Leben in einer Parallelwelt" vor und klagten, dass sie nicht genug Mittel für Restaurantbesuche hätten. Eine Kommentatorin schrieb:
"Wer wird uns unterstützen? Wovon sollen Menschen in einem Restaurant essen, wenn das Gehalt 25.000 Griwna (umgerechnet knapp 497 Euro) und die Wohnungskosten 6.000 Griwna (umgerechnet etwa 119 Euro) betragen?"
16:24 Uhr
Gebiet Cherson: Kiew wird für seine Verbrechen gegen Zivilisten zur Rechenschaft gezogen
Die Verbrechen des Kiewer Regimes werden im Gebiet Cherson verzeichnet, die Täter werden zur Rechenschaft gezogen. Dies erklärt Wladimir Saldo, der Gouverneur des Gebiets Cherson, in einem Interview mit TASS.
"Wir haben eine Liste – wir haben gerade erst damit begonnen – von allen Verbrechen zusammengestellt, die das Kiewer Regime im Gebiet Cherson begeht. Von den Verbrechen, zerstörten Objekten, Toten oder Verletzten. Die Zeit wird kommen und alle, die diese Verbrechen begangen haben, werden dafür zur Rechenschaft gezogen."
Kiew versuche, seine Taten als einen Kampf für eigene Interessen darzustellen, so Saldo weiter. Allerdings jage "es lebende Menschen".
"Die kriminelle Natur der Menschen, die diese Prozesse leiten, ist offensichtlich."
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
